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Ende der Diskussion? Beschimpfung jetzt?

Vorträge, die letzten Korrekturen an unserem neuen Büchlein über den Nazi-Vorwurf und die Vorbereitung einiger Veranstaltungen, die in den nächsten Monaten stattfinden sollen, haben dazu geführt, daß ich den neuesten Artikel in der ZEIT über unsere Szene noch gar nicht mitbekommen habe.

Es ist bereits der zweite Artikel binnen kürzester Zeit in der ZEIT über uns, unsere Szene und die Wirkung von Akif Pirinçci. Dazu nur ein paar kurze Anmerkungen:

  1. Wir werden gelesen und ernst genommen. Das freut uns sehr.
  2. Wie wir in Kürze noch ausführlich schildern werden, gibt es gegenwärtig für Traditions- und Identitätsbewußte drei Zugänge zu Deutschland und Europa: einen romantischen, einen expressionistischen und einen realistischen. Wir brauchen alle drei Zugänge, alle sind in der Blauen Narzisse vertreten.
  3. Der expressionistische Stil und die »Macht des Vulgären« werden dann gebraucht, wenn eine normale Diskussion nicht mehr möglich ist, weil der Gegner zu keinem Gespräch bereit ist.

Ich wiederhole also noch einmal das, was ich schon zum ersten ZEIT-Artikel geschrieben habe:

Die Provokation der Skandalisierung der eigenen Person ist das letzte Mittel der Machtlosen. Dies den Machtlosen vorzuwerfen, ist scheinheilig. Vielmehr sollten sich die ZEIT und etablierte Autoren fragen, was ein Buch wie »Deutschland von Sinnen« über das Meinungsklima in Deutschland aussagt. Ich bin da ganz bei Pirinçci: Wer sich unsere Argumente nicht anhört, der muß so übel wie möglich beschimpft werden.

(Bild: Akif Pirinçci / privat)

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

10 Kommentare zu “Ende der Diskussion? Beschimpfung jetzt?

  1. Frederic

    Ich denke, dass wenn sich das Gegenüber einer wahrhaften Diskussion, also einer solchen, bei der die involvierten Parteien die Möglichkeit des Anders-Seins und der Meinungsänderung bejahen, entzieht oder eben diese Möglichkeit verneint, nützt es nichts zu beschimpfen. Sicherlich ist es für das Seelenheil förderlich »den Feind« verbal niederzumachen, aber bewegen wird es sehr wahrscheinlich nichts (außer vielleicht eine Anzeige wegen Beleidigung o.ä.). Deshalb bin ich in einer solchen Situation eher für direkte Handlung möglichst ohne Einbeziehung des anderen. Man sollte über deren Kopf hinweg entscheiden und Fakten schaffen.

  2. So übel wie möglich beschimpfen sollte nicht bedeuten, wie Pirincci, in die bei seinen Landsleuten besonders stark verbreitete Neigung zu besonders vulgären und obszönen Wörtern zu verfallen. So sehr ich das Buch von Pirincci und seine Liebeserklärung an das echte Deutschland sonst begrüße, ich muß die Wortwahl ablehnen.
    Es ist nur ein weiterer Triumph für die 68er und ihre Kulturrevolution. Denn die systematische Verwendung von obszönen Begriffen, von Fäkalsprache und anderen Beispielen für eine vulgäre Sprache, war damals politisches Programm und wird von der neomarxistischen Linken bis heute weitergeführt. Es ging um die Zerstörung und Zersetzung der deutschen Sprachkultur, man wollte das deutsche Bürgertum, in dem so eine primitive Sprache vollkommen undenkbar war, weil sie gegen Stil und Benimm verstieß (wohlgemerkt keine politisch gemeinten Sprachverbote wie heute, man konnte in anderen gesellschaftlichen Kreisen auch so reden wie man wollte) und aller höchstens in Momenten größter Errregung verwendet wurde, provozieren und schließlich sein Lebensgefühl zerstören. Das ist leider, wie fast alles, gelungen.
    Daher muss man beim anstehenden Kulturkampf, der auch und vor allem ein Kampf um die Sprache ist, die massive Vulgarisierung, Proletarisierung und Primitivisierung unserer Sprache ablehnen und entschieden gegenhalten. Man muss es der grünen Pest und den roten Ratten überlassen sich in der sprachlichen Gosse zu wälzen denn die haben eine schon koprolalische Manie für Fäkalsprache (»Rassistische Kackscheiße«). Unsereiner sollte dagegen eine knallharte und deutliche Sprache sprechen, aber nie vulgär werden.
    Die grüne Pest und roten Ratten sind keine »Arschlöcher«, »Scheißkerle« usw. sie sind Volksverräter, Verbrecher, Nestbeschmutzer, Psychopathen, Volksschädlinge usw.
    Man kann den Feind (nicht Gegner) aufs härteste angreifen ohne vulgär zu werden.

