Gesichtet

Darwin, das Christentum und die Hölle

Von Charles Darwin stammt der Ausspruch: „Ich kann es kaum begreifen, wie jemand, wer es auch sei, wünschen könnte, die christliche Lehre möge wahr sein; denn wenn es so ist, dann zeigt der einfache Text [das Evangelium], dass die Ungläubigen, und ich müsste zu ihnen meinen Vater, meinen Bruder und nahezu alle meine besten Freunde zählen, ewige Strafen verbüßen müssen. Das ist eine abscheuliche Lehre.“

Hat Charles Darwin mit dieser Kritik Recht?

Ein einfaches Ja oder Nein wird der aufgeworfenen Frage wohl nicht gerecht. In seiner Aussage rührt Darwin an ein schwieriges, vielleicht das schwierigste Thema des christlichen Glaubens, das in der – manchmal vorgeschobenen, manchmal wirklich erschütterten – Frage mündet, wie ein guter Gott eine ewige, inhaltlich wie zeitlich unbegrenzte Strafe gegenüber einem begrenzten Geschöpf verhängen, ja auch nur zulassen kann.

Über die Möglichkeit einer Hölle, darum geht es hier, wird seit 2.000 Jahren nachgedacht und geschrieben und die Antworten der christlichen Theologie reichen in ihren Extremen von der Ablehnung einer Existenz der Hölle bzw. ihrer schlußendlichen Überwindung (Apokatastasis – Wiederherstellung von Allem) bis zu der Vorstellung einer massa damnata, einer übergroßen Zahl an zur Hölle verdammten, jedenfalls im Vergleich zur als gering angenommenen Zahl der Geretteten im Himmel.

In jüngerer Zeit wurde der Versuch unternommen, beiden Extremen gerecht zu werden, demnach gibt es eine Hölle, aber sie ist leer – wobei dann nicht nur der Ort, sondern auch der Begriff entleert wird, so daß sie faktisch doch inexistent ist.

Gott als letzter Richter

Ich persönlich glaube mit der Kirche, daß die Hölle existiert. Ich glaube, daß sie ewig ist und nicht, daß sie leer ist, ohne dabei von einer massa damnata auszugehen. Gott ist sowohl unendlich barmherzig wie unendlich gerecht. In seiner Barmherzigkeit wird er jedem Menschen gerecht, der das erntet, was er gesät hat, wie Paulus sagt (Gal 6,7). Gott ist der letzte Richter, was nicht nur heißt, daß er dem Menschen seinen Lohn zuteilt, sondern auch und vor allem, daß er berichtigt, ausrichtet, aufrichtet, den Entrechteten zum Recht verhilft – und damit auch dem Rechtsbrecher. Ein Gott, der unterschiedslos über das Geschehene hinwegginge, würde nicht richtig stellen, wäre nicht gerecht und auch nicht barmherzig.

Es versteht sich in diesem Zusammenhang von selbst, daß Barmherzigkeit, wie sie Gott vom Menschen verlangt und selbst zu schenken bereit ist, etwas völlig anderes ist, als das permissive Abnicken des Geschehenen, wie es gegenwärtig im gesellschaftlichen und kirchlichen Mainstream verstanden wird. Es ist vielmehr die freie, ungeschuldete Zuwendung vergebender Liebe, die die Tat(en) nicht leugnet und nicht verharmlost, den Täter leben läßt, ohne ihn zum Opfer zu stilisieren und das echte Opfer, die Folgen einer Tat im Blick behält und sie nicht verschweigt.

Diese Barmherzigkeit Gottes ist nicht bedingungslos – sie ist geknüpft an die Bereitschaft des Menschen, seinerseits barmherzig zu handeln (vgl. Mt 18,23-35). Dann aber triumphiert Barmherzigkeit über das Gericht (Jak 2,13), denn Gott will, daß alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen (1 Tim 2,3f), genaugenommen will Er noch viel mehr als die Menschen selbst, daß diese in den Himmel kommen können.

