Alter Blog

Erfrischendes aus der Schweiz: DIE WELTWOCHE über „Gewalt von links“

Das liberal-konservative Wochenmagazin Die Weltwoche aus Zürich ist eine angenehme Lektüre, weil in ihr mit viel Schweizer Gelassenheit die Wirklichkeit erfaßt wird. In der aktuellen Ausgabe geht es schwerpunktmäßig um „Gewalt von links“. Hintergrund ist ein brutaler Angriff von Linksradikalen auf den SVP-Nationalrat Hans Fehr, der auf dem Weg zu einer Parteiveranstaltung abgefangen und krankenhausreif geprügelt wurde. Die Weltwoche nutzt diesen Vorfall, um aufzuzeigen, mit welcher Ignoranz Behörden und Politik dem „Linksextremismus“ entgegentreten. Dabei sehen die Zahlen auch in der Schweiz ziemlich eindeutig aus:

Das Phänomen Linksextremismus hat im Schatten der öffentlichen Empörung über vereinzelte Neonazis seit Jahren zugenommen – und den Rechtsextremismus punkto Gewalt längst überholt. Gemäss dem Nachrichtendienst des Bundes (NDB) kam es 2009 zu 220 „linksextrem motivierten Ereignissen“, wovon 127 „gewalttätige Ereignisse gegen Objekte und Personen“ waren (die Daten von 2010 liegen noch nicht vor). Zum Vergleich: Im gleichen Jahr kam es zu 85 „rechtsextrem motivierten Ereignissen“, wovon 32 als „gewalttätig“ eingestuft wurden.

In einem zweiten Schritt widmet sich Die Weltwoche den Verflechtungen von Linksradikalen und Sozialdemokraten. Kennen wir diese Herangehensweise nicht von irgendwo her? Nur verkauft Die Weltwoche in einem kleinen Land wie der Schweiz wöchentlich rund 80.000 Exemplare und ist öffentlich wahrnehmbar.

Ein paar Beiträge weiter geht es dann noch einmal um die Linke. Der Beitrag heißt etwas reißerisch: „Die Frauen marschieren nach links“ und belegt statistisch, daß sowohl die weibliche Bevölkerung als auch die weiblichen Abgeordneten deutlich weiter links stehen als Männer – und zwar überproportional stark im Vergleich zu anderen Ländern. Der Grund dafür wird leider nicht benannt, ist aber für einen Deutschen recht leicht zu erkennen: In der Schweiz gibt es generell mehr dezidiert Linke und Rechte sowie eine vergleichsweise schwache Mitte. 2007 schätzten sich 37,1 Prozent der Frauen als links ein, 40,8 Prozent sahen sich in der Mitte und 22,1 Prozent rechts. Im gleichen Jahr ordneten sich 26,6 Prozent der Männer der Linken zu, 38,3 Prozent der Mitte und 35,1 Prozent der Rechten.

Meine These dazu: Die direkte Demokratie sorgt dafür, daß politische Differenzen stärker konturiert bleiben. Aber selbst wenn diese These nicht stimmt, ticken die Uhren in der Schweiz anders und das ist auch gut so. Chefredaktor Roger Köppel betont dies in seinem Editorial, in dem er deutlich macht, wie undenkbar die Schweiz in der Europäischen Union wäre. Sie sei geradezu der Gegenentwurf zum Brüsseler Bürokratismus. Ein Beitritt zur EU würde demnach die Identität der Schweizer zerstören, da diese sich politisch ableiten müssen und es keine gemeinsame biologische, sprachliche oder kulturelle Basis gibt:

Schweizer ist ein politischer Begriff, der nicht ohne die Rechtsordnung zu verstehen ist, die ihn hervorbringt. Diese Rechtsordnung wiederum stellt sicher, dass in der Schweiz der Staat bestimmten politischen Verfahren gehorcht. Die Verfahren sind darauf ausgerichtet, die Freiheitsrechte des Bürgers zu schützen und die Macht des Staates zu begrenzen. Direkte Demokratie, Föderalismus und Neutralität bilden den Kern einer Staatsidee, die darauf abhebt, grösstmögliche Übereinstimmung herzustellen zwischen den Regierenden und den Regierten. Ein Schweizer ist ein Mensch, dem kraft seiner Rechtsordnung das Privileg zufällt, über seine Angelegenheiten selber zu bestimmen.

Verwandte Themen

Der Links-Staat garantiert die Bürgerrechte nur no... Im Gespräch mit Christian Jung geht es um sein neues Buch „Der Links-Staat“, die Vorgehensweise der Antifa sowie die staatliche Subventionierung des L...
Morddrohungen gegen PEGIDA Wien Der Hass, der aus linksextremen Kreisen Andersdenkenden entgegengebracht wird, nimmt ein immer stärkeres Ausmaß an. So sind in Zusammenhang mit PEGIDA...
Josef S.: Schuldig! Josef S. wurde heute in Wien zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten, davon acht zur Bewährung, verurteilt. Das Gericht sieht es als erwiesen an, d...

0 Kommentare zu “Erfrischendes aus der Schweiz: DIE WELTWOCHE über „Gewalt von links“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Datenschutzinfo