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Ein Blick auf die nackten Zahlen Asiens und Afrikas

1804 lebten eine Milliarde Menschen auf der Erde. Mittlerweile sind es sieben und niemand weiß so recht, wie man die Überbevölkerung stoppen könnte. Experten rechnen damit, daß Anfang des 22. Jahrhunderts 10 Milliarden Menschen auf der Erde leben – davon etwas mehr als ein Drittel in Afrika (heute ca. 15%). Es ist klar, daß solche Zahlen ein gefundenes Fressen für die Entwicklungshilfe-Industrie sind. Die Frage nach der Ernährbarkeit der weltweiten Massen wird deshalb ein Dauerthema bleiben und vermutlich sehen die Lösungen auch in Zukunft genauso dürftig aus wie bisher, weil eben die Weltwirtschaft trotz ihrer gutmenschlichen »Corporate Social Responsibility« andere Interesse verfolgt als das Zulassen einer funktionierenden, dezentralen Landwirtschaft in Afrika.

Ich muß jedoch gestehen, daß ich mir nicht sicher bin, ob wir uns über dieses Problem überhaupt den Kopf zerbrechen müssen. Vielleicht lösen sich Probleme dieser Größenordnung auch stets »metageschichtlich« – ohne den Einfluß des Menschen und der sich allmächtig fühlenden Politik (Stichwort: »Rettung des Klimas«).

Eine Statistik über die Konstanz des prozentualen Anteils Asiens an der Weltbevölkerung, auf die ich gestern gestoßen bin, belegt dabei meine Vermutung: Im Jahr 1000 betrug der Anteil 60%, 1200: 65 %, 1400: 54%, 1500: 53%, 1600: 58%, 1700: 64%, 1800: 66%, 1900: 55 %, 2000: 60 % (zit. nach: Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt, S. 184).

Ist diese Konstanz bei aller quantitativen Veränderung nicht erstaunlich? Am interessantesten ist sicherlich der Bevölkerungsrückgang zwischen 1800 und 1900. 1800 drohte mit dem Höchststand (66%), das weltweite (prozentuale) Gleichgewicht zu kippen. Und was passiert dann? Während in anderen Weltregionen die Bevölkerung »explodiert« (insb. Amerika, von 2,5% auf 10,1%), reduziert sie sich auf dem bevölkerungsreichsten Kontinent durch blutige Revolutionen (z.B. Taiping-Revolution mit 20-30 Millionen Toten) und Kindstötungen.

Prozentual gesehen hat das Bevölkerungswachstum in Afrika bis heute noch nicht wirklich begonnen. Alles ist noch im grünen Bereich. Nur die Prognosen sind apokalyptisch.

(Bild: Bangkok / Dr. Stephan Barth  / pixelio.de)

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

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