Der Himmel ist nicht für lau zu haben

Daher ist die Vorstellung einer massa damnata wohl nicht haltbar, wiewohl der Himmel nicht für lau zu haben ist. Dazu ist das Angebot einer glücklichen Ewigkeit in tiefster Geborgenheit und Freundschaft mit Gott zu groß und zu kostbar. Es bleibt ein schmaler, anstrengender Weg zum Himmel (Lk 13,24; Phl 3,14).

Dem Menschen wird also viel vergeben, wenn er viel geliebt hat (Lk 7,47). Hier ist ähnlich dem Barmherzigkeitsbegriff vor der modernen Fehlinterpretation zu warnen, bei der Liebe handele es sich um eine Gefühls- oder Hormonaufwallung. Liebe ist vielmehr Absicht, Wille und Tat des schlechthin Guten. Das muß sich nicht angenehm anfühlen, das kann dem Menschen mitunter sogar zuwider sein, den nervigen Verwandten zu ertragen, sich ein böses Wort zu verbeißen, das nette Gespräch an der Hotelbar nicht in einen Ehebruch münden zu lassen.

Der unbedingte Wille zum schlechthin Guten ist dabei mindestens implizit der Wille zu Gott, der nach biblischem Zeugnis die Liebe selbst ist. „Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe“ (1 Joh 4,8). Dieser Ansatz wird auch weiterhelfen beim Verständnis bzw. der Korrektur des auch in dem Zitat Darwins anzutreffenden Mißverständnisses bezüglich des Ausschlusses der Ungläubigen vom ewigen Heil. Nicht Glaubenszweifel oder eine nichtkatholische Religionszugehörigkeit pflastern den Weg zur Hölle, sondern die Ichsucht und die Lieblosigkeit. Deshalb ist das Tun des Richtigen, die Liebe nie nur (bewußte wie unbewußte) Befolgung der Gebote Gottes, sondern Teilnahme am göttlichen Leben und Sein – schon auf dieser Seite der Ewigkeit.

Wo diese mindestens implizite Teilnahme aber fehlt, da kann es dann keine Gemeinschaft mit Gott in der Ewigkeit geben. Die großen Schlächter der Weltgeschichte mögen uns warnende Beispiele sein, denn wenn auch die Kirche von keinem Menschen lehrt, daß der Betreffende sicher in der Hölle ist (im Unterschied zu den Heiligen, von denen der Katholik zu glauben hat, daß diese im Himmel bei Gott sind), so kann man doch mit moralischer Gewißheit annehmen, daß diese Personen im Laufe ihres Lebens so wenig barmherzig waren, so wenig geliebt haben und im letzten Moment (auf den so viele, vermutlich vergebens ihre Lebensplanung ausrichten) so wenig von Reue und Umkehrwillen ergriffen waren, daß ihnen die himmlische Heimat auf ewig versperrt sein wird.

Stunde der Rechenschaft

Warum ewig, warum nicht nur (zeitlich) begrenzt, wie ja auch ihre Übeltäterei, so schlimm sie auch gewesen sein mag, immer begrenzt war? Weil sie wohl, wenn ihr biologisches Leben unbegrenzt gewesen wäre, keineswegs mit Unterdrückung und Völkermord irgendwann aufgehört hätten. Oder denkt jemand ernsthaft ein Hitler oder Stalin wären nach ein paar hundert Jahren Gewaltherrschaft zu frommen Büßern mutiert? Nein, das Heil ist zu Lebzeiten zu wirken und irgendwann kommt die Stunde der Rechenschaft.

Und dabei geht es dem Menschen bedeutend besser als dem Engel, der sich nur einmal im Augenblick seiner Erschaffung für oder gegen Gott entscheiden konnte. Solange wir leben, können wir immer wieder die Liebe erkennen und gläubig annehmen (1 Joh 4,16). Die zahllosen Heiligen, die tatsächlich nach einem wilden, gottfernen, manchmal brutalen Leben umgekehrt und zu einer Neuausrichtung an der Liebe gekommen sind, bezeugen dies.

