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Die Alternative Rechte: Identitär! Europäisch! Konservativ!

Thesen-durch-Fakten-AnschlägeDer Begriff »identitär« taucht in der Blauen Narzisse das erste Mal einige Monate, bevor die Identitäre Bewegung von Frankreich nach Deutschland überschwappt, auf. In der ersten Ausgabe der Thesen-durch-Fakten-Anschläge zu »Europa und Globalisierung« haben wir sechs Grundsatzpositionen unter dem Motto »Pessimismus ist Feigheit« formuliert. Unter 4. heißt es:

Jeder Neuanfang bedeutet zuerst Verzicht und Schmerz. Das neue Europa muß ein identitäres Programm umsetzen. Das stößt auf enormen Widerstand der herrschenden Elite. Diese Vision nimmt daher erst konkrete Züge an, wenn sich eine Opposition formiert, die sich vom allgegenwärtigen Opportunismus abwendet und dabei auch materielle Nachteile in Kauf nimmt. Man kann in der Moderne gut leben, ohne jede Mode mitzumachen. In den letzten Jahrzehnten hat sich Europa auf einen Irrweg begeben, weil es glaubte, allen Konflikten aus dem Weg gehen zu können. Dies führt jedoch nur dazu, daß die Probleme größer werden.

Die Formulierung einer konservativen Europa-Idee war im Jahr 2012 eines unserer Hauptanliegen. Den Bürokratismus der Europäischen Union zu kritisieren und den Souveränitätsverlust der Nationalstaaten zu beklagen, reicht nicht aus. Nur noch ein Katechon Europa kann uns vor den Auswüchsen der Globalisierung retten. Konservative und Rechte haben zu lange den Fehler gemacht, einzig und allein auf eine Renaissance der Nationalstaaten zu hoffen. Die identitäre Europa-Idee muß diese Hoffnung, die ich niemandem nehmen möchte, ergänzen.

Statt auf ein Erdbeben in Berlin zu warten, sollten wir in unserer Heimat anpacken und ein »Haus der Alternativen Rechten« eröffnen. In der zweiten Ausgabe der Thesen-durch-Fakten-Anschläge zu »Jugend und Revolte« haben wir diese Idee vorgestellt:

Die Alternative Rechte setzt auf kreative Nonkonformisten, die sich durch Eigeninitiative auszeichnen.

Zusammen mit ihnen trägt die Alternative Rechte dazu bei, daß in den nächsten Jahren viele alternativ-rechte Jugend- und Kulturprojekte entstehen: Szene-Cafés, Internetradios, Autorenfilmkollektive, Bands, denen es gelingt, unser Lebensgefühl einzufangen; vielleicht kleine Schmieden für die richtige Bild- und Symbolsprache. Vieles ist möglich, man muß es nur irgendwann wagen und anfangen! Jedem steht es selbstverständlich weiterhin frei, die hundertste rechte Sammlungspartei zu gründen. Derjenige, der dies vorhat, soll jedoch wissen, daß die Alternative Rechte ihn einzig und allein nach seinem Erfolg beurteilt. Hat er ihn, hat er alles richtig gemacht. Bleibt der Erfolg aus, war es der falsche Weg. Gleiches gilt für Versuche, über etablierte Parteien wie die CDU den »Marsch durch die Institutionen« anzutreten. Solche Versuche sind in der Vergangenheit schon oft genug gescheitert. Die Alternative Rechte bevorzugt politische und kulturelle Initiativen, die direkt vor Ort in Angriff genommen werden können.

Kaum hatten wir dies geschrieben, erwischte uns ein Rückenwind, in den nur die Fleißigen hineinspringen können, die auch bei geringen Erfolgsaussichten stets tätig bleiben. Die Rede ist natürlich von der Identitären Bewegung, der es mit einer einprägsamen Bildsprache gelungen ist, eine neue Generation anzusprechen. Bis zum heutigen Tage haben wir über 20.000 Aufkleber »Identitäres Europa« in Umlauf gebracht. Viele Leser haben uns schon darüber berichtet, wie glücklich sie sind, wenn sie bei einem Spaziergang durch die Stadt einen solchen Aufkleber entdecken. Dann wissen sie nämlich: Sie sind nicht allein.

Die Identitäre Bewegung und Alternative Rechte müssen nun den Inhalt zu dieser Werbeoffensive liefern. »Identitär! Aber wie?« lautet daher der Zusatz zu den dritten Thesen-durch-Fakten-Anschlägen zum Thema »Umwelt und Konsum«:

Wonach halten die Identitären Ausschau? Wohin zieht es sie? Was haben sie zu tun? Sie müssen im Kleinen anfangen: Wie wäre es mit einer identitären Regionalwährung? Einem Gemeinschaftsgarten? Einem Literaturcafé? Einer Bürgerstreife in Stadtvierteln mit hoher Kriminalität? Einer Umweltschutzorganisation? Nachbarschaftlicher Kinderbetreuung? Die großen politischen Projekte sind schon zu oft gescheitert. Wir aber sind eine Graswurzelbewegung. Wir machen das, was gemacht werden muß.

