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Güner Balci, Thilo Sarrazin und die »Kommunikation der permanenten Notlüge«

FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher findet in der Affäre Güner Balci harte Worte für das öffentliche Meinungsklima in Deutschland:

Die Frage stellt sich, ob sich der sogenannte öffentliche Diskurs in Sachen Sarrazin und dessen, wofür sein Erfolg steht, nicht allmählich zu einer Kommunikation der permanenten Notlüge entwickelt. Diese Gesellschaft ist nicht in der Lage, ein irreleitendes Buch zu diskutieren. Und Sarrazin hat es geschafft, dass die Institutionen, die sich mit ihm befassen, allesamt in den Zustand der Notlüge geraten. Das begann beim Bundespräsidenten und der Bundesbank und landet jetzt beim „Aspekte“-Film, über den geredet wurde (leider auch weil Balci und Sarrazin vorab in „Welt“-Artikeln dramatisierten), ehe ihn überhaupt jemand gesehen hatte, endet jetzt vorläufig dabei, dass die Autorin Balci demontiert und isoliert wird.


Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

3 Kommentare zu “Güner Balci, Thilo Sarrazin und die »Kommunikation der permanenten Notlüge«

  1. Schirrmacher irrt selber, wenn er meint, Sarrazin habe mit seinem Buch primär die Absicht verfolgt, die Gesellschaft in die Irre zu leiten. Vielmehr haben schon die tatsächlich verfügten Sprechverbote und neuerdings auch Platzverweise nur sichtbar gemacht, auf welchem Irrweg die Gesellschaft bereits unterwegs ist.

    Im Übrigen:

    »Nicht nur Menschen, ganze Völker werden altern.«
    Frank Schirrmacher (2004), in: »Methusalem-Komplott«.

    Nach der Deutungsschablone, die Schirrmacher jetzt an Sarrazin angelegt, kann auch dieser scheinbar harmlose Satz nur als Ausdruck eines völkisch biologistischen Weltbildes verstanden werden.

  2. Der verlogene Schirrmacher, hat in seinem Artikel ganz vergessen zu erwähnen, daß er selbst zu den ersten Hetzern gegen Sarrazin gehörte und diese unverhohlen in seinem Artikel fortsetzt.

    Der Artikel Schirrmachers ist inkonsistent und lächerlich. Man hat den Eindruck, hier wird auf Grundschulhof-Niveau versucht, die Merkel’sche »Nicht-Hilfreich«-«Argumentation« auf der klassischen »Nazi-Keulen-Arumentation« weiterzureiten.

  3. Mal ein kleiner Lichtblick, Balsam für die wunde Seele.

    Ulf Poschardt (wer hätte ihm zugetraut, sowas zu schreiben):

    »Intellektuelle versuchen nach der Schreckenstat in Norwegen, die Islamdebatte an Stellen zu retabuisieren, wo es für linke Migrationsfantasien schmerzhafte Niederlagen gab.«

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13512986/Deutsche-Blamage-wir-und-Norwegens-Tragoedie.html

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