Aus dem Gesagten läßt sich daher zumindest in Ansätzen das Wesen der Hölle beschreiben. Die literarischen und künstlerischen Darstellungen der Höllenstrafen von Dante bis Bosch sind dabei genau dies: Ausmalende Deutungen der unvorstellbar schrecklichen Realität des vollständigen und unwiderruflichen Scheiterns eines Menschen. Es ist der Sturz in dunkle, kalte Einsamkeit in aktiver wie passiver Lieblosigkeit begleitet von dem verzweifelten Wissen, daß es auch unendlich anders, unendlich besser hätte werden können, weil die zu Lebzeiten nicht gelebte Liebe in Wirklichkeit mehr als genug Liebe vorrätig hat für jeden Menschen, um in den Himmel zu kommen.

Für den modernen Menschen, zu denen wir als einen ersten Vertreter auch Charles Darwin ausweislich seines Zitates rechnen dürfen, stellt das Gesagte freilich eine Drohbotschaft dar – in Abhebung zur Frohbotschaft, die Jesus eigentlich vertreten und gepredigt habe. Keine wirklich neue Idee – schon im ersten Jahrhundert stellte der römische Theologe Marcion einen alles verzeihenden Jesus des Christentums dem angeblichen Rachegott des Alten Bundes gegenüber, was natürlich nicht ging ohne erhebliche Eingriffe in die Integrität der Schrift, etwa dem Matthäusevangelium. Die Angst, von bloßen Texten getriggert zu werden, treibt also nicht erst in der Gegenwart Geschwätzwissenschaftler*innen um.

Schlechte Nachrichten überbringen

Nun ist der Begriff Evangelium nicht mit „Sorglosigkeitsnachricht“ zu übersetzen, sondern mit „guter Nachricht“, frohe Botschaft ist nicht Verantwortungslosigkeitsbotschaft. Im Gegenteil. Was nämlich im Alltag gilt, das gilt in Glaubensdingen analog. Niemand wird sich etwa beim Deutschen Alpenverein über die Kleidungs- und Verhaltensregeln in Gebirge und Hochgebirge beschweren. Die Warnung vor falschem Schuhwerk, die strikte Einhaltung der markierten Wege – all dies ist keine Drohung. Es verhindert Schlimmeres, mitunter gar den Verlust des Lebens. In diese Natur sind Gesetze der Gravitation, der Meteorologie, der Biologie hineingelegt, die sich nicht ignorieren lassen, die vielmehr beachtet werden müssen beim grundsätzlich dem Menschen möglichen Aufbruch nach ganz oben.

Ergänzend kann man natürlich den Überbringer subjektiv als schlecht empfundener Nachrichten köpfen (im Original hat man ihn gekreuzigt), das macht die Nachricht aber nicht im objektiven Sinne schlecht oder falsch, abscheulich, um Darwin aufzugreifen.

Auch hier hilft ein Alltagsvergleich weiter. Was würde man wohl von einem Arzt halten, der einen prädiabetischen Patienten vor sich sitzen hat, ihm nichts bezüglich seines Zustands sagt, auf Nachfrage sogar abwiegelt, ein „Weiter so“ empfiehlt und mögliche längerfristige ernsthafte Konsequenzen wie Erblindung, Nierenschäden und Amputation in Abrede stellt? Eben.

Es ist einerseits tief menschlich, als schlecht empfundene Nachrichten nicht hören zu wollen, andererseits scheint dies aber auch geradezu ein extremes Charakteristikum der Neuzeit zu sein, man denke an die als „safe spaces“ bezeichneten Heulzimmer für den Studenten, Verzeihung Studierenden, der mit einem als mikro-, makro- oder sonstwie aggressiv wahrgenommenen Text konfrontiert wurde, überhaupt die einseitige, aber als divers belogene Ideologisierung von Politik und Kultur, deren Ziel in einem wie auch immer gearteten guten Gefühl für auch noch die letzte Minderheit besteht.

Realität ist das, was nicht weggeht

Klar, daß das Christentum mit seiner Botschaft da im Weg steht – und auch von den Vertretern der genannten Position bekämpft, oder besser gesagt von innen heraus zu verharmlosen versucht wird. Aber die gute, unverkürzte Nachricht bleibt: Wir wissen, was Sache ist, wir wissen um die Hölle und wir haben alle Mittel an der Hand und kennen den Weg, dort nicht hineinzukommen. Es gilt das Wort des amerikanischen Science-Fiction-Autors und als Nichttheologen unverdächtigen Philip K. Dick, demzufolge Realität das ist, „was nicht weggeht, sobald man nicht mehr daran glaubt“.

