Gesichtet

Corona: Merkel hat den Ausstieg verschlafen

Der 15. April wurde von unzähligen Deutschen mit Spannung erwartet. An diesem Tag wollte die Bundesregierung nach Absprache mit den Ministerpräsidenten der Länder das weitere Vorgehen bezüglich der Corona-Pandemie verkünden. Viele werden auf eine spürbare Lockerung gehofft haben. Pustekuchen!

Wie so oft in Krisensituationen kennt die Bundesregierung nur eine Lösung: zauderndes Herumeiern. Für die allermeisten Menschen wird sich bis Ende April nicht wirklich etwas ändern. Die Schulen, Kitas und Universitäten bleiben zu. Die Gastronomie darf nach wie vor nicht öffnen, obwohl eine weitere Pause viele an den Rand des Ruins bringen wird – wenn sie da nicht schon stehen!

Erst am 4. Mai sollen die Schulen schrittweise wieder aufmachen dürfen. Warum, erklärte „Deutschlands eifrigster Corona-Bekämpfer“ (Focus online), der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU): Die Rückfallgefahr sei nach wie vor enorm. Danke für diese Belehrung.

Auch liegen die getroffenen Maßnahmen der Regierung hinter den Vorschlägen der Leopoldina und des Robert-Koch-Instituts zurück. Die Nationale Akademie der Wissenschaften legte in einem Gutachten nahe, die „Wiedereröffnung der Bildungseinrichtungen sollte so bald wie möglich erfolgen.“ Stattdessen schiebt man die Entscheidung lieber noch ein bisschen auf.

Merkel: Die Lösung heißt Stillstand

Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), äußerte sich zu den jüngsten Verlautbarungen der Regierung wie folgt: „Was ich der Regierung vorwerfe ist, dass sie sich in den letzten drei Wochen nicht darum gekümmert hat, wie man aus dem Stillstand wieder herauskommen kann. (…) Alles, was an Vorbereitungen für Schulöffnungen und mehr Personal in den Gesundheitsämtern in den nächsten zwei Wochen geschehen soll, hätte man längst systematisch vorberieten können.“

Seit einiger Zeit wurden die Stimmen auch aus der Politik immer lauter, die eine Wiederöffnung der Schulen forderten. Gleichzeitig war man sich darüber im Klaren, dass dann gewisse Hygiene-Standards eingehalten werden müssen. Wieso, um alles in der Welt, ist aber diesbezüglich noch nichts passiert außer Geschwätz?

Leere Krankenhäuser

Ständig wurde davon geredet, die Gefahr einer Überlastung der Krankenhäuser stehe unmittelbar bevor. Eine befreundete Krankenschwester aus München berichtete davon, sie hätten vor nunmehr fast einem Monat die Information bekommen, jeden Moment würde eine wahre Flutwelle an schwerkranken Corona-Patienten in die städtischen Krankenhäuser gespült werden. Sie wartet immer noch auf diese Welle.

Lieber werden Corona-Patienten aus anderen Ländern eingeflogen, um sie hier zu behandeln. Bei aller lobenswerten europäischen Solidarität spricht dieses Verhalten nicht gerade dafür, dass unsere Intensivstationen aus allen Nähten platzen. Eine mittlerweile fast vollständige Datenbank, welche die Auslastung deutscher Intensivstationen abbildet, bestätigt dieses Bild. 50 Stationen seien bundesweit derzeit ausgelastet, 326 melden Engpässe und 696 haben noch freie Kapazitäten. Darüber hinaus ist nach wie vor nicht geklärt, wie gefährlich eigentlich dieser Virus ist. Dafür müssen die Testkapazitäten deutlich erhöht und umfangreiche Dunkelzifferstudien durchgeführt werden.

„Jede Woche weiterer Beschränkungen kostet Wirtschaftskraft.“ So drückt es der Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, aus. Und das nicht zu knapp. Wie das ifo-Institut vor einiger Zeit schon berechnete, werden uns drei Monate Lockdown über 700 Milliarden Euro kosten. Weiter haben sich die Ökonomen wohl nicht getraut zu rechnen.