Für 2013 heißt das: Die Bundestagswahl wird uns nicht groß interessieren. Der Sprung ins Leben muß gelingen! 1813 – 1913 – 1953 – 2013!

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10 Kommentare zu “Die Alternative Rechte: Identitär! Europäisch! Konservativ!

  1. Future Man

    Habe da einen Artikel gelesen:

    http://www.counter-currents.com/2012/11/die-neue-rechte-im-verhaltnis-zur-alten-rechten/

    Mich würde interessieren, ob diese »Neue Rechte« mit der »Alternativen Rechten« der BN kompatibel ist. Vielleicht kann mich da ja jemand mal aufklären.

  2. ja, ist kompatibel.

  3. Die Neue Rechte und die Alte Rechte streben dasselbe Ziel an: Eine Gesellschaft, die nicht nur hierarchisch, sondern auch organisch ist, einen Staats-Körper, eine rassisch und kulturell homogene Volksgemeinschaft, eine Volksgemeinschaft, die von seinem Blut und eines Geistes ist, eine Volksgemeinschaft, die politisch organisiert und souverän ist und dabei ihr eigenes Schicksal kontrolliert.

    Wenn ich das hier nur schon lese wird mir schlecht! Wenn Ihr sowas für kompatibel hällt, dann möchte ich mit BN, IBD nichts zu tun haben. Adieu!

  4. @ Ferdinand:

    Der oben verlinkte Blog, zumindest der übersetzte verlinkte Artikel, bzw. das, was dort als »alte« und »neue Rechte« bezeichnet wird, hat wenig bis gar nichts mit dem zu tun, was in der Neuen Rechten in Deutschland (insb. BN, JF, IfS) geschrieben, gesagt und thematisiert wird. In dem Artikel geht es aus amerikanischer Sicht in erster Linie um den Erhalt der »Weißen« im Zuge des demografischen Wandels in der USA. Da wird schon sehr drastisch formuliert. Die skurrilen Buchverweise auf derselben Seite deuten darauf hin, dass sie wenig seriös ist, jedenfalls nicht dem entspricht, was hier gemeint wird.

  5. Calito: Danke für Ihre Antwort.

  6. Future Man

    Zunächst einmal meinen Dank für die Reaktionen. Mir ist klar, daß CCP ein Forum für die verschiedensten Meinungen ist und dabei auch extreme Standpunkte nicht fehlen.

    Ich finde die Distanzierung in dem US-Artikel von Terror, Völkermord, NS, Faschismus, Einparteienstaat, usw. sinnvoll.

    @ Calito: Ein wenig Zurückhaltung bei der Beurteilung von Büchern, die man nicht gelesen hat, ist schon angebracht.

    CCP bieten u.a. Ernst Jünger und Alain de Benoist (JF-Autor)an. Sie schreiben viel über Evola und andere, die bestimmt keine Nazis waren.

    Warum muß man sich gleich abgrenzen? Vielleicht ist der Dialog mit den gemäßigten Leuten von denen ganz interessant.
    Immerhin reicht deren Spektrum von Nationalanarchisten bis zu
    biederen Konservativen. Vor was hat man hier Angst?

  7. resistance II

    1913? Ein Jahr bevor zig tausende deutscher Studenten, die damals tatsächlich noch die nationale Elite in diesem Land waren, in den Schützengräben verreckt sind? ( Was die anderen Gefallenen nicht abwerten soll!)
    1953? Ehrlich? Für mich sind das keine sehr positiven Assoziationen.

  8. Future Man

    Vielleicht ist dieses Interview mit der Génération Identitaire konsensfähiger?

    Es ist bei der amerikanischen »Alternativen Rechten« erschienen. Beide Seiten haben anscheinend keine Abgrenzungsneigungen, sondern suchen den Dialog.

    Die Franzosen sind wohl eine Nummer härter als die Deutschen:

    http://www.alternativeright.com/main/the-magazine/europa-nostra/

  9. 1913 – Hohen Meißner Treffen

  10. resistance II

    Kannte ich gar nicht. Allerdings war die Außenwirkung, angesichts des europäischen Blutbades ein Jahr später, wohl auch nur marginal. Wichtige Impulse kamen auch 63 und 88 nicht dazu.

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