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Freiwillige Jugendmedienpauschale statt GEZ!

Bei der Debatte um die GEZ drehen wir uns ein wenig im Kreis. Philip J. Dingeldey hat in unserem redaktionellen Teil zu Recht die Frage »Wofür zahlen?« gestellt. René Portmann hat darauf zu Recht erwidert, das Programm der Öffentlich-Rechtlichen sei schon noch um Längen besser als das, was RTL und Co. anzubieten haben.

Beide verfehlen jedoch den wesentlichen Punkt: Beim neuen Rundfunkbeitrag muß es um die Frage gehen, ob eine Quasi-Steuer für Medienangebote gerechtfertigt ist. Die Antwort darauf kann nur lauten: Niemals!

In einem freiheitlichen Staat muß jeder selbst entscheiden dürfen, von wem er informiert werden möchte und was er bereit ist, dafür zu zahlen. Das ist noch lange kein Argument für die Abschaffung der Öffentlich-Rechtlichen, geschweige denn die staatliche Förderung von Bildung und Kultur (ich habe z.B. nichts gegen Rundfunkorchester).

Gerne können von mir aus Bürger einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk durch die freiwillige Abgabe einer Monatspauschale finanzieren. Ich gehe sogar fest davon aus, daß es genug Bürger gäbe, die bereit wären, fünf bis 20 Euro pro Monat für ein werbefreies, anspruchsvolles Fernseh- und Radioprogramm auszugeben.

Bei diesem freiwilligen Modell würde es zwangsläufig auch viel mehr um das gehen, was Dingeldey und Portmann so betonen: die Qualität. Die Bürger wären nur bereit, ihre Pauschale langfristig zu zahlen, wenn sie auch wirklich etwas dafür geboten bekommen.

Ich habe in den vergangenen Wochen viel darüber nachgedacht, ob wir nicht ein Gegenmodell zur GEZ-Rundfunkbeitragssteuer präsentieren sollten. Mir schwebt dabei eine freiwillige Jugendmedienpauschale vor. Im Gegensatz zur GEZ können wir euch sogar sagen, was wir mit dieser Pauschale ganz konkret anstellen würden, wenn genügend Freiwillige zusammenkämen: Wir würden in eine unabhängige, freie Jugend investieren, den Traum vom »Haus der Alternativen Rechten« verwirklichen, Kulturprojekte wie den Kafka-Preis ausbauen und komplett auf Werbung verzichten. Das alles nicht zum Selbstzweck, sondern für ein höheres Ideal: die kulturelle Renaissance der Deutschen, die zugleich Grundvoraussetzung für ein freies Europa ist!

Wer anstelle der 17,98 Euro pro Monat für die GEZ lieber eine freiwillige Jugendmedienpauschale in Höhe von 2,50 Euro pro Monat (gern natürlich auch mehr) zahlen möchte, kann dies ganz einfach über unser Formular „Sofort-Spende“ in Auftrag geben oder unserem Förderverein beitreten!

Für alle anderen gilt: Paßt auch ihr auf, welcher Propagandaschmiede ihr euer Geld gebt – ganz gleich, ob privat oder öffentlich-rechtlich.

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

8 Kommentare zu “Freiwillige Jugendmedienpauschale statt GEZ!

  1. Philip Dingeldey

    Die Frage, ob eine Quasi-Steuer für Medienangebote in Ordnung ist, erscheint mir sehr interessant – genauso wie im Grunde Menzels Ansatz, der vielleicht einiges für sich hat.
    Dennoch habe ich im von Menzel zitierten Beitrag die Frage nach der Quasi-Steuer nicht angesprochen, was ich aber nicht als Vernachlässigung des zentralsten Punktes der Frage nach der neuen pauschalen Rundfunkgebühr sehe.
    Denn generell bin ich nicht gegen eine Rundfunkgebühr – ob sie pauschal sein muss, ist wieder eine andere Frage –, ich finde das sogar sinnvoll generell für das öffentlich-rechtliche Programm zu zahlen, solange es die Ziele Vielfältigkeit, Information, Kultur und Bildung erfüllt. Vielleicht geht es Portmann da ähnlich. Da ich dies eigentlich vorausgesetz habe, habe ich es nicht erwähnt. Dies ist nur leider nicht erfüllt, auch wenn es Ausnahmen wie 3Sat oder Arte gibt, das Privatfernsehen noch schlimmer ist und einige Sendungen des öffentlichen-rechtlichen Programms beleibt sind, aber eben nicht vielfältig. Für das kulturelle Bestehen und die kulturelle Vielfalt, sowie die breite Bildung vielfältiger soziokultureller Gruppen, also in gewisser Weise einem Allgemeinwohl, sollte der Bürger einen kleinen Betrag zahlen müssen, um die Nutzung jedem – auch den Minderheiten – zu gewährleisten. Das stand in meinem Beitrag außer Frage. Dass dies in der Realität nicht wirklich demokratisch bestimmt wurde und die öffentlich-rechtlichen Programme ihre Aufgaben nicht erfüllen, weil sie trotz der Rundfunkgebühren sich an einer Quote orientieren ist das andere Problem dabei.