Maskenpflicht einführen, um Wirtschaft ankurbeln zu können

Warum setzt die Regierung dann nicht alles daran, diesen Zustand so schnell wie möglich zu ändern? Man setzt monatelang grundlegende Freiheitsrechte außer Kraft, kann sich aber nicht dazu durchringen, eine – durchaus sinnvolle – Maskenpflicht in den öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften einzuführen? Im Gegenzug könnte man beispielsweise Gottesdienste wieder zulassen. Oder Gastronomiebetriebe unter Auflagen öffnen lassen. Wieso kann man nicht Risikogruppen wie alte Menschen oder Menschen mit Vorerkrankung konsequenter schützen und dafür dem Großteil der Bürger seine Freiheitsrechte zurückgeben? Ja, aber das wäre dann doch zu viel des Guten. Außerdem endlich mal vernünftig und konsequent – also nicht der Stil unserer Regierung.

Mut zur Lücke ist jetzt gefragt. Die Verantwortung muss wieder zurück in die Hände der Bürger. So wie es sich für eine Demokratie gehört. Wir müssen lernen, mit Corona zu leben. Das lernt man aber nur, wenn man uns lässt und uns nicht weiterhin belehrt und bevormundet, wie das in autoritären fernöstlichen Staaten der Fall ist.

(Bild: Pixabay)


4 Kommentare zu “Corona: Merkel hat den Ausstieg verschlafen

  1. ErnieJul

    Ein Artikel, zitiert in Teilen aus der Plattform »eigentümlich-frei«, dem man in seiner Aussage, die auf natürlichem, real-menschlichen Empathie-Empfinden fußt, nahezu nichts mehr hinzuzufügen weiß:

    »Was in der medialen Berichterstattung übrigens vollkommen ausgeblendet wird: An die im Schatten der aktuellen Hysterie stehenden Opfer, deren lange Zeit geplante Operationen auf unbestimmte Zeit verschoben sind und die nun mit Schmerzen und/oder Bewegungseinschränkungen leben müssen; an das Leid, das damit verbunden ist, sich von sterbenden Anverwandten im Krankenhaus oder im Pflegeheim nicht anständig verabschieden zu dürfen, die derzeit nach ihrem letzten Weg so gut wie unbegleitet verscharrt werden; an die vielen, die – seit Wochen eingepfercht in ihre Wohnungen – am Rande des Nervenzusammenbruchs leben, verschwendet die vermeintlich um unser aller Wohl so selbstlos bemühte Regierung keinen Gedanken.«

    An all das denkt ein MP aus BY natürlich nicht, wenn er kathegorisch ein »Schutzmasken-tragen« eindringlich, (jedoch vermeintlich freiwillig), per Deklamierung empfiehlt, und -wehe, wenn sich diese Einsicht bürgerlicherseits nicht einstellt-, zu harten (Straf-)Maßnahmen schreitet…

  2. Einherjer

    »eine – durchaus sinnvolle – Maskenpflicht«

    …Vollkommener Irrsinn. Merkt keiner wie Narren von Narren zum Narren gehalten werden? Hinter dem Strohmann »Corona« steckt eine notwendige Ökonomiebremse.
    Zuviel Rollschrott der Autoindustrie stand und steht auf Halde.
    Chinesische Konsumkreuzer fanden keine Abnehmer mehr für ihren Mist. Genauso wie das manisch Produzierende Deutschland, resp. Europa.
    Der Wertewesten ist zugeschüttet bis Oberkannte Unterlippe mit Krempel und Tand und kauft nix mehr.
    Die Dritte Welt – Afrika z.B. – hingegen hatt nix mehr als Gegenleistung anzubieten um den ganzen Rammel aufzunehmen. China gehört ja schon halb Afrika und der Wertewesten lanciert an der Afrikanischen Mittelmeerküste seit 30 Jahren ökonomisch-demokratische Kriege um wenigstens mit Tod Gewinn einzufahren. Coronadiktatur heißt Wachstumsdiktatur.
    Ein Konsument ist zugleich Schuldner.
    Ist er nicht Solvent dann bangt der Guthabenhalter/Gläubiger im seinen Geldberg. Dann müssen Schuldner erzeugt werden.
    Diesen Part übernehmen in Deutschland grad eben all die Hops gehenden Existenten. Denn was machen die meisten »Selbstständigen« Patienten? Sie nehmen einen Kredit vom Staat auf. Kein Schwein weis was er hier beantragt, da die Rückzahlungsmodalitäten noch nicht geklärt sind. Auf das Kleingedruckte sollte man gespannt sein. Der Staat kannibalisiert sich selbst wie eine durchdrehende Karnivore.
    Exakt darum wurde der Un- »Freie Markt« beschnitten im anberaumten Börsenrutsch. Statt Krieg wie vor 80 Jahren macht man eben Krise.
    Studierte Ökonomen sollten Gummibären lutschen anstatt WHO-Quark anzurühren um damit die Pharmaverseuchten Politniks zu füttern.
    Hauptsache die Patienten der Patienten tragen Maske im Stall….

