Gesichtet

Das Müllproblem der „Erneuerbaren Energie“

Das Jahr 2020 markiert schon lange für das bundesdeutsche Konzept „Erneuerbare Energie“ eine Art magische Grenze. Denn in diesem Jahr laufen die im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) zugesagten Subventionen für die Windkraftanlagen in Deutschland aus.

Und pünktlich wie die Maurer hat das Umweltbundesamt verkündet, es „drohen Energieengpässe bei den Recyclingkapazitäten und Risiken für Mensch und Umwelt beim unsachgemäßen Rückbau“ der ausgedienten Anlagen.

Demontage der Energiewende

So werden nun Stück für Stück alle Anlagen, die im Jahr 2000 installiert wurden, erst vom Netz genommen und anschließend demontiert. Freilich werden nach offizieller Lesart vor allem die Leistungsschwäche und Ineffizienz zu heutigen Anlagen als Gründe genannt. Aber der eigentliche Grund wird wohl ein anderer sein: Das Auslaufen der durch das EEG garantierten Fördermittel.

Im EEG wird den sogenannten Erneuerbaren Energien eine Subvention über einen Zeitraum von 20 Jahren zugesichert. Und das ist auch notwendig. Schließlich ist hinlänglich bekannt, dass volatile Energieerzeuger – also Anlagen, die nicht bedarfsgerecht, sondern umstandsbedingt Strom liefern – sich nur dann wirtschaftlich konkurrenzfähig betreiben lassen, wenn sie subventioniert werden; in diesem Fall durch den deutschen Steuerzahler. Dass dieser Umstand streng genommen ein Widerspruch in sich ist, sei an dieser Stelle einmal so dahingestellt.

Eine unmittelbare und notwendige Kausalität zwischen den „Erneuerbaren Energien“ und den Subventionen lässt sich indes aus der EEG-Umlage feststellen. So stieg mit zunehmendem Ausbau von Wind und Solarstrom auch die Umlage. Lag sie beispielsweise 2010 noch bei 2,05 Cent pro kWh, wird sie im Jahr 2020 6,76 Cent/kWh betragen; eine Steigerung von rund 330 Prozent in gerade einmal einem Jahrzehnt.

Es ist also alles andere als verwunderlich, wenn die Betreiber besagter Windkraftanlagen nun beschließen, diese nicht mehr weiterzubetreiben, auch wenn rein bautechnisch dem nichts im Wege stehen würde. Auch ist es nicht erstaunlich, dass das Umweltbundesamt (UBA) ab 2021 mit einem verstärkten Rückbau von Anlagen rechnet, da ab diesem Jahr jährlich neue Anlagen hinzukommen, die aufgrund des Auslaufens der Subventionen nun schlicht nicht mehr rentabel sein werden.

27.000 Anlagen werden stillgelegt, doch niemand will die Entsorgung bezahlen

Damit fallen aber auch Millionen Tonnen von Beton, Stahl und Aluminium an, die neu verwertet werden müssen. Dabei entpuppen sich vor allem die Rotorblätter als Problem, da diese aus einem speziellen faserverstärktem Kunststoff bestehen. Und es gibt nur eine einzige Anlage in Deutschland, die diesen Kunststoff verwerten beziehungsweise entsorgen kann.

Außerdem wird laut UBA ab 2038 eine Finanzlücke von über 300 Millionen Euro bei der Entsorgung der ausgedienten Windkraftanlagen entstehen. Diese resultiert daraus, dass die Betreiber der Anlagen nicht genug Geld für die Demontage derselben zurückhalten, obwohl sie dazu von Gesetz wegen verpflichtet sind. Aber da in dieser Branche das Leben aus anderer Leute Tasche so etwas wie eine Doktrin zu sein scheint, wird man sich wohl auch hier gedacht haben, der deutsche Steuermichel werde dafür schon aufkommen.

100.000 Tonnen Solarschrott obendrauf

Fest steht: In den kommenden zwei Jahrzehnten werden über 27.000 Windkraftanlagen in Deutschland stillgelegt werden – die Windparks auf See nicht mitgerechnet. Gleiches gilt im Übrigen auch für die deutschen Solaranlagen. Auch hier laufen nämlich nach 20 Jahren die Fördermittel aus. Die Internationale Organisation für Erneuerbare Energien, Irena, geht im Falle Deutschlands bis 2025 von fast 100.000 Tonnen Solarschrott aus. Bis 2030 sollen es sogar über 400.000 Tonnen sein.

Darin enthalten: Unmengen an Silizium, Blei, Zink und Zinn, bisweilen auch geringe Mengen an Silber. Das Recyceln dieser wertvollen Rohstoffe gestaltet sich als äußerst schwierig, da die Metalle allesamt in dünne Kunststofffolien eingeschweißt sind, welche sich nur schlecht entfernen lassen. Daher landet der Solarschrott meist in der Müllverbrennungsanlage und die Metalle sind als zukünftiger Baustoff verloren. Letztlich gilt auch hier: Es gibt keinen auch nur ansatzweise ausreichenden Entsorgungs-Plan.

Dennoch so zu tun, als ob hier ein unvorhergesehenes Problem aufgetreten wäre, ist eine massive Täuschung der eigenen Bürger. Schließlich waren Windkraft- und Solaranlagen von Anfang an auf die Subventionszahlungen angewiesen. Demzufolge war es schon mit der Verabschiedung des EEG ersichtlich, dass der Tag kommen würde, an welchem die installierten Anlagen ausrangiert werden müssen und dass dieser Tag exakt nach 20 Jahren kommt.

Fördergeldabhängige Industrie

Das bedeutet für die Energiewende, dass sie um ein Vielfaches teurerer wird. Denn ab dem nächsten Jahr müssen nicht nur neue Anlagen gebaut werden, um die Kapazitäten weiter zu steigern – es müssen nun auch alte Anlagen in regelmäßigen Abständen durch neue ersetzt werden, weil andernfalls keine Fördergelder mehr fließen, die das ganze Projekt „Energiewende“ im Wesentlichen am Laufen halten.

Von der Idee, die ausrangierten Anlagen ins Ausland zu verkaufen, kann man sich hingegen getrost verabschieden. Denn dort will die Windräder niemand haben. Lieber werden neue Atom-, Kohle- und Gaskraftwerke gebaut. Schließlich wird andernorts eine sichere Stromversorgung als hohes Gut geschätzt.

(Bild: Pixabay)


1 Kommentar zu “Das Müllproblem der „Erneuerbaren Energie“

  1. Es ist ein Märchen von erneuerbaren Energien zu faseln, denn eine Energie die verbraucht ist, kann nicht erneuert werden. Aber »unsere Politiker« und deren Medienpapageien wollen uns das einreden. Aber denen geht es nur darum einen Grund zu finden um uns Bürgern mehr Geld aus der Tasche zu holen.

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