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Grundlagen mit Hans-Hermann Hoppe

Welche Bücher stehen so in der Bibliothek unseres Dresdner Zentrums für Jugend, Identität und Kultur? In den nächsten Wochen werden wir hin und wieder mal eins herausgreifen und daraus zitieren. Beginnen möchte ich mit Demokratie. Der Gott, der keiner ist von Hans-Hermann Hoppe, mit dem wir uns schon häufiger einmal beschäftigt haben.

Ich habe das Buch gelesen, als ich noch große Sympathie für den Libertarismus hatte. Inzwischen sehe ich das libertäre Menschen- und Weltbild deutlich kritischer, plädiere aber dennoch weiter für eine gemeinsame vorpolitische Arbeit zwischen Libertären und Konservativen. Hans-Hermann Hoppe nimmt dabei eine Schlüsselposition ein, weil er immer wieder ausgeführt hat, warum die Freiheit nur rechts stehen kann.

Die folgende Passage aus dem Demokratie-Buch habe ich ausgewählt, weil sie sich mit Europa, Regionalismus und Sezession beschäftigt. Themen, zu denen ich im Jungen Europa meine Meinung geäußert habe.

Im Gegensatz zur orthodoxen Meinung ist es also gerade die Tatsache, daß Europa eine höchst dezentralisierte Machtstruktur besaß, bestehend aus zahllosen unabhängigen politischen Einheiten, welche den Ursprung des Kapitalismus – die Ausdehnung der Marktteilnahme und des Wirtschaftswachstums – in der westlichen Welt erklärt. Es ist kein Zufall, daß der Kapitalismus zuerst unter den Bedingungen extremer politischer Dezentralisierung aufblühte: in den norditalienischen Stadtstaaten, im südlichen Deutschland und in den sezessionistischen Niederlanden.

(…)

Zunächst ist Sezession nichts weiter als das Verlagern der Kontrolle über vergesellschaftetes Vermögen von einer größeren, zentralen auf eine kleinere, regionale Regierung. Ob dies zu mehr oder weniger ökonomischer Integration und Wohlstand führt, hängt hauptsächlich von der Politik der neuen regionalen Regierung ab. Der Akt der Sezession als solcher hat jedoch eine positive Auswirkung auf die Produktion, denn einer der wichtigsten Gründe für Sezession ist normalerweise der Glaube auf Seiten der Sezessionisten, daß sie und ihr Territorium von anderen ausgebeutet werden. Die Slowenen spürten, und durchaus zu Recht, daß sie von den Serben und der serbisch dominierten Zentralregierung Jugoslawiens systematisch ausgeraubt wurden; den baltischen Völkern widerstrebte die Tatsache, daß sie den Russen und der russisch dominierten Zentralregierung der Sowjetunion einen Tribut zahlen mußten. Mittels Sezession werden hegemoniale innenpolitische Beziehungen durch vertragliche – gegenseitig vorteilhafte – außenpolitische Beziehungen ersetzt. Statt erzwungener Integration gibt es freiwillige Trennung. Erzwungene Integration, illustriert auch durch Maßnahmen wie die Zwangsbeförderung (»busing«) von Schulkindern in entfernte Schulbezirke, um die bestehende freiwillige räumliche Trennung von Rassen oder Klassen zu verhindern, Mietpreisbindung, die bevorzugte Behandlung von Minderheiten, Antidiskriminierungsgesetze und, wie in Kürze erklärt werden wird, »freie Einwanderung«, erzeugt unweigerlich Spannung, Haß und Konflikt. Im Gegensatz dazu führt freiwillige Trennung zu Harmonie und Frieden.

Bild: Hans Hermann Hoppe / ?von: Avatar /? Wikipedia /? CC

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