Dem genannten Zitat von Darwin nähert man sich nun aber am besten nicht philosophisch-argumentativ oder theologisch-spekulativ, sondern einfach als Seelsorger. Ein Seelsorger hört zunächst einmal zu und versucht zwischen den Zeilen aufmerksam zu sein. Mit nunmehr einem guten Vierteljahrhundert in der Seelsorge glaube ich – bei aller Möglichkeit des Irrtums – doch recht gut einschätzen zu können, was sich hinter einer Aussage verbirgt, zumindest verbergen könnte, denn das genannte Zitat ist bei vorhandenem Variantenreichtum doch recht typisch und begegnet immer wieder.

Es geht also nicht um die Frage, ob die Aussage richtig ist oder falsch, sondern was damit zum Ausdruck gebracht werden soll, wo der Schuh drückt, drücken könnte – und welche andere Perspektive zu zeigen ist, auch wenn – wie im vorliegenden Fall wohl keine unmittelbare, vielleicht auch keine mittelbare Änderung des Standpunktes zu erwarten ist. Aber das echte Ernstnehmen des Gegenübers ist immer Ausdruck der verlangten Liebe im genannten Sinne.

Interessant ist zunächst die Beobachtung, daß Darwin hier in seiner Ablehnung der christlichen Lehre als Ganzes nicht seine eigenen naturwissenschaftlichen Erkenntnisse ins Feld führt. Er mag das an anderer Stelle tun, hier nicht. Und das obwohl diese dem biblischen Schöpfungsbericht doch zuwiderlaufen scheinen. Als Grund seiner Gegnerschaft zum christlichen Glauben bzw. dessen Wahrheitsanspruch gibt er die Sorge, ja das Mitgefühl um das ewige Geschick seiner nächsten Verwandten und Freunde an, die im christlichen Sinne nicht gläubig sind. Implizit mag er da auch an viele andere Menschen in der gleichen Lage denken. Das ist erst einmal sehr positiv zu werten, anscheinend ist niemandem, auch nicht den härtesten Gottesleugner der Begriff des Guten, der Sorge um den Nächsten, die Liebe und das Mitgefühl fremd.

Nächstenliebe

Die Sorge um den Nächsten verdeckt bzw. will aber verdecken den eigentlichen Kern der Aussage. Es handelt sich hier nämlich um eine Asking-for-a-friend-Aussage. Verwandte und Freunde werden zwar bemüht, aber im Wesentlichen geht es um Charles Darwin selbst, um sein eigenes Heil. Und er setzt dem christlichen Glauben kein inhaltliches, naturwissenschaftliches Argument entgegen, auch nicht die Empörung über die Vielen, die die christliche Lehre für wahr halten, sondern die Sorge, daß diese wahr sein könnte. Man kann das nicht wollen, denn das betrifft auch mich und das ist abscheulich.

Dieses Phänomen findet man in der Seelsorge immer wieder. Vom amerikanischen Bischof Fulton Sheen ist die Begebenheit überliefert, in der er auf einen jungen katholischen Kaplan traf, der sich ihm gegenüber laut und deutlich über den Reichtum der Kirche beklagte. Auf die Gegenfrage nach einer Zeit der Überlegung, wieviel Geld denn der junge Geistliche aus der Kirchenkasse genommen habe, wurde dieser sehr still.

In beiden Fällen ist das Grundanliegen sehr berechtigt und ein guter Seelsorger wird darauf eingehen und auf ein entsprechend mögliches Handeln aus christlicher Perspektive verweisen, das Gebet für Verwandte und Freunde etwa, oder einen persönlich bescheidenen Lebensstil. Ob er damit das Grundproblem lösen und die Haltung des Gegenübers ändern wird, steht auf einem anderen Blatt und ist zumindest sehr fraglich. Bei dem Darwinzitat und in vielen ähnlich gelagerten Aussagen kommt nämlich ein Umstand zum Tragen, der als „Plausibilität des Unglaubens“ bezeichnet werden kann.

