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Gemeinsam gegen Terror?

todenhoeferNach den schrecklichen Anschlägen von Paris haben immer mehr Politiker und Journalisten das Bedürfnis, einen »gemeinsamen« Kampf gegen den Terror auszurufen. Vizekanlzer Sigmar Gabriel (SPD) will sogar »gemeinsam« mit möglichst allen Parteien (wirklich allen Parteien?) und der gesamten »Zivilgesellschaft« auf die Straße gehen. Ist dieses Vorhaben nun vorbildlich oder was steckt wirklich dahinter?

Gabriel verrät schnell, was er wirklich vorhat, wenn er betont, Vorbild für seine »gemeinsame« Demo sollten die Anti-PEGIDA-Kundgebungen sein. Noch deutlicher wurde der Publizist Jürgen Todenhöfer direkt am Tag des Anschlags: »Bitte gebt jedoch gerade heute auch Euren muslimischen Mitbürgern ein Zeichen der Solidarität. (…) Weil 99,9 Prozent von ihnen genauso wie jeder andere anständige Mitbürger den Mordanschlag von Paris verurteilen. Trotzdem stehen unsere muslimischen Mitbürger jetzt noch mehr unter Beschuss der Pegida-Hassprediger und anderer anti- islamischer Scharfmacher.«

Wir haben also den Grund, warum wir nicht »gemeinsam« mit Sigmar Gabriel und Seinesgleichen auf die Straße gehen können, schnell gefunden. Gabriel will gegen Terrorismus protestieren. Das ist richtig, auch wenn wir von ihm noch keinen sinnvollen Lösungsansatz zur Bekämpfung des »Islamischen Staates« und seiner Anhänger in Europa vernommen haben. Gabriel weiß jedoch nicht, wofür er eigentlich ist und schiebt für dieses »Nichts« schwammige Begriffe wie Freiheit, Frieden und Demokratie vor.

Die Bedrohung ist viel größer, als es uns Sigmar Gabriel je erzählen würde. In der Analyse ist hier Jürgen Todenhöfer durchaus zuzustimmen: »Wir müssen jetzt alle zusammenstehen, um einen gefährlichen religiösen Konflikt in Europa zu verhindern. Er könnte wie die Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten im Dreißigjährigen Krieg ganz Europa ins Chaos stürzen.«

Im Gegensatz zu Todenhöfer, der Solidarität mit Muslimen fordert und vor PEGIDA warnt, muß es jetzt unser erster Schritt sein, dieses »Wir«, also unsere deutsche und europäische Eigenart, zu definieren. Wie wollen wir Deutsche und wir Europäer leben und welche Forderungen müssen wir deshalb an diejenigen richten, die ebenfalls hier leben wollen?

Diese Forderungen müssen auch beinhalten, was mit denjenigen geschieht, die sich nicht an unsere Regeln halten. Diese müssen nämlich, um es mal ganz klar zu sagen, so schnell wie möglich ausgewiesen werden. Jeder, der unsere Kultur und unsere Gesetze nicht respektiert, muß Deutschland und Europa verlassen. Da gibt es überhaupt nichts zu diskutieren.

Neben der Definition dieser Aufgaben des »Wir« müssen wir die »Vorboten des Weltbürgerkriegs« in aller Deutlichkeit als solche diskutieren. Schwierig wird das Ganze jedoch dadurch, daß nicht einfach nur die islamistischen Terroristen an der derzeitigen Situation schuld sind. Die USA und der Westen mit dem völlig unsinnigen »Krieg gegen den Terror« haben die jetzige Situation erst entstehen lassen. Die Ursachenforschung kann also beginnen. Oberflächlichkeit können wir uns nicht mehr erlauben.

(Bild: FB-Seite von Jürgen Todenhöfer)

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

4 Kommentare zu “Gemeinsam gegen Terror?

  1. Was haben denn die USA mit algerischen Terroristen in Frankreich zu tun, oder mir unseren türkischen Kriminellen? Todenhöfer ist ein Islamist und deshalb Pegida-Gegner. Natürlich darf man sich nicht mit linken, Antideutschen verbünden, auch wenn die gegen Islamismus sind. Da trennt sich ja die Spreu vom Weizen, die Linken reagieren allergisch auf die deutschen Flaggen von Pegida.

  2. Erstens hat das Kreuz da oben in dem Bild nichts zu suchen; ich bin Christ und möchte mit den »No-Pegida-Leuten« nicht in einen Topf geworfen werden. Zweitens werde ich ganz sicher nicht mit jenen gegen Terror demonstrieren, die politisch und gesellschaftlich doch gerade die Mitverantwortung für diesen Terror tragen – das ist doch total irrsinnig!

  3. Manfred Baumann

    »…und welche Forderungen müssen wir deshalb an diejenigen richten, die ebenfalls hier leben wollen?«

    Schon die Fragestellung ist falsch. Selbst wenn sich alle wunderbar gesetzeskonform verhalten und bestens integrieren wollten, muß vorher die allerwichtigste Zahl genannt werden: Wie viele können wir überhaupt aufnehmen, bevor hier alles auseinanderfliegt?

  4. Unterliegen Sie nicht dem Mainstream und bezeichnen S. Gabriel nicht als Vizekanzler. Diesen Titel und dieses Amt gibt es nicht in der Verfassung. Man sollte diese Leute nicht unterschwellig aufwerten, was diese sich zwar immer gerne gefallen ließen, insbesondere Westerwelle u. a.

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