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Die Revolution geht los!

antifa_dresdenWas ist nur los in unserem Land und unserer Stadt Dresden? Da gehen ein paar Tausend Leute bedächtig spazieren und alle rasten aus. Man muß sich nur mal diesen Beitrag von Indymedia durchlesen (wir verlinken ausnahmsweise):

Angesichts der derzeitigen Mobilisierungserfolge (neu-)rechter Zusammenhänge ist die Vermutung nicht unwahrscheinlich, dass die etablierten Parteien früher oder später programmatische Angleichungen vornehmen. Alle bürgerlichen Parteien haben gezeigt, dass sie in der Lage sind, von ihren teilweise scheinbar fortschrittlichen Agenden um zu schwenken und das sie sich reaktionären Forderungen bemächtigen können, wenn es dem Machterhalt dienlich scheint.

Weil also die Machterhaltung der Neurechten unmittelbar bevorsteht, denkt die Antifa nun langsam selbstkritisch über die eigenen Aktionen nach – zumal sie immer nur ein paar Hundert auf die Straße bekommt. Schluß mit dem ganzen »Nazis raus!«-Scheiß, schlagen die Indymedia-Autoren nun zum Beispiel vor.

Dennoch will die Antifa an bestimmten Traditionen festhalten:

Um offensichtlich militante, aggresive Neonazikader von NPD, AfD oder wem auch immer ihre Grenzen aufzuzeigen muss eine »radikale Linke« weiterhin auf altbewährte Methoden des Selbstschutzes setzen, dass wollen wir hier noch einmal klar stellen.

Doch es gibt ein Problem:

Wie oben schon einmal angesprochen wurde, halten wir derzeitige Konzepte, wie beispielsweise Massenblockaden nur für begrenzt wirkmächtig. Die derzeitige Mobilmachung rassistischer Bürger*inneniniativen im Raum Dresden führt sie schlichtweg ad absurdum. Bisher wurde noch nicht einmal die Demonstration der Pegida in ihrem Verlauf wirklich gestört. Gleichzeitig finden sich aber seit mindestens zwei Wochen rassistische Demonstrationen in DD Klotzsche statt. Soweit wir wissen gab es dort noch gar keine Intervention, da schlichtweg die Kapazitäten fehlen. Massenblockaden a la 19. Februar 2011 fallen an einem wöchentlichen Termin dann gleich ganz aus, mit gutem Recht hat kein Mensch Bock jeden Montag ins bekackte Dresden zu Kurven. Wie wir damit umgehen? Tatsächlich haben wir keine Idee wie wir damit wirklich effektiv verfahren können.

Was also kann die Antifa besser machen, um die Revolution der Reaktionäre aufzuhalten?

Die starre Konzentrierung auf den eigenen radikalen Habitus und die zur Schau gestellte Gewaltaffinität halten wir für sinnfrei. Einerseits wird es uns erdenklich wenig bringen alle Teilnehmer*innen der Pegida amtlich ins Krankenhaus zu schicken, davon wird ihre Demonstration vermutlich nur radikaler werden. Diese Radikalisierung kann die Dresdner Linke derzeit definitiv nicht auffangen und aushalten und diejenigen die die Opfer einer offenen Konfrontation sein werden sind am Ende scheinbar nicht »Biodeutsche«.

 

(…)

 

Es gibt einen guten Grund, warum antifaschistische Praxis heute da aufhört, wo es um das Töten von Menschen geht.

Das ist also die neue Stategie der Antifa? Keine Gewalt mehr. Kein »Töten von Menschen«. Reicht das? Vielleicht sollte die Antifa noch einmal darüber nachdenken, was wirklich wirkungsvoll die Revolution verhindert.

Vor einigen Minuten erhielt ich eine Nachricht von jemandem, der sich sicher ist, die ganze Lage ganz genau zu überblicken. Ich zitiere inkl. aller Rechtschreibefehler:

Hallo Patrioten und Heimatliebende!!!

 

Es zeichnet sie ein Bild ab, das eine Revolutuon nur noch schwer zu unterbinden sein wird! Das zeigen die stetig steigenden Demos gegen unseren Unrechtstatt usw usw! Folgendes muss ich Euch an die Hand geben: »Wenn das Internet abgeschaltet wird, weißt Du es ist Krieg«! Und das wird geschehen, weil es den Informationsaustausch damit schlagartig unterbindet! In einem solchen Fall, werden auch jegliche Telefone schweigen und kein Netz finden! Ich lege es daher jedem nahe, sich zwingend ein Funkgerät zu zulegen!

