Anstoß

Die Corona-Politik klassifiziert unsere Toten

Neben vollen Intensivstationen ist ein weiteres Hauptargument der Regierenden für ihre restriktive Corona-Politik die vergleichsweise hohen Todeszahlen. Der Gesundheitsexperte der SPD, Karl Lauterbach, schrieb kürzlich auf Twitter: „Wir brauchen endlich eine Inzidenz von 50/Woche.“ Man fange an, sich an fast 500 Tote am Tag zu gewöhnen, dabei handele es sich um „vermeidbare Einzelschicksale“.

Ganz davon abgesehen, ob die Zahlen an sich überhaupt stimmen – immerhin werden sie immer mit dem Verweis „an oder mit“ versehen und eine Übersterblichkeit für 2020 ist nicht zu erwarten – offenbart sich in der politischen Artikulation dieses Arguments eine Tendenz, die sehr gefährlich ist, weil sie zumindest implizit gegen die Gleichwertigkeit menschlichen Lebens argumentiert.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnte ebenfalls davor, die Todeszahlen nur als eine statistische Größe zu betrachten. „Das sind unglaublich viele Schicksale von Menschen, die gerne Weihnachten gefeiert hätten“, sagte er. Er wies zudem eindringlich darauf hin, viele der Opfer hätten noch ein langes Leben vor sich gehabt. Es sei „unsere absolute Verpflichtung“ weiter am Ball zu bleiben. Die Corona-Todeszahlen der über 80-Jährigen sind aber doppelt so hoch wie aller Menschen zwischen 0 und 79 Jahren.

Grundsätzlich ist jeder Todesfall eine Tragödie. Aber jedes Leben endet nun einmal unweigerlich. Dazu sind wir alle verurteilt. Dabei ist es zunächst egal, ob der Tod durch Alter, Krebs, eine Infektion, einen Herzinfarkt oder einen Unfall den Lebenden aus dem Leben zwingt.

Corona schlimmer als Krebs?

Vonseiten diverser Politiker wird jedoch zunehmend eine Klassifizierung der Toten in diesem Land vorgenommen. Ist der Tod durch eine Corona-Infektion in irgendeiner Weise schlimmer als durch Krebs? Wohl kaum. Dennoch wird tagein, tagaus nur noch von Corona-Toten geredet. Durch die Corona-Politik hingenommenen Todesfälle in anderen Bereichen werden nicht einmal erwähnt und spielen in der politischen Rechnung keinerlei Rolle!

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bekräftigte noch während der Bundestagsdebatte am 18. November: „Wir wollen Leben schützen!“ Was ist aber mit den ganzen anderen Toten in diesem Land, die durch die Corona-Maßnahmen bereitwillig in Kauf genommen werden?

Die Pandemie hat weltweit die Behandlung anderer Erkrankungen in den Hintergrund gerückt. Mit im wortwörtlichen Sinne fatalen Folgen, wie das Beispiel Krebs zeigt: Bereits bei einer vierwöchigen Verzögerung einer Krebsbehandlung lässt sich eine erheblich erhöhte Sterblichkeit statistisch nachweisen. Das ergibt eine Metaanalyse von Wissenschaftlern um den Onkologen Prof. Timothy Hanna, die im renommierten Fachblatt BMJ veröffentlicht wurde. Darin wurden 34 Einzelstudien von über 1,2 Millionen Patienten ausgewertet. Bei Brustkrebs steigert ein Aufschub der Behandlung um zwölf Wochen das Sterberisiko um 26 Prozent. Bei Darmkrebs führe eine verlängerte Wartezeit auf eine OP von sechs auf zwölf Wochen zu einer neun Prozent höheren Todesrate.

Berechnungen zufolge hatten allein durch den Lockdown im Frühjahr verschobene OPs in Großbritannien rund 1.400 zusätzliche Todesfälle zur Folge und in der USA 6.100. Hinzu kommt der Umstand, dass eine verzögerte Behandlung den Verlauf der Krebserkrankung erheblich beeinflusst. Je später operiert werden kann, desto höher sind die Behandlungskosten. Insgesamt wirkt sich die Lockdown-Politik negativ auf alle Krebsbehandlungen aus.

