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»Die politische Rechte steht für Bürgerlichkeit«

Norbert Bolz ist heute mit einem Gastkommentar im Tagesspiegel vertreten. Er sagt das, was wir auch alle denken. Nur darf er in einer höherklassigen Liga vorspielen:

Die Rechte ist gegen den Paternalismus des vorsorgenden Sozialstaates, für mehr Selbstverantwortung und den unzweideutigen Schutz des Eigentums. Die Rechte ist für einen fröhlichen Patriotismus und eine christliche Leitkultur. Die Rechte hält am Vorrang der traditionellen Familie und an einem mehrgliedrigen Bildungssystem fest. Mit einem Wort: Die politische Rechte steht für Bürgerlichkeit. Wenn es ihr gelingen sollte, sich als Partei zu formieren, wäre unsere Gesellschaft endlich auch parlamentarisch balanciert. (…)

Wer einen „rechten“ Satz sagt oder schreibt, bekommt viel Zustimmung – hinter vorgehaltener Hand. Das ist das Sarrazin-Syndrom: Du hast ja recht, aber das kann man doch nicht sagen … Hier zeigt sich besonders deutlich, dass sich der nachträgliche Kampf gegen die Nazis in den letzten fünfzig Jahren zu unserer größten Denkblockade entwickelt hat. Sie besteht in der grotesken Gleichung: konservativ=reaktionär=faschistisch. Diese Keule schwebt über jedem, der versucht, sich seines eigenen Verstandes ohne Anleitung der Gutmenschen zu bedienen.

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

4 Kommentare zu “»Die politische Rechte steht für Bürgerlichkeit«

  1. Als REP/FVP-ler der ersten Stunde in BW erinnere ich mit Grausen, mit welchem Personal die verschiedenen Gruppierungen rechts bzw. neben der CDU bisher an die Öffentlichkeit getreten sind.

    Man kann sich einen Jörg Haider oder Pim Fortuyn leider nicht im Katalog bestellen, und doch müssen schon sehr verschiedenartige Talente in einer Person vereint sein, damit so jemand nicht gleich beim ersten Gegenwind hinweggeweht wird.

    Denn es ist doch meistens so, dass die Intellektuellen keine Volkstribunen, die Rhetoriker keine Denker und die Organisatoren keine Menschenfänger sind. Und wenn es dann doch mal gut läuft, fangen schon die ersten an, durchzudrehen oder abzuheben. Siehe Schill und Schönhuber.

    Zurück bleiben verbrannte Flächen auf dem politischen Terrain und Hunderte von Anhängern mit dauerhaft beschädigten Biographien.

    Die von Bolz beschriebenen Werte, die eine Partei rechts der SPD-CDU zu vertreten hätte, würden doch von einer national-liberalen FDP am glaubwürdigsten verkörpert: der Wirtschaft alle Freiheiten verschaffen, solange dadurch nicht die Umwelt geschädigt wird oder abhängig Beschäftigte ausgebeutet werden, den Rechtsstaat bedingungslos verteidigen, den Staat so schlank und effektiv wie möglich gestalten, die Bürger nach ihrer Facon selig werden lassen und die nationalen Interessen der eigenen Gesellschaft im weltweiten Wettbewerb bewahren und dabei gegenüber anderen fair bleiben.

    Doch schon der dritte Versuch, aus der FDP heraus dieses 18-%-Wählerpotenzial nachhaltig zu erschließen, ist letztlich an den charakterlichen Schwächen einer Person gescheitert.

    Davor hatten es Alexander von Stahl und Heiner Kappel versucht, und auch sie konnten keine Mehrheit für sich gewinnen, was nicht weiter verwundert angesichts der teils schillernden Mitstreiter, von denen einer der umstrittene Verleger Klaus Reiner Röhl war und ein anderer beim Gruppensex mit heranwachsenden Jungs erwischt wurde.

    Die Piratenpartei hat sich trotz guter Ansätze umgehend selbst disqualifiziert.

    http://berlin.piratenpartei.de/index.php/2010/01/23/nazifrei/

    Und es ist bereits fraglich, ob auch ein Typ mit allen lobenswerten Eigenschaften wie die eines Karl-Theodor zu Guttenberg es schaffen würde, allen hochgesteckten Erwartungen dauerhaft gerecht zu werden.

  2. Lukas Rudi

    Ich finde Bolzens Text sehr gut. Wäre bei einer erfolgsversprechenden freiheirtlich-konservativen Partei mit von der Partie/Partei 😉

  3. Wer glaubt die Energie zu haben, eine rechte Partei in der BRD zur Macht bringen zu können, der soll das tun. Meine Wählerstimme und Parteispende sind ihm sicher.

    Es wäre meiner Meinung nach aber auch einmal notwendig darüber nachzudenken, ob die Schaffung und Etablierung einer neuen rechten Partei heute, im Jahr 2010, überhaupt noch ein anzustrebendes Ziel ist.

    Ich meine, das Kind ist ohnehin schon in den Brunnen gefallen. Rettung ist eigentlich nicht mehr möglich.

    Eine neue rechte Partei würde nur den Druck aus dem Kessel nehmen. Den Etablierten würde das zu gute kommen.

    Ich denke, der große Knall ist für das dt. Volk die bessere Option.

  4. CDU/CSU soll von den Krankenhäusern aus gehen.

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