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»Den Holocaust instrumentalisieren«

germania_marburgWie es um die Meinungsfreiheit in diesem Land steht, durfte ich am Wochenende in Marburg erleben. Als Referent auf dem Marburger Diskurs habe ich die Thesen aus meinem Büchlein Junges Europa erklärt und dafür plädiert, trotz aller Ablehnung der EU eine positive Vision eines einigen Europas so zu konkretisieren, daß sie den aktuellen politischen Herausforderungen gewachsen ist.

Der Oberbürgermeister von Marburg, Egon Vaupel (SPD), hörte sich die Vorträge bei der Burschenschaft Germania nicht an, wußte aber schon von Vornherein, welche Standpunkte dort vertreten werden. Der Oberhessischen Presse sagte er:

Bei aller Toleranz gegenüber Andersdenkenden: Offen rechtsextreme Gruppierungen, Ideologen, die den Holocaust politisch instrumentalisieren, sind in Marburg nicht willkommen.

Den Holocaust instrumentalisieren? Das ist ein Totschlagargument! Danach hat sich jede Debatte erledigt. Vaupel hat sich dabei nicht einmal die Mühe gemacht, sich mit den Referenten des Marburger Diskurses zu beschäftigen. Ich selbst habe mich noch nie öffentlich zum Holocaust geäußert. Diese Thematik überlasse ich lieber Historikern.

Der Marburger Asta darf in ähnlicher Weise gegen die Burschenschaft und die Referenten hetzen:

Wer in verantwortungsloser Art und Weise offen rechtsextremen, rassistischen, nationalistischen, antisemitischen sowie anti-europäischen Positionen hofiert, so wie es die Marburger Burschenschaft Germania tut, der verhöhnt in unerträglicher Art und Weise die Opfer des deutschen Faschismus und des Zweiten Weltkrieges.

Übrigens gehört zu diesem Asta auch der CDU-nahe RCDS. Wir haben es also auch hier mit einer Allianz von Kräften der Mitte bis nach ganz Linksaußen zu tun. Letzte Nacht griffen die etwas Gewaltbereiteren dieser Allianz das Haus der Marburger Burschenschaft Normannia Leipzig an. Auf Indymedia heißt es:

Mit Farbe und Steinen haben wir sie vor einem langweiligen Fernsehabend bewahrt und für die nötige Spannung gesorgt. Sie wollten doch nur Fernsehen schauen, doch so unschuldig sind die Burschen nicht. Vielleicht schauten sie sogar Nazi-Filme? Bei einer DB-Burschenschaft nicht auszuschließen. Wir haben beschlossen ihnen zu zeigen, wie sich Krieg wirklich anfühlt. Spritzende Farbe und klirrende Scheiben sollten die passenden Effekte geliefert haben.

Die oberhäßliche Stadtpostille aus Marburg hat sich an dieser Hetzjagd ebenfalls beteiligt. Till Conrad hat jedoch schlecht recherchiert und wirft mir Äußerungen vor, die in Wirklichkeit von Erik Lehnert stammen.

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1 Kommentar zu “»Den Holocaust instrumentalisieren«

  1. eulenfurz

    »Die Deutsche Burschenschaft gilt deswegen seit längerem als Sammelbecken für rechtsextreme. Ein Beispiel: In Wien werden Freitagabend schwere Auseinandersetzungen erwartet, weil Rechtsextreme aus ganz Europa sich an einem „Akademikerball“ Wiener Burschenschaften in der Hofburg beteiligen.«

    Diese Kausalketten sind verblüffend. Das Niveau dieser Antifa-Postillen ist erschreckend niedrig.

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