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

7 Kommentare zu “Die Revolution geht los!

  1. Peter Herbst

    Ich interpretiere die Indymedia-Aussagen eigentlich anders:
    »Alle bürgerlichen Parteien haben gezeigt, dass sie in der Lage sind, von ihren teilweise scheinbar fortschrittlichen Agenden um zu schwenken und das sie sich reaktionären Forderungen bemächtigen können, wenn es dem Machterhalt dienlich scheint.«

    Die Antifa sieht sich hier als die einzige Kraft, welche wirklich eine »fortschrittliche Agenda« verinnerlicht hat. Sie sieht sich als einzige Hüterin der Wahrheit. Die bürgerlichen Parteien – das weiß sie ja seit der unseligen Dimitroffschen Faschismusdefinition – werden aus Gründen des Machterhalts den Pakt mit dem Teufel eingehen.

    Alles, was die Antifa als »bürgerlich« definiert, ist per se zu bekämpfen. Derzeit die »rassistischen Bürger*inneniniativen«, »militante, aggresive Neonazikader von NPD, AfD oder wem auch immer«. Ein Gegner findet sich immer.

    Der Hass der Antifa gegen Andersdenkende ist äquivalent dem islamischen Hass gegen Ungläubige. Darum auch die Sympathie der »Anti«fa für den Islam.

    Und sie sind ja sehr erfolgreich. Derzeit eine Hasskampagne gegen PI-news seitens der Huffington-Post, bei der man den Untergang des Abendlandes zu hören meint.

  2. PEGIDA demonstriert ja nur auf liberaler Ebene gegen den Islamismus und die Überfremdung, also absolut im Rahmen des Liberalismus der ja überhaupt erst der Grund für unsere Lage ist. Die Antifa verschwindet genau so sicher wie die Nazi-Szene da ironischer weise beide nur von »Biodeutschen« vertreten werden. Die »Ausländer« und Angehörigen anderer Ethnien sind, wenn überhaupt, nur auf so einer Antifademo um ordentlich Krawall zu machen. halt so lang bis sie es aus eigener Kraft können wie es gegenwärtig ja bereits in Frankreich, Schweden und England der Fall war. Das Problem wird aber nicht zu lösen sein mit »Wir haben nichts gegen die lieben, sich integrierenden Ausländer«, das Problem ist ihre riesen Anzahl.

  3. Ich frage mich oft, warum bei Texten von Linksradikalen absolut immer unzählige Rechtschreibfehler zu finden sind. Diese Leute sollten auf jeden Fall noch einmal die Grundschule besuchen. (Wobei das wahrscheinlich auch nichts mehr bringt – bei der Ideologie ist das Gehirn mit großer Sicherheit in Mitleidenschaft gezogen worden. Da hilft nichts mehr, auch keine Grundschule.)

  4. Die Antifa-Leute sind überwiegend sehr jung. Sie sollten sich fragen, was ihnen blühen könnte, wenn mal eine andere Richtung, die nicht nur gemäßigt rechts ist, an die Macht kommt. Sie würden dann vielleicht zur Verantwortung gezogen und wenn es noch Jahrzehnte danach wäre.

    Spätestens die Machtergreifung des Islams wird sie jedoch alle auf den Müllhaufen der Geschichte werfen. Noch ist es Zeit für die Antifa, ihre kriminellen Aktivitäten gegen die Rechten einzustellen und der Islamísierung sich entgegen zu stellen. Leider sind die Antifas aber viel zu dumm und primitiv um das zu verstehen. Es gibt keine dämlichere Bewegung,

  5. Wirklich, Chrissen? Sie fragen sich das wirklich?
    Dabei spiegelt der Mangel an Form doch nur den Mangel an Inhalt wider.

  6. @Chrissen
    Mangelhafte Grammatik ist Teil der antideutschen Ideologie.

    @Gewaltlos
    Ihre Dummheit machen sie durch ihren Fanatismus wieder wett. Jeder der schon mal Kontakt mit denen hatte, weiß wie besessen die sind. Dazu kommt, das sie auch noch von staatlicher Seite ordentlich gepampert werden. Wie weit man damit kommen kann, darf man ja gerade im mittleren Osten bestaunen.

  7. Das Problem ist nicht die Antifa. Sie sind nur die nützlichen Idioten der Blockparteien. Die CDU regiert im Bund und in Sachsen. Unter ihrer Verantwortung gibt es keine echte Demonstrations- und Meinungsfreiheit mehr. Ihre Innen- und Polizeiminister dulden gewaltsame Gegendemonstrationen.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2014/12/02/meinungs-u-demonstrationsfreiheit-unter-cdu-herrschaft-gibt-es-nicht/

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