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Deutschland europäisches Schlußlicht bei Kindern und Jugendlichen

(via Newsletter des Berlin-InstitutDeutschland hat innerhalb Europas den niedrigsten Anteil unter 18-Jähriger an der Gesamtbevölkerung: 16,5 Prozent. Lediglich jeder sechste Einwohner war im Jahr 2010 also ein Kind oder Jugendlicher. In Island dagegen lag der Anteil unter 18-Jähriger an der Gesamtbevölkerung bei 25,4 Prozent – das ist europäischer Rekord. Der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes zufolge wird der Kinderanteil in Deutschland sogar noch weiter zurückgehen: Wenn die Geburtenhäufigkeit gleich bleibt und der Wanderungssaldo, also die Differenz aus der Zahl der Zuzüge und der Fortzüge, bei 100.000 Personen pro Jahr liegt, dann sinkt der Anteil der unter 18-Jährigen bis zum Jahr 2030 voraussichtlich auf 15 Prozent.

13,1 Millionen Kinder und Jugendliche lebten im Jahr 2010 in Deutschland, allerdings sehr ungleich verteilt auf die Regionen und insbesondere auf Ost- und Westdeutschland: Auf dem Gebiet der ehemaligen DDR wohnten nur 2,1 Millionen Kinder. Und während in Westdeutschland die Zahl der Kinder zwischen 2000 und 2010 um etwa zehn Prozent gesunken ist, betrug der Rückgang in Ostdeutschland sogar knapp 29 Prozent. Das ist ein Ergebnis des jüngsten Mikrozensus, einer jährlich durchgeführten Befragung von einem Prozent aller Haushalte.

Das Sinken der Zahl der Kinder lässt sich mit den niedrigen Geburtenzahlen erklären: Schon Ende der 1970er Jahre fiel die durchschnittliche Kinderzahl je Frau auf 1,5, und seit den 1980er Jahren liegt sie bei rund 1,4, – mit der Folge, dass seither jede Generation ein Drittel kleiner ist als die ihrer Eltern.

In westdeutschen Städten mehr Kinder mit Migrationshintergrund

Etwa ein Fünftel der gesamtdeutschen Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund, ist also selbst zugewandert oder hat mindestens ein Elternteil, das eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt oder die deutsche durch Einbürgerung erhalten hat. Bei den Kindern ist der Anteil der Migranten noch höher: Gut vier Millionen lebten 2010 in Familien mit Migrationshintergrund. Damit stammt rund ein Drittel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland aus einer Familie mit Migrationshintergrund.

In großen Städten und Gemeinden lag der Anteil der Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund höher als in ländlichen Gegenden und im Westen höher als im Osten: Die Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund wohnten zu 91 Prozent im ehemaligen Bundesgebiet. Fast jedes zweite Kind (46 Prozent), das 2010 in einer Großstadt mit mehr als 500.000 Einwohnern lebte, stammte aus einer Familie mit Migrationshintergrund. In Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern lag der Anteil nur bei 13 Prozent.

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

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