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Deutsche Bank steuert gegen: Ausstieg aus Spekulation mit Nahrungsmitteln

(Pressemitteilung) Die Deutsche Bank prüft den Ausstieg aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln. Das kündigte der Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann in einem persönlichen Schreiben vom 19. Oktober an die Verbraucherorganisation foodwatch an. Ackermann reagierte damit auf die Kritik von foodwatch, nach der die Spekulation mit Agrarrohstoffen die Preise für Nahrungsmittel nach oben treibt und damit Hunger verursacht. Binnen eines Tages unterzeichneten bereits mehr als 10.000 Menschen eine Protest-E-Mail an den Deutsche-Bank-Chef über die foodwatch-Aktionsseite www.Haende-weg-vom-Acker-Mann.de und forderten den Stopp der Nahrungsmittelspekulation.

Am Dienstag hatte foodwatch den Report »Die Hungermacher – Wie Deutsche Bank, Goldman Sachs & Co. auf Kosten der Ärmsten mit Lebensmitteln spekulieren« veröffentlicht. Autor Harald Schumann belegt darin, wie das Geschäft mit hochspekulativen Rohstoffderivaten höhere Preise für Grundnahrungsmittel verursacht und damit die Hungerkrise verschärft. Die Deutsche Bank hatte in verschiedenen Medien noch am Dienstag jeden Einfluss der Spekulation auf die Preise kategorisch ausgeschlossen. In seinem Brief an foodwatch schrieb Ackermann nun: »Ich teile Ihre Betrübnis darüber, dass viele Menschen auf dieser Welt immer noch in Armut leben und Hunger leiden müssen. Die Deutsche Bank wird Ihren Bericht zu den Auswirkungen des Rohstoffhandels daher gründlich prüfen. Sollten sich dabei ausreichende Belege dafür finden, dass diesbezügliche Aktivitäten der Deutschen Bank die von Ihnen beschriebenen Auswirkungen haben könnten, werden wir entsprechende Konsequenzen daraus ziehen. Kein Geschäft ist es wert, den guten Ruf der Deutschen Bank aufs Spiel zu setzen.«

foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode bewertete die schnelle Reaktion als positiv, forderte jedoch ein zügiges Handeln. »Wir erwarten, dass es die Deutsche Bank mit einer Prüfung ernst meint – denn es geht nicht in erster Linie um den Ruf eines Instituts, sondern um Leid und Leben von Menschen. Josef Ackermann trägt persönlich Verantwortung dafür, dass die Rohstoffderivate seines Hauses nicht länger zur Verschärfung der Welthungerkrise beitragen.« foodwatch forderte die Deutsche Bank auf, mit gutem Beispiel voranzugehen und jegliche Spekulation mit Nahrungsmitteln, etwa über Indexfonds, zu stoppen. »Wenn eine der größten Investmentbanken überhaupt aussteigt, unter der Führung von Josef Ackermann, der gleichzeitig Präsident des weltweiten Banken-Lobbyverbandes IIF ist, wäre das ein Signal für die Finanzindustrie insgesamt«, so Bode.

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

1 Kommentar zu “Deutsche Bank steuert gegen: Ausstieg aus Spekulation mit Nahrungsmitteln

  1. http://foodwatch.de/kampagnen__themen/nahrungsmittel_spekulation/report_die_hungermacher/index_ger.html
    [Foodwatch]: »Wie lukrativ Rohstoffspekulation ist, zeigt auch die Tatsache, dass Finanzkonzerne wie Morgan Stanley, JP Morgan, Goldman Sachs oder die Deutsche Bank in den physischen Rohstoffhandel eingestiegen sind und Tanker, Pipelines und Lagerhäuser betreiben.«

    Da betreibt unter anderem die Deutsche Bank Lagerhaeuser fuer Lebensmittel und sorgt dafuer, dass diese Lebensmittel nicht dem vorzeitigen Verderb ausgeliefert sind. Dafuer erhaelt die Deutsche Bank Pruegel von Foodwatch. Meiner Meinung nach hat dieses Geschaeft der Deutschen Bank eher noblen Charakter, ein grosses Problem in der Lebensmittelindustrie ist naemlich, dass Nahrungsmittel vorzeitig verderben. Wuerde die Deutsche Bank dies nicht machen, dann wuerden die Nahrungsmittel noch knapper werden, mit der Folge, dass noch mehr Menschen Hunger leiden muessten. Diese Nahrungsmittel – »Spekulation« scheint eher gut zu sein. Aber anscheinend ist diese Art von Geschaeft dann doch nicht so lukrativ, sonst wuerde die Deutsche Bank nicht ueber einen Ausstieg aus dem Lebensmittelgeschaeft nachdenken.

    Denkt Foodwatch darueber nach, eigene Lagerhaeuser fuer Lebensmittel aufzubauen? Was tut Foodwatch eigentlich gegen den Hunger auf der Welt, ausser mit dem Schimpfwort »Spekulation« zu argumentieren? Die Organisation Foodwatch benoetigt anscheinend nur ein »Feindbild«, um ihre Taetigkeit zu rechtfertigen, wie erbaermlich.

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