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Frankfurter Aufruf 1914-2014

erster_weltkriegBürger aus dem Frankfurter Raum haben gestern den »Frankfurter Aufruf« als Appell für ein ehrenvolles Gedenken an die gefallenen deutschen Soldaten und Zivilopfer des Ersten Weltkrieges veröffentlicht. Dieser Aufruf soll deutschlandweit Widerhall finden und den gedenk- und erinnerungspolitischen Leerraum, den die offizielle deutsche Politik im Jahr 2014 offenbart, mit einem würdigen Erinnern an unsere Toten beantworten.

Die Erstunterzeichner werden in und um Frankfurt/Main das Gedenkjahr 2014 nutzen, um Veranstaltungen sowie Aktionen durchzuführen. Zugleich wollen sie ein Signal für geschichtsbewußte Bürger in vielen Städten und Gemeinden aussenden, der deutschen Toten des Ersten Weltkrieges würdevoll zu gedenken.

Hier nun der Aufruf im Wortlaut:

Frankfurter Aufruf 1914-2014

»Wir ehren unsere Gefallenen und Opfer des Ersten Weltkriegs« 

Mit dem zunehmend größer werdenden zeitlichen Abstand zum Ersten Weltkrieg nimmt die ehrende Erinnerung an die Gefallenen und Opfer unseres Volkes immer mehr ab. Der 100. Jahrestag des Kriegsausbruchs ist ein geeigneter Anlaß, die von unseren Vorfahren erbrachten Opfer zu würdigen.

Bundespräsident Joachim Gauck kann sich hingegen »eine deutsche Beschäftigung mit dem Ersten Weltkrieg nur als Respekt vor dem Leid derer vorstellen, die damals durch uns bekämpft wurden«.

Das Leid unserer Toten ist dem deutschen Staatsoberhaupt offenbar keinen Respekt, keine Erinnerung und kein Gedenken wert. Doch wir wollen und werden – ebenso wie dies unsere europäischen Nachbarn tun – um unsere damals gefallenen Soldaten und zivilen Opfer trauern und ihrer gedenken.

Deutsche Soldaten kämpften und starben von 1914 bis 1918 für ihr Vaterland. Frauen und Kinder ertrugen die Lasten des Kriegsalltags in der Heimat und bezahlten diese oftmals mit ihrem Leben.

Die Erinnerung an diese Opfer des Ersten Weltkrieges als Bestandteil unserer historisch-kulturellen Identität muß auch in Deutschland wachgehalten werden.

Schon der französische Staatsmann Charles de Gaulle mahnte: »Den Charakter eines Volkes erkennt man daran, wie es nach einem verlorenen Krieg mit seinen Soldaten umgeht.«

Erstunterzeichner:
Uwe Becht, kaufmänn. Angestellter und Oberstleutnant d.R.
Roland Beck, Stadtrat der Stadt Frankfurt
Fabian Flecken, Diplom-Betriebswirt
Wolfgang Hübner, Stadtverordneter in Frankfurt
G. Andreas Kämmerer, Kommunikationswissenschaftler
Andreas Lichert, Unternehmer und Major d. R.
Andreas Lobenstein, Bankangestellter
Martha Moussa, Bankangestellte und Stadtverordnete in Frankfurt
Hans-Günter Müller, Stadtverordneter in Frankfurt
Sebastian Pella M.A., Historiker
Patrick Schenk, Rechtsanwalt und Stadtverordneter in Frankfurt
Thomas Schmitt, kaufmänn. Angestellter und Ortsbeirat in Frankfurt
Prof. Dr. Norbert T. Varnholt, Hochschullehrer Betriebswirtschaftslehre
Dr. Claus Wolfschlag, Historiker und Publizist
und
Hans Günter Thorwarth, »Stadtteil-Historiker« 2010-2012 mit dem Projekt: »Das Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges aus Höchst und Nied«

Kontakt für Unterzeichner: Frankfurter-Aufruf@gmx.de
Facebook: Frankfurter Aufruf
Frankfurt am Main, 10. Februar 2014

(Bild: dierk schaefer / flickr / CC)

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

5 Kommentare zu “Frankfurter Aufruf 1914-2014

  1. »Bundespräsident Joachim Gauck kann sich hingegen »eine deutsche Beschäftigung mit dem Ersten Weltkrieg nur als Respekt vor dem Leid derer vorstellen, die damals durch uns bekämpft wurden«.«

    Hat der zutiefst verabscheuungswürdige Bundesgauckler das wirklich gesagt? Das überbietet bzw. unterbietet alles was diese Ekelfigur bisher verbrochen hat, seitdem diese sog, »Bundesversammlung« einen neuen Bundesgrüßaugust unter Ausschluß des deutschen Volkes wählen durfte.

  2. Detlef Fürtjes

    Ich schließe mich dem Aufruf an. Derzeit lese ich »Die Schlafwandler« von Christopher Clark. Von einer Hauptschuld der Deutschen, geschweige denn Alleinschuld, am Ausbruch des I. Weltkrieges kann keine Rede sein. Wir haben das Recht und die Pflicht, unsere gefallenen Soldaten zu ehren und ihrer in Trauer zu gedenken. Wir Weinheimer Corpsstudenten tun dies übrigens alljährlich zu unserer Verbandstagung in Weinheim.

  3. Thomas Kache

    Ich möchte nachdrücklich meine volle Unterstützung zu dem Aufruf bekunden!
    Es geht meiner Meinung nach NICHT um Schuld, es geht um die Soldaten, welche für ihr Land in den Krieg gezogen sind, gelitten, und teilweise ihr Leben gelassen haben.
    Es geht um das Gedenken für die Verwundeten und Gefallenen.
    Es geht darum, Mensch zu sein- Trauer um die Toten.
    Und es geht nicht um die ideologische Aufarbeitung! Wer die Toten den Politikern überläßt, provoziert geradezu hohle Phrasen und dumme Sprüche.
    Gedenken wir der im Kriege Gefallenen.
    Möge Gott sich ihrer Seele erbarmen.

  4. Danke an Herrn Menzel, diesen Aufruf hier veröffentlicht zu haben. Ich hatte noch nichts davon gehört. Meine Hochachtung für die Aktion!

  5. Meine Freunde vom »Orden der Patrioten (http://tomorden.de.to) und ich können uns diesem großartigen Aufruf nur voll und ganz anschließen.
    Es ist wunderbar das so gute und anständige Leute unseren tapferen Soldaten gedenken.
    Danke dafür.

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