  3. Das ist völlig richtig, mit üblen Beschimpfungen & / Beleidigungen stellt man sich nur selber als unterbelichteten Proll hin und somit als nicht ganz ernst zu nehmen une erreciht damit genau das Gegenteil von dem,was man wollte….

    Ausgewählter sollen sich solche ausdrücken, die Zeit dazu haben, habe keine Zeit noch Korrektur zu lesen.

    diesbezügliche Beschwerden bitte an die Vereinigung zu Verhunzung der deutschen Sprache. . .

  4. Zu dem Artikel in der ZEIT von Gideon Botsch, der Euch erwähnt, muß man wissen, daß der Herr Politikwissenschaftler ist. In der Druckausgabe der ZEIT Nr. 18 wird er vorgestellt als Forscher über Rechtsextremismus und Antisemitismus. Ihr müßt wissen: Das ist dieser Forschungsbereich, in dem man sich sicher sein kann, daß Widerspruch nie erfolgt – denn der kann ja nur von »Nazis« kommen. Wer will schon als Nazi enden? Und dann hatte Herr Gideon Botsch noch im Auftrag der SPD ein Gutachten, ja G-UT-A-C-H-T-E-N über das »Kopftuchmädchen«-Interview mit Sarrazin in der LETTRE INTERNATIONAL verfaßt. Er kam zu dem erstaunlichen Ergebnis, daß Sarrazins Äußerungen »rassistisch und herabwürdigend« seien. Es gibt berufliche Qualifikationen, über die kann man wirklich nur staunen.

    Ich hätte eine neue Mission für Gideon Botsch: Ich kenne einen großen Paketdienstleister in Deutschland, da steht im Mitarbeiterraum (Sozialraum?) noch ein Getränkeautomat, an dem man Zigeunersuppe kaufen kann. Z-I-G-E-U-N-E-R-S-U-P-P-E!!! Vielleicht hat die SPD da mal einen Auftrag für Gideon Botsch. Ich meine, da bräuchten wir dringend ein Gutachten drüber. Oder nicht? Oh, Mann! Ich schmeiß mich weg…..

    Deutschland hat kein Ausländerproblem, sondern ein Inländerproblem – mit Politologen. Da hat der gute Akif schon den richtigen Riecher bewiesen. Oder meinte er nur Soziologen? Ey, kann da ma einer nen Gutachten von tun?

  5. G. Schäfer

    »wie Pirincci, in die bei seinen Landsleuten besonders stark verbreitete Neigung zu besonders vulgären und obszönen Wörtern zu verfallen«
    Tja, was will man machen. So sind sie halt, diese Deutschen.

  6. »Es ging um die Zerstörung und Zersetzung der deutschen Sprachkultur, man wollte das deutsche Bürgertum, in dem so eine primitive Sprache vollkommen undenkbar war, weil sie gegen Stil und Benimm verstieß…«

    »Daher muss man beim anstehenden Kulturkampf, der auch und vor allem ein Kampf um die Sprache ist, die massive Vulgarisierung, Proletarisierung und Primitivisierung unserer Sprache ablehnen und entschieden gegenhalten. Man muss es der grünen Pest und den roten Ratten überlassen sich in der sprachlichen Gosse zu wälzen…«

    »Die grüne Pest und roten Ratten sind keine »Arschlöcher«, »Scheißkerle« usw. sie sind Volksverräter, Verbrecher, Nestbeschmutzer, Psychopathen, Volksschädlinge usw.
    Man kann den Feind (nicht Gegner) aufs härteste angreifen ohne vulgär zu werden.«

    Ja nee is klar…
    Wer »Arschloch« und »Scheißkerl« sagt, macht sich bereits der »Zerstörung und Zersetzung der deutschen Sprachkultur« schuldig. Darunter geht’s nun wirklich nicht.
    Wer aber »grüne Pest« und »rote Ratten« sagt, greift den Feind lediglich aufs härteste an, ohne vulgär zu werden, leistet vielleicht gar einen wertvollen Kulturbeitrag.
    War das satirisch gemeint, oder kann ein psychomentaler Haushalt tatsächlich derart unaufgeräumt sein?

