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Das neue Deutschland

hygienemuseumSeit wenigen Tagen läuft im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden die Ausstellung »Das neue Deutschland. Von Migration und Vielfalt«. Bis zum 12. Oktober soll gezeigt werden, daß Menschen schon immer ihre Heimat verlassen hätten. Im Begleitprogramm geht es jedoch auch um die rassistischen Ossis sowie das Spannungsfeld »zwischen Rechtspopulismus und Wertkonservatismus«.

Um die Stoßrichtung der Ausstellung zu erkennen, reicht ein kurzer Überblick über ein paar Presseartikel, die Selbstbeschreibung der Ausstellung sowie das Begleitprogramm.

In der Selbstbeschreibung heißt es:

Und schließlich gibt es in unserer Gesellschaft Rechtsextremismus, militante Islamfeindlichkeit und Rassismus, der nicht vor Gewalt und Mord halt macht. Das ist der Hintergrund, vor dem wir danach fragen, wie »Das neue Deutschland« heute aussieht und wohin es sich in seiner sozialen und kulturellen Vielfalt weiter entwickeln kann.

Was heißt das? In der Ausstellung wird ein wenig Sarrazin-Bashing und Sprachhygiene betrieben (Zigeunersauce). Ansonsten reicht ein einfaches Schwarz-Weiß-Bild: Auf der einen Seite sind Ausländer immer gut und es müssen noch viel mehr kommen. Auf der anderen müssen die Deutschen endlich begreifen, daß sie sich an »Das neue Deutschland« anpassen sollten.

Im Begleitprogramm wird dann deutlich, daß – um diese Propaganda fachgerecht aufbereiten zu können – die Hilfe vom linken Rand benötigt wird. Genauso wie in Marburg sind Experten mit von der Partie, deren Einseitigkeit längst bekannt ist.

So referieren am 30. April 2014 Karin Priester und Alexander Häusler über »Rechtspopulismus und Wertkonservatismus«. Mal sehen, vielleicht gehen wir ja hin und diskutieren ein bißchen mit.

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

3 Kommentare zu “Das neue Deutschland

  1. Zitat:
    »Mal sehen, vielleicht gehen wir ja hin und diskutieren ein bißchen mit.«
    Nun das ist eine gute Idee; ich hoffe Ihr zeigt diesen politisch korrekten Gutmenschentrotteln wo der Hammer hängt!

  2. Matthias Katze

    Ich bin dafür, dass wir am 30. April d.J. eine lebhafte Diskussion führen sollten.

  3. Christoph Hofmayer

    Hier ein kurzer Bericht von der Veranstaltung. Offensichtlich aus Angst vor rechten Mitdiskutanten waren am Einlaß zwei kräftige Securityleute platziert, ein Plakat wies darauf hin, dass rechtsextreme Besucher gegebenenfalls unter Verweis auf das Hausrecht von der Veranstaltung ausgeschlossen würden. Der Veranstaltungsraum war mit circa 50 Besuchern zu einem Drittel gefüllt, es handelte sich überwiegend um Studenten.

    Eva Maria Groß, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bielefeld, begann mit einem sogenannten »Input Referat«, in dem es vor allem um eine von ihr durchgeführte Untersuchung zum Thema Rechtspopulismus ging. Der Rechtspopulismus habe eine inkonsistente Programmatik, kennzeichnend seien das »Syndrom Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit«, sowie die »Ideologie der Ungleichheit«. Von da an sollte die Flut derartiger Wortschablonen nicht mehr aufhören. Der »Wettbewerbspopulismus« greife aktuelle Bedrohungspotentiale auf, Wettbewerbslogik würde in »nationalistische Stereotypen« umgedeutet. Überhaupt tendierten Personen mit stark ökonomistischer Haltung stärker zu »Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit«, erst recht gelte dies für Personen, die sich in der Gesellschaft statusmäßig oben sähen. Absurderweise durften die für die Studie befragten Personen selbst einschätzen, ob sie gesellschaftlich eher oben, unten oder in der Mitte stünden.

    Auch der zweite Referent, Alexander Häusler, erklärte den Zuhörern wie der Rechtpopulismus funktioniert. Im Gegensatz zum historischen NS und der NPD wolle dieser nicht den Systemsturz, sondern nutze z.B. Volksentscheide im Kampf gegen seine Feindbilder Islam, Multikulti und Politische Korrektheit. Laut Häusler bieten Rechtspopulisten ihren Anhängern ein Identitätsangebot, sowie eine Abgrenzung nach unten und nach oben. Deutschland sei Gewinner und nicht Verlierer der derzeitigen Krise der EU, AfD und SVP würden einen »Wohlstandschauvinismus« bedienen«.

    Während sich der erste Vortrag zumindest auf Proseminar-Niveau befand, bräuchte Herr Häusler für derartige Auftritte sicherlich keinerlei Vorbereitung. Er spulte einfach sein gewohntes Programm routiniert ab, schwafelte von einem brüchig gewordenen »cordon sanitaire«. Auch die stets beliebten »Steigbügelhalter« wurden von seiner Co-Referentin bemüht, schuld waren diesmal die »ökonomistischen Haltungen«. Irgendwie fängt es halt es immer an…

    In der anschließenden Diskussion (auch hier wurde zuvor ermahnt, die Antidiskriminierungsregeln einzuhalten und keine pauschalisierenden Aussagen zu tätigen) wurde über die Ergebnisse der rechtspopulistischen Parteien bei der kommenden Wahl zum Europaparlament spekuliert. Die berechtigte Frage, ob das in der Bundesrepublik Deutschland vorhandene Potential von (laut Frau Groß) über 15% von der AfD in der Zukunft ausgeschöpft würde, konnte keiner der Referenten beantworten. Die Diskussion blieb unspektakulär, kontroverse Debatten waren ohnehin nicht erwünscht. Warum der Wertkonservativismus nicht behandelt wurde, warum der angeblich stärker ausgeprägte Rassismus der »bösen Ossis« nicht angesprochen wurde? Auch schon egal, wo jeder im Saal so schön der gleichen Meinung war.

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