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Diktatur der Konfusion

Der Verleger Andreas Lombard (früher: Krause Landt) betreibt die Internetseite »Die Entdeckung des Eigenen«, auf der vor wenigen Tagen zehn Thesen des französischen Philosophen Bertrand Vergely zur Homo-Ehe erschienen sind.

Der Thesenanschlag ist mit »Die Diktatur der Konfusion« überschrieben und äußerst lesenswert. Vergely führt aus, daß die Ablehnung der Homo-Ehe nichts mit einer generellen Feindschaft gegenüber Homosexuellen zu tun haben muß. Vielmehr stelle sich die Frage, wo die Grenze sexueller Toleranz für den Staat zu ziehen ist.

In einem solchen Fall, wo das Gefühl als Grundlage eines Rechtes jenseits der natürlichen Realität gesetzt wurde, wird bald niemand mehr wissen, wer er im Hinblick auf den anderen ist. Schwerwiegende Identitätskrisen werden die leicht vorhersehbare Folge sein. Die krankhaften Tendenzen eines hedonistischen Individualismus, für den die Realität nicht existiert und nicht mehr existieren darf, werden sich dramatisch verstärken. Wenn der Vater auch Liebhaber der Tochter, die Mutter auch Geliebte des Sohnes sein kann, wird der gängige Begriff der Familie absurd und die erzieherische Autorität der Eltern eliminiert. Die Familie explodiert sozusagen.

 

Wenn nun aber das Inzestverbot fiele, dann würde das auch die Zukunft des Menschen an sich bedrohen.

Vergely denkt die Debatte um die Homo-Ehe, die Frankreich seit Monaten beschäftigt, also konsequent weiter. Wo führt das hin und wo kommt es her? Die Herkunft ist eine bedingungslose Gleichheitsidee, die am liebsten alle Unterschiede der Menschen nivellieren möchte. Und, das ist ein wichtiger Gedanke: Diese Idee führt dahin, den Menschen irgendwann komplett von der Natur abzukoppeln und den wissenschaftlichen Experimenten, die bereits laufen, freie Bahn zu geben. Das könne sich kein vernunftbegabter Mensch wünschen:

Die Preisgabe der Unterscheidung von Mann und Frau oder ihre Reduktion auf bloße Lebenspraxis ist wider die Vernunft. Es ist wider die Vernunft, ein Kind um jeden Preis zu wollen – sei es durch Adoption, Leihmutterschaft oder Samenspende. Und schließlich ist es wider die Vernunft, nicht mehr von Mutter und Vater sprechen zu wollen. – Kurz gesagt, eine juristisch-medizinische Bastelarbeit Familie zu nennen, ist grober Unfug. Die Worte haben ihren Sinn, indem sie auf die Wirklichkeit verweisen. Wenn die Worte nur noch einen Sinn haben sollen, den man ihnen willkürlich zuschreiben kann, haben sie bald gar keinen mehr. Wir befinden uns dann nicht mehr im Bereich der Vernunft, sondern im Bereich der Konfusion. Herrschaft der Konfusion, Diktatur der Konfusion, Konfusion des Denkens und Handelns – müssen wir es wirklich derart übertreiben?

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

2 Kommentare zu “Diktatur der Konfusion

  1. Benjamin Jahn Zschocke

    Krause Landt sollte man sich merken. Über sein aktuelles Buch »Wir sollen sterben wollen« erscheint hier in wenigen Wochen eine Rezension.

    http://www.manuscriptum.de/edition-sonderwege/buecher/neuerscheinungen/titel/landtbauerschneider-sterbehilfe/

  2. Gegen diese unnatürliche Gleichmacherei wird sich letztlich die Natur wehren. In Frankreich gehen schon Millionen auf die Straße.

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