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Hakenkreuze und Hitler-Grüße überall

Was ist nur mit den Deutschen los? Polizei und Presse melden derzeit täglich neue Nazi-Schmierereien und rassistische Angriffe. Wo kommen die nur auf einmal alle her? Haben wir nichts aus der Geschichte gelernt? Ist dies ein Problem von ein paar wenigen dumpfen Neonazis oder kommt der rechte Extremismus tatsächlich aus der Mitte der Gesellschaft? Wir haben auf diese Fragen schon genügend Antworten geliefert; jetzt will ich euch aber einmal mit den harten Fakten der letzten Tage konfrontieren. Was ist hier los? Eine Auswahl:

Mössingen-Talheim. 19./20.11.2011. Polizeibericht

In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden in der Beethovenstraße im Bereich der Turn- und Festhalle rassistische Schmierereien begangen. Die noch unbekannten Täter sprühten mit roter und schwarzer Farbe Hakenkreuze und SS-Runen sowie ausländerfeindliche Parolen und verschandelten nicht nur die Fassade der Halle, sondern auch einen dort abgestellten Kühlwagen einer Brauerei und vereinzelte Bereiche am Skater-Platz. Die Höhe des angerichteten Schadens ist noch nicht bekannt. Der Staatsschutz der Kriminalpolizei Tübingen hat die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufgenommen. Hinweise nehmen der Polizeiposten Mössingen, Tel: 07473/9521-0 und die Kriminalpolizei Tübingen, Tel: 07071/972-8660, entgegen.

Berlin-Mitte. 17.11.2011. Tagesspiegel

Ein US-Amerikaner ist am Donnerstagnachmittag in Berlin fremdenfeindlich beleidigt und geschlagen worden. Der 48-Jährige war im Media-Markt des Einkaufszentrums Alexa in Mitte von zwei Männern bedrängt und geschlagen worden, bis er in ein Verkaufsregal fiel. Wie die Polizei am Freitag weiter mitteilte, zeigte einer der beiden 22 und 26 Jahre alten Angreifer bei der Attacke den Hitlergruß.

Lichtenfels. 20.11.2011. Neue Presse

Am Sonntag gegen 0.30 Uhr sprühte ein 19-jähriger Lichtenfelser an einer Tankstelle in der Krappenrother Straße mit einem Cockpitspray, unmittelbar vor dem dortigen Shop, ein Hakenkreuz und das Wort »Hitler« auf den Asphalt.

Hünfeld. 13.11.2011. Polizeibericht 

Sonntagnacht sprühte ein Unbekannter auf den Gehweg vor dem Haunecenter, in der Josefstraße, ein 80 mal 80 Zentimeter großes Hakenkreuz. Das Ordnungsamt der Stadt Hünfeld hat die Schmiererei zwar bereits beseitigt, allerdings ermittelt die Polizei nun wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Stolberg. 17.11.2011. Polizeibericht

An insgesamt acht Stellen im Umfeld der Talstraße haben Unbekannte Strom- und Postkästen mit rechten Zeichen, Abkürzungen und Symbolen besprüht. Im Breiniger Weißdornweg malte man ein großes Hakenkreuz auf die Straße.

Lauterbach. 11.-14.11.2011. Polizeibericht

Auf die Autoscheibe eines silbernen Audis ritzten unbekannte Täter am vergangenen Wochenende zwischen Freitagnachmittag und Montagmorgen ein Hakenkreuz auf dem Parkplatz in der Straße »Am Eichberg« in Lauterbach. Es entstand ein Sachschaden von rund 200 Euro.

Detmold. 19.11.2011. Polizeibericht

Am Samstag fand zwischen 14 und 15 Uhr auf dem Detmolder Bruchberg eine Kundgebung des Antifaschistischen Arbeitskreises zum Thema »Neonazis in Detmold stoppen!« statt. Während der Kundgebung zeigte ein 18-jähriger Detmolder Zuschauer deutlich sichtbar den »Hitlergruß«.

Berlin-Lichtenberg. 20.11.2011. Berliner Morgenpost

Die Polizei hat am Sonntag einen 20-Jährigen in einem Bus in Karlshorst festgenommen, der in dem Bus randaliert und den Hitler-Gruß gezeigt. (sic!)

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

2 Kommentare zu “Hakenkreuze und Hitler-Grüße überall

  1. Steffen Franke

    Nun ich denke das unsere »Freunde« von der Antifa es sich nicht nehmen lassen,noch ein bischen Öl in das Feuer zu gießen.Und den braven Bundesbürger die Gefahr, die von »rechts«ausgeht nochmal bildlich vor Augen führen wollen.Zum anderen gehe ich davon aus, das es immer ein paar Blödmänner gibt, die in den obskuren Morden eine Art »Zeichen« sehen,und nun im Vollsuff zeigen wollen wie hart sie sind,und das sie auch schon immer dazu gehört haben. Zu guter letzt schauen die Behörden,und die Polizei jetzt überall noch mal ganz genau hin,um ja keinen « Nazi« zu übersehen,und machen aus jeder Mücke einen Elefanten.Ich denke alles zusammen wird wohl die Vielzahl der Vorfälle erklären.

  2. Gardeleutnant

    Ich wüßte zu gerne, was »rechte Symbole« sind – das christliche Kreuz? Ein Preußenadler (ganz schwer zu sprühen)?

    Spaß beiseite: Das waren, was die Schmierereien angeht, offensichtlich Linksradikale. Kennen wir doch. In den Kaff Talheim mit unter 2.000 Einwohnern z.B. findet die Google-Suche sehr schnell einen stramm linken Verlag. Ein Schelm, wer usw.

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