20.000 Knochenmarkspenden fehlen allein in Bayern

Für die Behandlung von Leukämie bietet eine Knochenmarkspende oftmals die einzige Rettung für die Betroffenen. Allein in Bayern fehlen dieses Jahr tausende Spender, wie Hans Knabe von der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) erklärt: „Die Situation ist ernst: Durch Corona fehlen uns in diesem Jahr 20.000 neue Spender. (…) Corona hat schwerwiegende Konsequenzen für das Leben vieler gesunder Menschen, aber für tausende Leukämiepatienten ist Corona eine ganz besondere zusätzliche Bedrohung.“

Die DKMS zeichnet ein ähnlich düsteres Bild. Rund 25.000 neue Spender werden jeden Monat deutschlandweit registriert. „Diese Spender fehlen jetzt“, sagte ein Sprecher. In der Pandemie seien sogenannte Typisierungsaktionen, bei denen sich potenzielle Spender registrieren können, abgesagt worden. Diese finden vor allem als Großveranstaltungen an Schulen, Universitäten oder in Firmen statt. Das bedeutet den Tod für unzählige Leukämiepatienten, Erwachsene und auch Kinder, die noch ein langes Leben vor sich gehabt hätten, Herr Söder!

75.000 zusätzliche Selbstmorde in den USA

Ein anderer Punkt ist die steigende Zahl von Suiziden. Die US-Organisation „Well Being Trust“ geht für die nächsten Jahre von zusätzlichen 75.000 Selbstmorden in der USA aufgrund der Corona-Politik aus. Der Leiter der Notaufnahme des kalifornischen John Muir Mecical Centers, Dr. Mike deBoisblanc, berichtete bereits im Sommer von furchtbaren Entwicklungen: „Wir haben noch nie Zahlen wie diese in so kurzer Zeit gesehen. Wir haben in vier Wochen so viele Suizidversuche wie sonst in einem Jahr.“ Soziale Isolation und wirtschaftliche Existenzangst haben ihren Preis und der wird höher ausfallen, als die Politik es wahrhaben will.

In Deutschland bestätigt sich dieser Trend bis jetzt noch nicht. Dennoch gibt es erste Anzeichen dafür in den sprunghaft angestiegenen Zahlen psychischer Erkrankungen. Man wird die Statistik für 2020 abwarten müssen, um das Suizid-Geschehen bewerten zu können. Diese kommt aber erst Ende 2021 – und bis dahin ist die Bundestagswahl schon vorbei. Einige Mediziner und Psychiater hierzulande rechnen allerdings ebenfalls mit steigenden Suizidversuchen in Deutschland.

Wieso wird dennoch unterschwellig die Parole ausgegeben, dass zukünftig kein Mensch mehr an Corona sterben dürfe, dieser Tod ohnehin immer überflüssig und vermeidbar gewesen wäre? Warum gilt für den Corona-Toten nicht der gleiche Maßstab, der auch für jeden anderen Toten gilt? 30.000 Tote durch Lungenentzündung jährlich sind schließlich auch nur eine Randnotiz wert.

Nein, die Corona-Toten sind nur deswegen „mehr“ wert als andere, weil sich mit diesen mehr Geld verdienen lässt. Jeder Corona-Tote steigert die Macht der Exekutive und mehrt die Hysterie im Volk, das sich dann bereitwilliger impfen lässt und jede noch so objektiv unsinnige „Maßnahme“ gegen das Virus mitträgt.

Diese Politik ist – beabsichtigt oder nicht – mit keinem anderen Wort zu bezeichnen als menschenverachtend. Menschenleben sind egal. Es kommt nur auf das politische Kapital an, das aus den tragischen Einzelschicksalen geschlagen werden kann.


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