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Das »Killermandat« der Anja Sturm

anja_sturmAnja Sturm verteidigt zusammen mit zwei Kollegen Beate Zschäpe im NSU-Prozeß. Sie betont immer wieder, sie habe dieses Mandat übernommen, weil gerade dieser brisante Prozeß besonders fair und rechtsstaatlich ablaufen müsse. Jeder Angeklagte habe zudem ein »Grundrecht auf Verteidigung«. Leider sehen das nicht alle so. Sturm muß deshalb gerade aus Berlin flüchten.

Man hat sie aus ihrer Kanzlei herausgemobbt. Schnell war danach auch klar, daß sie nicht in einer anderen Kanzlei in Berlin unterkommen wird. Ein Kollege erklärte ihr, die Verteidigung von Zschäpe sei ein »Killermandat« für jede Kanzlei. Nun zieht Sturm nach Köln zu ihrem Kollegen Wolfgang Heer, mit dem sie gemeinsam Zschäpe vertritt.

Diese erzwungene Flucht ist eine Schande für unseren liberalen Rechtsstaat. Der Fall »Anja Sturm« beweist einmal mehr, wie wenig dieser Rechtsstaat funktionieren kann, wenn ein Klima der Unfreiheit herrscht. Wenn ein Strafverteidiger sozial isoliert wird, nur weil er die »falschen« Mandate annimmt, ist das »Grundrecht auf Verteidigung« nichts mehr wert. Noch schlimmer: Zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung werden die Verteidiger zu Mitangeklagten.

(Bild: Harald Bischoff / CC / Wikipedia)

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

2 Kommentare zu “Das »Killermandat« der Anja Sturm

  1. Urwinkel

    Die Frau solltet ihr mal zur Rede stellen. Das wäre brisanter als der Fall Krienen. Aber die Sturm wird vermutlich nicht mitmachen, darf es auch nicht.

  2. Was ist das fuer eine Weichei-Firma, diese Weimann & Meyer – Kanzlei aus Berlin, als Strafrechtsanwaelte ist es doch schon fast normal, dass man sich als Anwalt unbeliebt macht, z.B. bei den Opfern. Ich befuerchte, diese Anwaelte haben ihren Beruf verfehlt. Wuerde man mir eine Straftat unterstellen, ich wuerde diese Anwaelte wohl nicht beauftragen.

    In Berlin scheinen auch ueberwiegend Tuerken straffaellig zu werden, ich zitiere:
    »Denn in der Kanzlei Weimann & Meyer wachse die Sorge um den Ruf bei Mandanten mit tuerkischen Wurzeln,…« Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/nach-kritik-von-kollegen-zschaepe-anwaeltin-verlaesst-berliner-kanzlei-und-die-stadt/8554790.html

    Allerdings ist unter http://www.weimann-meyer.de/sturm.html Anja Sturm derzeit am 30 Juli 2013 noch zu sehen.

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