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Die Konservativen: Eine Frustrationsgemeinschaft

Was bleibt von der NRW-Wahl aus konservativer Sicht? Unzählige vernünftige Konservative an der CDU-Basis haben ihre Zeit damit verschwendet, den Karrieristen Norbert Röttgen widerwillg zu unterstützen, obwohl er für nichts steht und im Wahlkampf alles falsch gemacht hat. Aber auch nach der Wahl kann es nur noch schlimmer werden: Armin Laschet steht schon in den Startlöchern und ist einer der Kandidaten auf die Röttgen-Nachfolge als Landesvorsitzender der NRW-CDU.

Weiter rechts sieht es nicht besser aus: Das kleine Anhängerhäufchen rund um Pro NRW hat einen mutigen Wahlkampf geführt, provoziert, wo es nur ging, aber dafür auch mächtig Prugel einstecken müssen. Letztendlich hat der große persönliche und finanzielle Einsatz von einigen Wenigen den erhofften Erfolg nicht gebracht und in der Politik zählt eben nur eins: Ergebnisse. Die 1,7 % sichern zwar die Parteienfinanzierung, mehr aber auch nicht.

Abgesehen von den Resultaten, interessiert mich jedoch, mit welchem Gefühl der konservative Basis-CDUler und der Aktivist von Pro NRW zum nächsten Stammtisch kommt. Der CDUler wird herumnörgeln, daß er es doch schon vorher gewußt habe: Mit einer Luftpumpe könne man keine Wahl gewinnen. Man brauche einen charismatischen Spitzenkandidaten, dem der Wähler ein konservatives Programm abnimmt. »Klare Kante zeigen«, wird er sagen und alle werden ihm zustimmen. Niemandem wird jedoch ein Politiker in der CDU einfallen, der wirklich noch konservativ ist. Die Hoffnung stirbt aber bekanntlich zuletzt.

Der Aktivist von Pro NRW geht genauso enttäuscht zum nächsten Stammtisch, weiß aber, woran es gelegen hat: Die Hetze der Medien, die Angriffe der Antifa und die uninteressierten Bürger, die sich nur um ihren eigenen Wohlstand sorgen. Das alles ist absolut richtig, aber es hilft nicht weiter.

Die Konservativen laufen in eine Sackgasse hinein, wenn sie sich als eine Frustrationsgemeinschaft fühlen. Mir fehlt hier der konstruktive Ansatz. Wo sind die Initiativen, die etwas BLEIBENDES hinterlassen? Wo die Projekte, die JUNGE Menschen DAUERHAFT an eine Gemeinschaft binden (unabhängig von Prozenterfolgen)? Wo die Visionen, die das FEUER in den Bürgern entfachen können?

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3 Kommentare zu “Die Konservativen: Eine Frustrationsgemeinschaft

  1. Völlig richtig, wir arbeiten an uns! Pro NRW wird auch in Zukunft da sein und noch bessere Arbeit leisten 😉

  2. Ein unmaßgeblicher Beitrag aus Bayern dazu. Rechts oder links, das interessiert uns wenig. Stellt doch mal die Frage bei jedem Problem, was ist richtig und was falsch? Dann seit ihr alle schon einen Schritt weiter. Denkt mal über das Märchen der Bremer Stadtmusikanten nach. Nun müßtet ihr eigentlich zu dem Schluß kommen, nichts ist unmöglich, denn so gesehen läßt sich auch die politische Räuberhöhle in NRW aufmischen.
    Und jetzt noch an alle “Rechtsparteien”, ihr habt ein Problem mit der Rangordnung. Die Bremer Stadtmusikanten hätten auch keinen Erfolg gehabt, wenn sie sich darüber gestritten hätten, wer in ihrer Formation oben oder unten sitzt. Sie wären alle vier beim Abdecker gelandet. Wie einfach richtige Politik doch zu vermitteln ist, ersehen sie in der täglichen Themensetzung dieses kleinen Gesprächskreises, natürlich auch vieler anderer Internetauftritte, da zählen wir auch BN dazu.
    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/05/14/wenn-wahlen-etwas-verandern-wurden-dann-waren-sie-verboten/

  3. »Wo die Visionen, die das FEUER in den Bürgern entfachen können?«
    Sehe ich auch so, Zukunftsentwürfe sind erforderlich. Diese haben nichts zu tun mit linken Utopien.
    Habe hier mal ein regionales Experiment für Eberswalde gestartet:
    http://www.barnim2020.de

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