Der Glaube sucht das Verstehen

Beim Glauben handelt es sich anders als in der verbreiteten Ansicht nicht um ein wie auch immer geartetes, unbestimmtes religiöses Gefühl, sei es Furcht oder Freude im Hinblick auf etwas als transzendent Erlebtes, das sich irgendwie Bahn bricht (und was sich prinzipiell auch durch sex, drugs, and rock’n roll herstellen läßt), sondern um einen Akt des Willens, um eine bewußte Zustimmung zu einer von außen empfangenen Glaubenslehre. Da der Glaube das Verstehen sucht, wird der Glaubende versuchen alle Umstände, Personen, Dinge, die ihm begegnen, in seinen Glauben einzuordnen.

Er wird Antworten finden müssen auf die Frage nach Sinn und Zweck des Leidens, auf seine eigenen Sünden, die Deutung von Fehlschlägen in seinem Leben, Borniertheiten kirchlicher Oberer, die Sinnhaftigkeit von Traditionen usw. Er wird versuchen, all dies so einzuordnen, daß es ihm in Hinblick auf seinen Glauben plausibel erscheint. Und für den willentlich Glaubenden stellt die Summe dieser Überlegungen, wie die Einzelbegebenheiten dann keine Versuchung zum Unglauben dar, sondern bestandene Proben.

Umgekehrt wird der nicht glauben Wollende von keinem Argument überzeugt werden, alles, was ihm begegnet wird zum Beweis der Richtigkeit seiner Glaubensablehnung. Und jedes vorgebliche Hindernis zum Glauben, das man beseitigte, zöge weitere Hindernisse nach sich. Deshalb ist es nicht zielführend in der Seelsorge etwa über die priesterliche Ehelosigkeit zu diskutieren, oder die nur Männern vorbehaltene Priesterweihe und hier die Vorbehalte auszuräumen. Es gibt nämlich genug christliche Gruppen, wo das überhaupt kein Problem darstellt – nur es werden ihnen nicht gerade die Türen eingerannt.

Eher wäre zu fragen, warum das Gegenüber im Innersten im Ganzen oder zu Teilen nicht glauben will, ob es einen Lebensentwurf gibt, der nicht zum Christentum paßt, oder – und das ist leider sehr häufig – irgendetwas in der Vergangenheit vorliegt, das man sich selbst nicht vergeben kann oder von dem man meint, daß es nicht vergeben werden könnte. Ein noch nicht lange verstorbener bekannter Theologe hat bis zum Schluß die Existenz der Hölle entschieden verneint – ich persönlich bin den Verdacht nie losgeworden, daß eine unaufgearbeitete Kriegserfahrung dem zugrunde gelegen haben könnte.

Glaube vorleben

Hat Charles Darwin recht mit seiner Aussage? Subjektiv ganz sicher, das ist es, was ihm plausibel erscheint, das ist es, was er glauben bzw. nicht glauben möchte. Und die Sorge um seine Verwandten und Freunde, mag sie auch vorgeschoben sein für die eigene Glaubenslage, erscheint fundierter als die doch oft sehr unreflektierte Hexenverfolgung-Kreuzzüge-Ablaßhandel-Gottlosigkeit, die noch nicht mal Gegenwärtiges ins Feld führt.

Man kann als Christ dagegen argumentieren, auch wenn es nicht viel bringt. Man sollte als Christ besser den eigenen Glauben einfach vorleben, wie er ganz selbstverständlich das eigene Leben prägt und ordnet. Und man kann Darwins Satz aufgreifen und ihn als Ausdruck der Plausibilität des eigenen Glaubens wenden.

Es ist schließlich kaum zu begreifen, wie jemand, wer es auch sei, wünschen könnte, die christliche Lehre möge unwahr sein. Denn es zeigt doch schon der einfache Text des Evangeliums, zu welcher Größe der Mensch berufen sein kann. Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es. Und wenn wir auch in unserem Leben vieles erfahren müssen und vieles einander antun, so wissen wir doch, daß im Himmel ein guter Vater auf uns wartet. Wir werden nicht einfach verwesen. Irgendwann finden mein Vater, mein Bruder, die Freunde und hoffentlich auch ich ewige Freude. Wir werden uns wiedersehen. Was für eine wunderbare Lehre!

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(Bild: Darwin)


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