  2. Philip Dingeldey

    Ich habe noch einmal nachgedacht und finde die Idee einer Jugendmedienpauschale vom Prinzip ok, auch wenn ich bezweifle, dass das finanziell und ohne Werbung funktioniert.
    Was ich jedoch für totalen Unsinn halte, ist der Glaube, dass ein Haus der Alternativen Rechten unterstützenswert sei. Gerade eine unabhängige Jugend sollte doch nicht rechter Propaganda ausgesetzt sein. Und dass die kulturelle Renaissance eine der Deutschen wäre, halte ich für falsch. Schon bemerkt? Den DEUTSCHEN gibt es nicht! Es wäre aber zunächst eine kulturelle Renaissance in Deutschland, um nicht so nationalistisch zu reden.

  3. @ Philip:

    Die »Alternative Rechte« ist nicht nationalistisch. Sie ist identitär und achtet sowohl das Europäische, Deutsche als auch regionale Eigenarten.

  4. Philip Dingeldey

    Soweit ich weiß, sind identitäre Beweungen aber schon völkisch und wenn auch nicht allen fremden Nationen, so doch fremden Kulturen gegenüber feindlich. Im Grunde könnte man sagen, diese Rousseau vergewaltigenden Bewegungen sind stark fremdenfeindlich und auch das sollte nicht mit einer Jugendmedienpauschale oder einer Rundfunkgebühr finanziert werden. Lieber höre ich mir die Propaganda von privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunk zur eigenen Legitimation an, als die von identitären Bewegungen, die über eine Jugendmedienpauschale ihre Ansichten im Volk versprühen wollen.

  5. @ Philip:

    Nein, die Identitären sind auch weder »völkisch« noch fremdenfeindlich, sondern haben sich ganz früh von Rassismus zu – Zitat – »100%« distanziert.

    Gerade sie sind es, die die Vielfalt der Kulturen bewahren wollen und aus diesem Grund die nivellierende Globalisierung kritisch sehen.

  6. Philip Dingeldey

    Dann hätte ich zwei Fragen:
    1.) Wie definiert die identitäre Bewegung »Identität«? Denn eine wirkliche theoretische Auseinandersetzung der Bewegung damit habe ich nirgends gefunden.
    2.) Wenn diese Definition nicht völkisch und feindlich gegenüber anderen Kulturen sein soll, wieso kommt es dann bei den Anhängern dieser Bewegung immer wieder zu rechten Parolen gegen den Islam, Zuwanderung und die multikulturelle Gesellschaft sowie den Gebrauch von rechtradikalen Liedern aus der Neonaziszene? Und warum gibt es dann etwa in Frankreich Ausschreitungen so mancher Identitärer gegen Moscheen und ähnliche Orte?
    Ich bin zwar ein Globalisierungskeptiker (jedoch weil diese oft Nachteile für Arbeitnehmer verursacht), aber warum sollte Multikulturalismus schädlich sein für eine fortschrittliche Gesellschaft und warum sollte man rechte Bewegungen, die etwas anderes propagieren überhaupt unterstützen! Warum sollte sich eine Kultur nur bewahren, wenn sie regional begrenzt bleibt?

  7. @ Philip

    Lieber Philip,

    ich antworte darauf mal ausführlich in einem Beitrag. Das sind jetzt zu viele Fragen, um das in Stichpunkten abzuarbeiten.

    Die Antwort steht aber bei mir ganz oben auf der Agenda.

  8. Philip Dingeldey

    Ok, tu das. Da bin ich ja mal gespannt.

    Ich möchte nur nicht, dass mein Artikel, der einfach nur die neuen Rundfunkgebühren kritisiert und mit der Qualität des Programms vergleicht, mit einem Propagandaartikel für die Jugendmedienpauschale, die die Alternative Rechte unterstützen will, in Verbindung gebracht wird. Ich möchte klar zum Ausdruck bringen, dass ich meinen Kommentar zur GEZ nicht als Steilvorlage für den obigen Artikel verfasst habe, diese Jugendmedienpauschale nicht gutheiße und meinen Artikel so auch nicht sehen möchte.

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