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Frauenturm und Völkermord-Theater

rassismusDer Bund der Steuerzahler hat nachgerechnet, daß jeder Besucher im Frauenturm von Feminismus-Ikone und Steuersünderin Alice Schwarzer 622 Euro Steuergeld kostet. Schwarzer ist das noch nicht genug: Sie fordert mehr Geld, obwohl kaum jemand in ihren Frauenturm kommt, um über die Geschichte des Feminismus zu forschen.

Von 2012 bis 2016 erhält der Frauenturm vom Bundesfamilienministerium 600.000 Euro. Dazu kommen noch jährlich 70.000 Euro vom Land (2011 waren es noch 210.000 Euro). Was leistet das Projekt dafür?

2013 haben 250 Personen in der Bibliothek des Turms recherchiert. 714 Personen nahmen eine Führung in Anspruch. Nicht viel, aber das Familienministerium rechtfertigt dennoch die Förderung: Es gehe um eine »neue Deutungshoheit« und die »Entwicklung nachhaltiger Konzepte mit Blick auf die Gleichstellung von Frauen und Männern«.

Ähnlich  verhält es sich bei anderen Projekten: 1,4 Millionen Euro gehen für »klimafreundliche Senioren« drauf und sogar 3,45 Mill. Euro für »innovatives Tanzen«.

Auch Theater und Kultureinrichtungen müssen sich häufig um staatliche Subventionen bemühen. Ganz andere Probleme hat jedoch derzeit das Stadttheater Konstanz. Dort soll heute eine Uraufführung eines Stücks über die Tötung von Armeniern 1915/16 in der Türkei über die Bühne gehen.

Dagegen gibt es heftige Proteste, auch wenn der SWR nicht allzu deutlich wird, aus welcher Ecke sie kommen. Letztendlich weiß das ja sowieso jeder – auch oder gerade am »Welttag gegen Rassismus«.

Die Premiere des Stücks mit dem Titel Märchen vom letzten Gedanken findet heute jedenfalls unter Polizeischutz statt und die Türkische Gemeinde wird vor dem Theater demonstrieren. Bei diesem traurigen Schauspiel, bei dem es im Vorfeld viele Zugeständnisse seitens des Theaters an die Türkische Gemeinde gab, bleibt nur eins positiv festzuhalten: Ein grüner Kulturstaatssekretär hat nun endlich zwei, drei richtige Dinge erkannt:

Es ist ein sehr schlechtes Zeichen, dass es immer schwieriger wird, über (umstrittene) Themen diskursiv im Rahmen eines demokratischen Meinungsfindungsprozesses zu diskutieren. Und wer soll denn diese Debatten für die Gesellschaft führen, wenn es nicht einmal mehr der Kunst und Kultur erlaubt sein soll, dies zu tun.

Eine große Diskussion über das Theaterstück soll es übrigens nachträglich noch geben: Am 13. April geht es im Stadttheater um »1915: Der Völkermord an den Armeniern – eine Geschichtslücke«. Auf dem Podium werden dann sitzen: Seyhan Bayraktar, Erdal Dogan, Patrak Estukyan (Redaktion AGOS), Raffi Kantian (Deutsch-Armenische Gesellschaft) und Kemal Yalcin (Schriftsteller). Moderation: Wolfgang Koydl (Schweiz-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung).

(Bild: Logo »Welttag gegen Rassismus«)

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