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Homo-Ehe und Meinungsfreiheit

regenbogenfahneAbgesehen von Schottland und Nordirland dürfen ab 2014 in Großbritannien homosexuelle Paare heiraten. Im britischen Unterhaus, das dem »Marriage (Same Sex Couples) Bill« zustimmte, gab es dazu eine kontroverse Debatte, die schließlich bei der Frage endete, wie lange es noch erlaubt sein wird, zu behaupten, daß es Ehen nur zwischen Mann und Frau geben kann.

Gerald Howarth von den Tories warnte vor einer »aggressiven homosexuellen Community, die dieses Gesetz als Meilenstein auf dem Weg zu etwas noch anderem ansieht« (mehr dazu hier auf FreieWelt.net bzw. hier auf The Telegraph):

Es gibt jetzt sehr viele Menschen da draußen, die – abseits all dessen, das hier gesagt wurde –, sich unfähig oder daran gehindert fühlen, ihre wahre Ansicht zu äußern, dass es eine Ehe nur zwischen einem Mann und einer Frau geben kann.

 

(…)

 

Da wir in einer politisch korrekten Gesellschaft leben, wird es besonders interessant sein zu sehen, was mit Lehrern passiert. Wie viele Lehrer werden sich in der Lage sehen, auch in Bekenntnisschulen ihre Meinung zu sagen, wenn sie Angst haben müssen, die politischen Meinungsmacher zu provozieren und womöglich ihre Arbeitsstelle zu verlieren?

Im Klartext: Howarth fürchtet, daß es in naher Zukunft sozial oder gar juristisch sanktioniert wird, wenn man gegen die Homo-Ehe öffentlich eintritt. Unfreiwillig bestätigte diese Bedenken schließlich der homosexuelle Abgeordnete, Nick Herbert, der betonte, Howarths Worte von der »aggressiven homosexuellen Community« würden die Meinungsfreiheit in einem »nicht vertretbaren Maße« strapazieren.

Wo also verläuft die Grenze? Was ist eine (strafbare) Beleidigung von Homosexuellen? Was sind berechtigte Einwände gegen die Homo-Ehe? Zu diesen Fragen hat der französische Philosoph Bertrand Vergely in seinem Thesenanschlag »Die Diktatur der Konfusion« das Wesentliche gesagt:

1. Es kommt darauf an, zwischen der Frage der Homosexualität und der Frage der sogenannten Homo-Ehe zu unterscheiden. Homosexualität gehört in die Sphäre des Privaten und Individuellen. Es gibt in der Gesellschaft Menschen, deren Zuneigung sich auf Menschen gleichen Geschlechts bezieht. Warum ist das so? Wir wissen es nicht und werden es wegen der Vielzahl der möglichen Gründe wohl niemals wissen. Nichtsdestotrotz handelt es sich um einen Tatbestand, den die Gesellschaft anerkennen muss, indem sie den Homosexuellen die gleichen Rechte auf Schutz ihrer Privatsphäre zugesteht wie jedem anderen Bürger.

 

2. Im Gegensatz dazu betrifft die Einführung der Homo-Ehe alle. Denn hiermit soll eine bislang gültige Norm ein für alle Mal abgelöst und eine neue Norm für Familie, Abstammung und Weitergabe des Lebens etabliert werden.

 

(…)

 

4. Es deutet derzeit viel darauf hin, dass Ehe, Abstammung und Weitergabe des Lebens ihre Bedeutung verändern. Die Weitergabe des Lebens soll nicht mehr als der hauptsächliche Sinn der Ehe verstanden werden. Statt der Zeugung von Kindern soll vielmehr das »Gefühl« zu ihrer Grundlage werden.

 

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(Bild: Ludovic Bertron from New York City, Usa / CC)

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

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