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Geert Wilders und der europäische Frühling

Vor wenigen Tagen hat Geert Wilders in Los Angeles eine Rede über die Europäische Union gehalten, deren Zustand er für desolat hält. Wilders ist dennoch Optimist: »Der Europäische Frühling steht unmittelbar bevor.« Wie kommt er darauf und was bedeutet für ihn Europa?

Der niederländische Rechtspopulist beklagt in seiner Rede zunächst die Masseneinwanderung, warnt vor dem Islam und sieht ein Demokratiedefizit der Europäischen Union. Dabei bringt er den Patriotismus gegen alle totalitären Ideologien in Stellung – gegen den Nationalsozialismus, Bolschewismus und den Islam. Wilders betont:

Wahre Patrioten sind immer Demokraten. Weil wahre Patrioten ihr Volk und ihr Land lieben. Sie wollen nicht, daß ihre Nation von anderen Ländern überfallen wird.

Die Gefahr eines erneuten Krieges in Europa zwischen den Nationen erkennt Wilders richtig als ein Ablenkungsmanöver der herrschenden Elite, die damit von ihren eigenen Fehlern ablenken will. Die Frontlinie verlaufe vielmehr zwischen Amerika, Israel, Europa und auf der anderen Seite dem Islam.

Innenpolitisch hingegen prangert er die Aufgabe der Souveränität über die nationalen Haushalte an. Anders als der britische Premierminister David Cameron glaubt Wilders jedoch nicht mehr an eine Reformierbarkeit der Europäischen Union.

Wir stehen für den Austritt aus der Europäischen Union. Wir wollen, daß die Niederlande nicht nur aus der Eurozone austreten, sondern überhaupt aus der EU – einschließlich des sogenannten Schengen-Gebiets, der Gruppe von 26 europäischen Ländern, die Paß- und Einwanderungskontrollen an ihren gemeinsamen Grenzen abgeschafft haben.

Warum nun der »europäische Frühling« kommen soll, ist einfach erklärt: In Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien seien genauso wie in den Niederlanden EU-kritische Parteien auf dem Vormarsch. 2014 sind nun Europawahlen und es ist klar, daß Wilders schon jetzt mobilisiert und dafür Mitstreiter sucht:

In Europa ist die Zeit reif für eine glorreiche demokratische und gewaltlose Revolution, um unsere nationalen Freiheiten zu erhalten und unsere Souveränität wiederherzustellen. (…)

 

Die Menschen sind endlich bereit, in ganz Europa an den Wahlurnen zu rebellieren.

 

Sie lehnen die Transferunion ab. Sie wollen nicht länger für korrupte Staaten bezahlen.

 

Sie lehnen das supranationale Experiment der Europäischen Union ab.

 

Sie sind bereit, ihre Stimmen für eine Wiederherstellung nationaler Souveränität zu geben.

 

Sie sind bereit, ihre eigene kulturelle Identität zu verteidigen.

Geht es nun konkret um diese kulturelle Identität, fällt Wilders nicht mehr viel ein. Sein Blick richtet sich ausschließlich nach Israel und Richtung USA.

In den kommenden Wochen und Monaten will ich versuchen, so viele patriotische Führungspersönlichkeiten in Europa wie möglich zu treffen. Und ich frage sie jedesmal nach ihren Ansichten über Israel. Weil Israel den Lackmustest darstellt.

Nun kann sich Wilders natürlich gern Israel als einen wehrhaften Nationalstaat zum Vorbild nehmen, aber die Überhöhung des Zionismus ist bei ihm nicht zu überlesen. Der Lackmustest zur Verteidigung der europäischen und nationalen Identität ist nicht Israel. Es ist zunächst einmal das Wissen um die eigenen Traditionen und dann die Bereitschaft, das Feuer dieser Traditionen weiterzutragen, auch wenn es gegenwärtig schwierig ist.

Meine Freunde, was wir heute brauchen, ist Zionismus für die Nationen von Europa. Die Europäer müssen dem Beispiel des jüdischen Volkes folgen und ihre Nationalstaaten wiedererrichten.

 

Und das, meine lieben Freunde, ist der Grund, warum jeder Patriot, außer daß er ein Demokrat ist, per Definition auch ein wahrer Freund von Israel sein muß. Ein Patriot kann kein Antisemit sein.

Zwischen Antisemit und »ein wahrer Freund von Israel« ist jedoch viel Platz. Wilders scheint hier die ganze Geschichte der europäischen Freiheitskämpfe nicht auf dem Schirm zu haben. Sich von einem tyrannischen System aus eigener Kraft zu befreien, kann nicht gelingen, wenn der Blick nur nach außen gerichtet ist. Allianzen zwischen Europa, Israel und Amerika helfen da nur wenig weiter, weil sie nichts über das Bewußtsein der europäischen Völker aussagen.

Nur, wenn die europäischen Völker sich vergewissern, wer sie sind und wer sie sein wollen, haben sie eine Chance, sich von der Tyrannei der »unsichtbaren Feinde« zu befreien. Es ist nämlich ein schneller Trugschluß, wir stünden einfach nur dem »Islam« gegenüber. Neben dem Islam ist es auch unsere eigene Dekadenz, unsere Bequemlichkeit, die uns an einem europäischen Kampf um die Freiheit hindert.

(Bild: flickr.com/ pietplaat/ cc)

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4 Kommentare zu “Geert Wilders und der europäische Frühling

  1. Future Man

    Die Interessen der USA und Israels sind nicht unsere Interessen. Wir brauchen keinen Islam in Europa, aber auch keinen Kreuzzug gegen ihn in seinen Ursprungsländern. Wilders ist weder konservativ, noch national. Er führt sich wie eine fremdgesteuerte Marionette auf.

  2. Er ist halt trotzdem noch besser als der Rest, würde ich sagen. Eher ein Schritt in die richtige Richtung.

  3. Björn Wagner

    @Future Man – du redest hier Schwachsinn. Geert Wilders ist weder fremdgesteuert, noch geht es um einen Kreuzzug gegen den Islam in seinen Ursprungsländern. Es geht einzig und allein darum, uns diese arabische Fascho-Pest vom Hals zu halten/schaffen und sie wieder dorthin zurückzudrängen, wo sie hingehört – hinter den Bosporus! Europa hat nicht den NS und den Kommunismus überlebt und dabei Abermillionen von Menschenleben geopfert, um sich vor der nächsten totalitären Ideologie in den Staub zu werfen und vor dieser primitiven, minderwertigen Unkultur zu kapitulieren.

  4. Mauretanier

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