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GEZ-Protest in Dresden – Mit Bildergalerie

GEZ-ProtestIn Köln und Dresden haben wir uns die Protestaktionen gegen die GEZ angesehen. Der Bericht über Köln folgt noch. Über Dresden läßt sich sagen:

Eine Viertelstunde vor Beginn dachte ich, es wird ein Totalausfall. Da waren vielleicht 15 Leute da, aber dann auf einmal füllte sich der Postplatz. Am Ende waren es immerhin gut 200 Teilnehmer an der Kundgebung, die vom Postplatz zum Goldenen Reiter führte. Dort gab es dann ein paar Reden. Gefreut hat mich, daß Franz Kafkas «Vor dem Gesetz« vorgelesen wurde.

Leider muß man also sagen, daß sich der Protest aus dem Internet nur sehr schwer auf die Straße bringen läßt. Virtuell hatten sich für Dresden allein über Facebook über 800 Leute angemeldet. Viele davon sind daheim geblieben.

Beeindruckend war dennoch, daß Menschen aus allen Altersgruppen ihren Unmut über die Öffentlich-Rechtlichen kundgeben wollten: Schüler und Studenten, Rentner, Familien, …

Am Ende dürften die schwachen Teilnehmerzahlen, die auch aus anderen Städten bekannt sind, wohl daran liegen, daß dem Thema zum einen ein wenig die Luft in den letzten Wochen ausging. Es hat an der nötigen Proteststimmung gefehlt, die es noch Anfang des Jahres gab. Zum anderen hat sich gezeigt, daß für einen wahrnehmbaren Protest immer noch schlagkräftige Institutionen zur Mobilisierung und Organisation nötig sind. Die Organisatoren des GEZ-Protestes in Dresden waren äußerst sympathisch, aber man hat sofort gemerkt, daß sie keine »Profis« sind.

Was wird nun aus dem GEZ-Protest? Die Politik wird über ihn nur müde lächeln. Jeder Einzelne kann aber weiterhin auf seine Weise protestieren, indem er einfach die Zahlung verweigert und statt GEZ lieber eine »freiwillige Jugendmedienpauschale« entrichtet. Wir würden uns darüber freuen!

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

2 Kommentare zu “GEZ-Protest in Dresden – Mit Bildergalerie

  1. Ca. 100 Teilnehmer in Leipzig, 1000 wurden erwartet. Zugegeben, ein Mißerfolg für die Veranstalter. Aber ein Anfang wurde immerhin gesetzt! Der Hauptredner war ein FDP-Mann aus irgendeinem Provinznest, seine Rede war recht gut, trotzdem kamen meiner Meinung nach wesentliche Kritikpunkte zu kurz, stattdessen duzendfach papageienhaft vorgebrachte Abgrenzungsbekundungen gegenüber rechts und links. Regelrecht peinlich fand ich aber den Versuch des Redners, mit Losungen Sprechchöre anzustimmen. Der Eindruck war echt skurril, dass ausgerechnet ein sogenannter Liberaler sich überkommener Stilmittel wie Sprechchöre bedient, um Protest zu artikulieren: Also einer spricht vor, und die Masse blökt nach. – Nein, die Zeit ist da weiter, denke ich. Sprechchöre wirken heute altmodisch und komisch und ragen wie Überbleibsel einer überholten Protestkultur in unsere Zeit hinein. Das muß nicht sein.

    Die Beiträger der anderen Redner, die jedoch nur kurz zur Menge sprachen, waren radikaler, denke ich. Einige nahmen kein Blatt vor den Mund und sprachen ohne Schnörkel aus, was Sache ist.

    Auf der anderen Seite stehend, war der Staat mit einem ansehnlichen Aufgebot bestens vertreten gewesen: Jede Menge Polizisten -natürlich bewaffnet, denn man hat es schließlich mit Kriminellen zu tun- , Antifa, »NPD«, MDR-Medienbeamte und noch irgendwelche andere Typen, die sich unter die Menge mischten und sich auffällig unauffällig verhielten, die die Anwesenden gefilmt und fotographiert und wohl auch Gespräche der Teilnehmer untereinander verdeckt aufgezeichnet haben.

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