Rezension

Die Notwendigkeit der Geopolitik

2015 erschien in unserer Schriftenreihe BN-Anstoß von Gereon Breuer eine Einführung in die „Geopolitik“. Wir drucken hier den Anfang seines zeitlosen Essays ab – in der Hoffnung, daß Sie Interesse an den restlichen 98 von 100 Seiten zeigen, die es aktuell im Sonderangebot gibt.

Politik ist ein Spiel von Macht und Herrschaft. Sie dreht sich in ihrem Kern um Interessen – um Interessen und ihre Durchsetzung. Die Frage, die sich hier unweigerlich stellt, ist die danach, welche Interessen Deutschland hat und was es zu unternehmen bereit ist, diese Interessen durchzusetzen.

Dabei richtet sich die Frage nicht danach, was die Bundesregierung oder präziser die Administration des Auswärtigen Amtes oder des Verteidigungsministeriums für deutsche Interessen hält, sondern welche Interessen sich mit Blick auf die Zukunft Deutschlands ergeben.

Die wichtigsten Interessen sind dabei diejenigen, die in direktem Zusammenhang mit der Selbsterhaltung Deutschlands stehen. Deutschland ist zwar Exportweltmeister, aber damit überhaupt irgendein Endprodukt oder ein Zwischenprodukt Deutschland verläßt, sind Rohstoffe ein entscheidendes Importprodukt. Neben Rohöl und Erdgas als Primärenergieträger, sind das vor allem Metalle und seltene Erden. Sie sind für die deutsche Wirtschaft überlebenswichtig.

Die Gewährleistung der Versorgung mit diesen Rohstoffen wird als Versorgungssicherheit bezeichnet. Sie ist das erste und wahrscheinlich bedeutendste Interesse, wenn es um die Selbsterhaltung Deutschlands geht.

Das zweite Interesse in diesem Zusammenhang ist die Sicherheit. Sie hat zwei Dimensionen: die innere und die äußere Sicherheit. Beide überschneiden sich gelegentlich. Zur inneren Sicherheit gehören Dinge wie die Vermeidung von Kriminalität, der Schutz des Eigentums oder der körperlichen Unversehrtheit. In den Bereich der äußeren Sicherheit fallen Dinge wie die Abwehr von direkten Angriffen, der Schutz vor den Gefahren der Migration oder die Bekämpfung des Terrorismus.

Erst als drittes Interesse im Hinblick auf die Selbsterhaltung Deutschlands ist die Versorgung mit Nahrungsmitteln zu nennen. Deutschland ist nur im Hinblick auf solche Nahrungsmittel auf den Import angewiesen, die hier nicht produziert werden können. Nahrungsmittel der Grundversorgung gehören hier nicht dazu. Das bedeutet, daß die Versorgung mit Nahrungsmitteln primär gegen Bedrohungen von innen geschützt werden müssen.

Ein mögliches Krisenszenario wäre etwa die Verseuchung des Trinkwassers einer Millionenstadt wie Köln oder München mit Chemikalien durch Terroristen. Versorgungssicherheit, die Abwehr krimineller, terroristischer und kriegerischer Aktivitäten sowie die Versorgung mit Nahrungsmitteln – diese drei wesentlichen Interessen der deutschen Selbsterhaltung müssen mit allen Mitteln geschützt werden. Dazu gehört letztlich auch der Einsatz der Bundeswehr, im Inneren genauso wie gegen eine äußere Bedrohung.

Gereon Breuer: Geopolitik. Das Spiel nationaler Interessen zwischen Krieg und Frieden. BN-Anstoß VI. Chemnitz 2015. Sonderangebot: 5 Euro statt 8,50 Euro. Hier bestellen!


Jahrgang 1986, hat Soziologie und Politikwissenschaft studiert und lebt als selbständiger Autor in Köln. Für die Schriftenreihe BN-Anstoß hat er bereits zwei Bände beigesteuert: Geopolitik. Das Spiel nationaler Interessen zwischen Krieg und Frieden (2015). Sowie: Die ganze Wahrheit. Meinungsfreiheit als Herrschaftsinstrument (2016).

3 Kommentare zu “Die Notwendigkeit der Geopolitik

  1. Carlos Wefers Verástegui

    Wow, dachte bisher, Politik sei BLUTIGER Ernst und Kampf, und dass es die Interessen sind, die sich um die Vormacht bzw. Übermacht sowie die Vorherrschaft drehen, nicht umgekehrt. Wenn ich schon mit einem Auge auf der Wirtschaft liege, dann muss ich doch gerade DAS berücksichtigen, nämlich die Monopolstellung. Es sei denn, die untheologische machtökonomische politische Theorie von Machiavell bis Max Weber ist im Irrtum.

  2. Felix Menzel

    Carlos, du bist ein Querulant. Schau dir den Titel des Buches an und du wirst schnell erkennen, daß es in dem Buch sehr wohl auch um Krieg geht. In einem kurzen Ausschnitt läßt sich eben nicht alles transportieren.

  3. Carlos Wefers Verástegui

    Kein Krieg, POLITIK. Politik ist vom Krieg verschieden, der Kampf nimmt in ihr andere Formen an. Im Krieg wahrt die Politik ihren Vorrang, trotzdem die Gewalt in ihm das vorzüglichste Mittel zur Durchsetzung der Ziele ist. Im Krieg ist die Politik »in der Schwebe« gehalten, sie verschwindet nicht. Aber: solange Politik noch Politik ist, und nicht irgendetwas anderes, ist sie doch eine sehr ernste, keine spielerische Angelegenheit.

    »Rüffel« können ihre Berechtigung haben. »Querulant« ist das BBB-Lieblingswort, daher von Beamten, Bundestagsabgeordenen, Betriebsleitern.

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