    Bockelsons Irrenhaus ist voller Termiten.

  3. ErnieJul

    Anbei das Zitat einer aktuellen Text-Passage aus der Plattform: »Politically Incorrect«, welche sich mit der Notwendigkeit der Einführung »gesundheits-vorbeugender Maßnahmen« retrospektiv befaßt, und zum Schluß kommt (siehe dortige Statistik), daß um den 20. März herum das statistische, personelle Übertragungsrisiko für den Corona-Erreger bereits unter den »normalen« Bezugsfaktor < 1,0 gefallen war, sodaß eine derartige, in alle Wirkungsrichtungen greifende Restriktionsmaßnahme überangemessen war…

    Zitat-Anfang:
    "Professor Homburg dazu:
    „Der Lockdown war nicht nötig“.
    Der Politik-Insider geht davon aus, dass dieser Umstand den politischen Entscheidungsträgern bekannt war. Damit stellt sich die Frage, wieso man trotzdem zu diesen drastischen Maßnahmen gegriffen hat, von denen man weiß, dass sie zu schwersten wirtschaftlichen Verwerfungen führen werden. Auch dazu äußert sich der Professor:
    „Im Moment sieht man, je härter ein Politiker Forderungen aufstellt, desto besser steht er in den Umfragewerten da. Das gilt natürlich vor allem für Herrn Söder. Der hat zunächst abgewiegelt und den bayerischen Fasching zugelassen. Und dann hat er Panik bekommen und gibt sich seither als der härteste Sheriff, hat deshalb aber auch die besten Umfragewerte im Land.
    Nach Panikreaktion folgte das politische Kalkül
    Das hört sich sehr plausibel an. Zunächst eine Panikreaktion, die zu den harten Maßnahmen geführt hat. Und plötzlich die große Überraschung: Ein politischer Frühlingswind umschmeichelt die Regierungsparteien: CDU/CSU auf einem Höhenflug, von den Grünen hört man nichts mehr und die AfD… reden wir nicht drüber.
    Spätestens ab diesem Zeitpunkt ist der Lockdown von einer medizinischen zu einer politischen Frage mutiert. Mit der Bundestagswahl im kommenden Jahr im Hinterkopf ist von den Politikern zu hören, das uns „das Virus noch lange beschäftigen wird“ und dass Corona eine Herausforderung bleiben werde „solange es keine Impfstoff gibt„.
    Das ungute Gefühl macht sich breit, dass inzwischen die Fortdauer oder das Ende der Maßnahmen allein vom politischen Kalkül abhängen. Der Lockdown hatte für die Regierungsparteien die Wirkung einer Anabolika-Spritze und jetzt wird austariert, wie lange die Wirkung – sprich: das Umfragehoch – anhält. Kippt die Stimmung in der Bevölkerung, wird der Lockdown sehr schnell Geschichte sein.
    Krönt Corona den Kanzler?
    Selbstverständlich spielt auch die Frage der Kanzlerkandidatur eine große Rolle. Söder versus Laschet: Das Virus kann hier möglicherweise über Sieg oder Niederlage entscheiden, das wissen beide. Und Corona, beziehungsweise der Lockdown war es, der Söder zum großen Zampano gemacht hat. Man kann sicher sein, dass der gewiefte Franke auch weiterhin zum richtigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung treffen wird. Für sich, nicht für das Land, wohlgemerkt!"
    Zitat-Ende.

