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Gauweiler schlägt »schottische Lösung« vor

Bereits vor über zwei Wochen erschien in der Münchner Abendzeitung eine kurze Kolumne von Peter Gauweiler (CSU), die es in sich hat und die ich leider erst heute gefunden habe. Er schreibt:

Liebe Abendzeitung!
wenn uns Berlin weiter nervt, sollten wir die „schottische Lösung“ ins Spiel bringen. Was das ist? Ein ziemlich emanzipierter Vorschlag, der diese Woche in der schottischen Hauptstadt Edinburgh von den dort regierenden schottischen Nationalisten bekräftigt wurde und den britischen Premierminister in Bedrängnis bringt. Die fünf Millionen Schotten wollen im Jahr 2014 in einer Volksabstimmung die Unabhängigkeit von London erklären.

Zum 700. Jubiläum der Schlacht von Bannockburn im Jahr 1314, als die tapferen Schotten die Invasionsarmee des englischen Königs Edward II. in die Flucht schlugen, wollen sie die Unabhängigkeit Schottlands mit dem Stimmzettel zurückerobern. Der Braveheart von heute heißt Alex Salmond, ist seit 2007 Chef der schottischen Regionalregierung und Vorsitzender der Schottischen Nationalpartei (SNP). Die schottischen Nationalisten spielen nicht Rechts gegen Links, sondern David gegen Goliath. Sie sind sogar im Europäischen Parlament vertreten (assoziiert bei der Fraktion der Grünen), das berühmteste Mitglied der SNP ist James Bond-Darsteller Sean Connery. Mir gefällt das. Sollen wir etwas Ähnliches versuchen?

Genau auf solche Tendenzen spielt eines unserer Aufkleber-Motive an. Das Hertensteiner Kreuz mit der Aufschrift »Europa der Regionen. Europa der Völker« bringt zum Ausdruck, daß Europa immer dann stark, aber eben nicht übermütig war, wenn es »Einheit in der Unterschiedlichkeit« gesucht hat.

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

4 Kommentare zu “Gauweiler schlägt »schottische Lösung« vor

  1. Glaubt man Melanie Phillips, wird der SNP übrigens wohl kein Erfolg beschieden sein.

    But opinion polls have now shown that support for Scottish independence is actually higher among the English than the Scots — with one poll even showing that a majority of English people want to get shot of Scotland — while just about every such survey reveals that the Scots themselves would vote against it.

    http://melaniephillips.com/save-the-union-stop-throwing-cash-at-the-scots

  2. Reinhard Lochmann

    Schon vor Jahren habe ich eine »Alpenrepuplik« angedacht:
    Bayern, Östereich, Schweiz, Baden-Würtemberg, Elsaß. Lothringen

  3. Och, das kann recht schnell gehen. Bald crasht der EUR und dann die EUdSSR; dann fällt Deutschland in Agonie. Bürgerkriege, Hungersnöte, Elend allenthalben im Land der dekadenten, ignoranten Europa-Retter. Die ehemaligen »EU-Freunde« werden sich sofort distanzieren von diesem Haufen Dreck. Eine Partei muss dann nur noch »das alte, reiche Bayern« beschwören und die Ausrufung eines souveränen Bayerns zur Volksabstimmung dort machen. Und schon haben wir einen neuen Staat. Mann, wäre das schön!

  4. Hans-Christof Tuchen

    Damit wäre die Parallele zum ersten Dreißigjährigen Krieg perfekt. Ich verstehe, daß Gauweiler die Bismarcksche Lösung nicht behagt, doch das baierische Königtum war eines von Napoleons Gnaden. Cui bono?

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