  7. Dexsyncro

    Also Menzel, wenn sich Leute eure Äußerungen nicht anhören, klingt das für mich nach: Die Leute gehen weg, während ihr noch am Reden seid. Daraufhin geht eure Schimpftirade los. Das würde ich mal zu gerne in der Realität beobachten, muss ein Fest für alle Passanten sein. Das muss wirklich sehr bitter für euch sein, denn – um es mal mit Serdar Somuncus Worten auszudrücken-: »Ein wunderbarer Tritt in die winzigkleinen Eier aller deutschen Rechten. Jetzt nehmen euch die Ausländer auch noch den Ausländerhass weg? Oh. Erst eure Frauen und dann euren Ausländerhass?«
    Neben der Tatsache, dass dieses Buch schlichtweg aus reinem Hass besteht und es nicht umsonst von sämtlichen Kritikern niedergemacht wird, ist es sehr traurig zu sehen, dass sich manche Menschen doch tatsächlich damit identifizieren. Und nur weil man schreibt, dass man sich fragen sollte, was dieses Buch über das Meinungsklima in Deutschland aussagt und es sich auf der Bestseller-Liste befindet, bedeutet das noch lange nicht, dass dies ein Werk ist, welches man sich als Ideal oder Ziel setzen sollte.
    Es wird gegen alles gehetzt, was nicht niet- und nagelfest ist und das auf eine solch degenrative Art und Weise, das man fast nur noch darüber lachen kann. Ich erwähne nur Homophobie und Misogynie. Ein Millionär, der, angefangen mit Büchern über Katzen, die Kriminalfälle lösen, noch mehr Geld mit »Deutschland von Sinnen« scheffelt. Slow clap. Man merkt deutlich, in welche Richtung eure Argumentationen gehen und wer solche Dinger äußert, muss sich nicht wundern, dass auch Kritik zurückkommt.
    Ihr schreibt Europa statt EU und setzt dabei Grenzen. Euer Hauptthema ist die Einwanderungspolitik und nun nehmt ihr euch (und ich bitte vielmals um Entschuldigung, wenn ich euch da etwas vorweg nehme) Akif Pirincci als Vorbild. Ihr müsst euch unglaublich auf die WM freuen, wenn der Lokalpatriotismus wieder ausbricht und jeder an seinem Auto ein Fähnchen anbringt.
    Außerdem: Was hat es mit diesen »Heterosexuell-«Aufklebern auf sich? Ihr schreibt selbst darunter, dass man sofort als »homophob« abgestempelt wird, sobald man die traditionelle Ehe verteidigt. Warum fällt es euch so unglaublich schwer, anzuerkennen, dass sich die Welt ändert. Diese Aufkleber zelebrieren möglicherweise die Ehe, lassen jedoch Homo, Trans-, Bi-, Asexuelle und Queers außen vor. Wie kommt man da nicht auf den Trichter, dass ihr schlichtweg homophob seid? Und warum zur Hölle fällt es euch so schwer, Menschen wie Menschen zu sehen und nicht in Klassen zu unterteilen.
    Ich schlage euch treuen, fleißigen und ehrbaren Deutschen vor, mal eine Soziologie-Vorlesung zu besuchen. Könnte tatsächlich helfen, das Weltbild mal etwas zu erweitern und wieder auf dem Boden der Tatsachen zu gelangen.
    Ich verabschiede mich dann mal und warte darauf, beleidigt zu werden.

  8. Dinkie

    Linke sind Psychopathen, Scheißkommunisten, Sozialschmarotzer, Landesverräter, Realitätsleugner und Deutschenhasser. Was soll man mit denen noch diskutieren?

  9. Texmicro

    @den Typen, der den »Hassias« als Kronzeugen für das wahre rechte Gedankengut auf die Bühne treten läßt (haha!):

    »Es wird gegen alles gehetzt, was nicht niet- und nagelfest ist und das auf eine solch degenrative Art und Weise, das man fast nur noch darüber lachen kann.«

    Lachen?
    Man hört die Kritiker komischerweise nur wüten und weinen.