    Somit wäre der Beweis erbracht, daß unsere "Polit-Schickeria" uns mit ihrem Verhalten ausschließlich disziplinieren und kujonnieren möchte, was Ihnen in Vor-Corona-Zeiten (sh. deren Verhalten gegenüber mißliebigen demokratischen Volks-Parteien) nicht effizient genug gelungen ist…,

  4. ErnieJul

    Anbei ein etwas »spöttischer«, satirisch-ironischer Leserkommentar aus der Plattform »Bachheimer(AT)«:
    Zitat-Anfang:

    »15:33 | Riesling »Der politische Feuerteufel Markus Söder«

    Der Feuerteufel prophezeit einen großen Brandschaden! Markus, das nennt man eine sich selbsterfüllende Prophezeiung.
    Erst zündet die CSU, unter Markus „Feuerteufel“ Söder, bildlich gesprochen, die Häuser der Bayern an – er selbst trägt als Staatsbeamter kein persönliches Risiko, verliert keinen Euro, keinen Arbeitsplatz, keine Altersbezüge – sein Haus steht also felsenfest und trotzdem erdreistet er sich, den Feueropfern der CSU-Politik, auch noch dumme Hinweise zu geben, sowie Maskenpflicht, bei angekündigten 30 Grad im April, aufzuzwingen. Markus fährt halt BMW oder AUDI! Da müsst ihr Verständnis haben! Auf Staatskosten natürlich, mit Chauffeur und KFZ-Kennzeichen »BYL«! https://www.autolexikon.net/autolexikon/buchstabe-b/279-byl-kfz-kennzeichen.html

    Der arbeitslose Bayer dafür bald nur noch »Öffis«, natürlich mit Schal vor dem Kopf. Der Söder muß halt bloß aufpassen, denn bald wird ihm sein Maskengesetz genauso um die Ohren gehauen werden, wie sein Abstandsgebotsgesetz, das eigentlich, nach diesem Verriss des Gerichts, in Bürger-Einschüchterungs«gesetz« umbenannt werden müsste. Markus S. hat also kein „Skin in the Game“ und ist somit nicht Ernst zunehmen.
    https://www.br.de/nachrichten/bayern/br24live-ab-9-55-soeders-regierungserklaerung-zur-corona-lage,Rwg3ZPi

    15:34 7 Leser-Kommentar »Das Schweigen der Masken«
    Unser Herzog von Bayern hat zugeschlagen. Nicht sofort, weil keine Arlarm-Stufe »Rot«, sondern, ab 27.04.2020. Wer das nicht will, soll zu Zuhause bleiben um das Ansteckungpotenzial zu vermindern. Sodas wir, falls wir den Herbst noch erleben, Corona schlägt ja unerbittlich zu, dann im Herbst wird die Wahrscheinlichkeit (!) erhöht, das Corona in einer zweiten Welle uns endgültig von der Erde fegt. Ich definiere nun einmal »Maske« welche Eigenschaften hat diese.

    1. Sie maskiert, macht relativ unerkenntlich.
    2. Sie trennt, weil mand das Gegenüber viel schwerer einschätzen kann.
    3. Sie unterstützt massiv, was mit Zeitgenossen mit krimineller Energie ausleben, in Echtzeit umschreiben.
    4. Sie macht jede Videoüberwachung zum Witz.
    5. Im gesamten öffentichen Raum, kann jetzt jeder Masken zu jeder Zeit tragen, dazu muss nicht mehr Fasching sein.
    6. Dadurch sind wir jetzt mit polizeilichen Einsatzgruppen mit Maske gleichgestellt.
    7. Kriminelle Kräfte haben deshalb die Emanzipation, die Gleichstellung zur Exikutive geschenkt bekommen vom Staat.
    8. Jeder der sich ab nächste Woche nicht daran hält, wird bloßgestellt, mit Strafe bedroht, wenn er demaskiert seinen
    persönlichen Pflichten und seinen extenziellen Grundnotwendigkeiten nach geht.
    9. Die Maske erzeugt und unterstützt dadurch Mißtrauen und Angst und immer weniger gehen vor die Tür.

    Dadurch schafft man es, den persönlichen Austausch von Menschen fast gänzlich zu unterbinden. Und hach, aufgepasst, für mich ist persönlicher Austausch kein Smart-Ph. gell. Man unterbricht hier auch massiv den Handel und Wandel und die Lust auf konsumieren oder sich was anzuschaffen, wird fast vollkommen eingedampft Unterbindet was Mensch sein ausmacht. Und die Frage, wen oder was dient es, wird auch relativ, weil man sich vorkommt, wie in einem verrückten Endzeitfilm.
    Es stellt nur eine Frage, schaffen wir das ? Der Anfang ist getan, »Fear mask walking«.«
    Zitat-Ende

    Ich kann dieser Darstellung zu unserem fränkisch-bayerischen MP aus dem »Arbeiter-Viertel« Nürnberg-Gos(ch)tenhof nichts mehr Treffenderes hinzufügen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Datenschutzinfo