    »Ich erwähne nur Homophobie und Misogynie.«

    Der Buchtitel lautet: ›Der irre KULT um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer‹.
    Ist es so schwierig, zwischen einer Medien- und Gesellschaftskritik über den Hype für Homosexuelle und Frauen einerseits und tatsächlicher Homosexuellen- und Frauenfeindlichkeit andererseits zu unterscheiden?

    »Ein Millionär, der, angefangen mit Büchern über Katzen, die Kriminalfälle lösen, noch mehr Geld mit »Deutschland von Sinnen« scheffelt.«

    Die Geldeinnahmen, die ein Buch kreiert, sind natürlich ein ernsthaftes Kriterium bei der Beurteilung seiner Inhalte…

    Hätte das Buch übrigens kaum einen Käufer gefunden, hättest du ebenfalls genölt: ›Wie kann man nur einen solchen finanziellen Flop besprechen!‹

    »Ihr schreibt Europa statt EU und setzt dabei Grenzen.«

    Das tun Menschengruppen/Kollektive (Nationen, Völker) nun einmal: Grenzen zwischeneinandersetzen, wenn sie den Willen dazu haben. Und nun?
    Willst du ihren Willen brechen, z. B. durch Gehirnwäsche? Einen Neuen Menschen mal wieder? Damit deine Privatutopie von einer Welt und Menschheit ohne Grenzen endlich wahr wird?
    Alter Egoist, Demokratie- und Menschenfeind!

    »Ihr müsst euch unglaublich auf die WM[WELTmeisterschaft] freuen, wenn der LOKALpatriotismus wieder ausbricht und jeder an seinem Auto ein Fähnchen anbringt.«

    Deine Gleichung: National = lokal.
    Extrem intelligent.

    »Warum fällt es euch so unglaublich schwer, anzuerkennen, dass sich die Welt ändert.«

    Dieses Weltklasseargument brachten die Befürworter der NSDAP am 18. Januar 1933 vermutlich auch gegenüber den Unkenrufern vor.
    Als ob jede Veränderung, allein schon weil sie eine Veränderung ist, zwangsläufig anerkennungspflichtig zu sein hätte.

    »Und warum zur Hölle fällt es euch so schwer, Menschen wie Menschen zu sehen und nicht in Klassen zu unterteilen.«

    Der Rechte sieht den Menschen als Menschen. Und als Menschen sieht er sie sowohl als Individuen als auch als Kolllektivwesen, deswegen darüber hinaus noch bspw. als Europäer, Deutsche, Schwaben, Stuttgarter, Feuerbacher… oder wenn er einen anderen Menschen sieht, diesen vielleicht als Afrikaner, Angolaner, Luandaner; als Fernostasiate, Japaner, Tokioter usw.
    Fällt dir der Gedanke so schwer, daß für das Individuum Mensch sowohl die Zugehörigkeit zu seinem Volk/seiner Nation als auch die Zugehörigkeit zur menschlichen Spezies allgemein miteinander in Einklang harmonieren können?
    Mit Verlaub, hör auf, ihm seine nationale Identität krampfhaft aberziehen zu wollen! Er ist kein schlechter Mensch, nur weil er sie empfindet. Greifst du sie an, wird er erst zu einem bösen Menschen.

    Was dies nun mit »in Klassen zu unterteilen« zu tun hat, erklär mal.
    Die Verständigung zwischen Rechten und Linken scheitert nie an dem vermeintlichen Unvermögen der Rechten, Menschen als Menschen zu betrachten, sondern immer an dem fehlenden Differenzierungsvermögen und -willen der anderen.

    Ist so, tut mir leid. Lernt man auch nicht in einem Soziologieseminar; hat wahrscheinlich mehr mit dem Charakter zu tun und mit dem Unwillen, von Meinungsherrscherseite verabreichte Vereinfachungen kritiklos zu akzeptieren und zu verinnerlichen.
    Ist auch auf Dauer langweilig, das ganze Beamtengesülze seiner Lehrer und Dozenten beamtenmentalitätsgetreu nachzuplabbern. Manch einer merkt schnell, daß er nur ein willfähriger Papagei und kein freisinniger Menschen wäre.

  10. Texmicro

    nicht kreiert, sondern generiert

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