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Ich bin Patriot, aber kein Nazi

Über 6000 Mitglieder von Facebook haben mittlerweile bei der Seite Ich bin Patriot, aber kein Nazi »Gefällt mir« geklickt. Das sind mehr Fans als die Junge Freiheit auf Facebook hat. Bemerkenswert finde ich an der Seite insbesondere, wie es gelingt, mit ein paar Bildern die Leute anzusprechen. Die hier verfolgte Strategie, mit ein paar Photoshop-Spielereien positive Emotionen zu wecken, geht anscheinend voll auf.

Ist das moderner Patriotismus? Sollten wir uns davon eine Scheibe abschneiden? Oder ist das alles ein nebensächliches Phänomen ohne Bedeutung?

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

5 Kommentare zu “Ich bin Patriot, aber kein Nazi

  1. Tja, allem Anschein nach ist die Aufmerksamkeit der breiten Masse – wenn überhaupt – allein über solche seichten, leicht verständlichen Themen und Formulierungen und natürlich mit schönen bunten Bildern zu gewinnen. Leider. Das wußten schon der Österreicher und Axel Springer.

    Der durchschlagende und breite Erfolg der BILD-Zeitung, der von Höhergebildeten immerfort verachtet, aber doch heimlich beneidet wird, hat seinen Grund in eben dieser Strategie, die breite Masse in der Sprache anzusprechen, die die ihrige ist.

    Zur Masse zu sprechen, heißt zu Proleten zu sprechen. Und wer vor Proleten Gehör finden möchte, muß deren Sprache verstehen und zu beherrschen lernen.

  2. Ich sehe das differenzierter. In sozialen Netzwerken und vor allem im Internet ist der Patriotismus sehr weit verbreitet, denn dort ist es einfacher, schnell mal seine Meinung kund zu tun.

    Im realen Leben ist dies etwas anderes. Vor allem das Handeln und der Aktivismus einiger Internetpatrioten, läßt im realen Leben leider oft zu wünschen übrig.

    Meinen Vorschreiber muss ich ebenfalls Recht geben. Leider ist das Niveau in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken.

  3. Lion Edler

    Die »Junge Freiheit« kennt aber nur ein kleiner Teil der Bevölkerung, während mit den Begriffen Patriotismus und Nationalstolz Jeder etwas anfangen kann. Insofern würde ich das jetzt nicht als deprimierend und als Beweis für die Chancenlosigkeit von weniger »seichten« Formulierungen einstufen, dass diese Facebook-Seite mehr Facebook-Fans hat als die JF.

    mfG,

    L.Edler.

  4. Ich kenne diese Art Seiten schon aus schüler-/studi-/meinVZ-(usw.)Zeiten, es ist also kein neues Phänomen. Der einfache Zugang durch die rein emotionale Patriotismus- oder Nationalsstolz-Basis lässt schnell eine Masse an Menschen zusammenkommen. Problem: Es bleibt Masse. Ein ziemlich unterschiedlicher Haufen der sich ebenso schnell wie er zusammenkommt, auch an politischen Einzelthemen entfremden kann. Mit in der Masse sind meist sehr aktive Individuen, die diese Plattform für ihre Hass- und Schimpftriarden nutzen und das ganze Gruppen-Klima vergiften (dazu zähle ich auch Leute die ihren Patriotismus mit Hass auf andere Länder begründen und Leute die auf bestimmte »nationale Liedermacher« verweisen). Anstatt die Menschen für das deutsche Vaterland zu vereinen, werden verschiedene Gruppen bis zum Geht-nicht-mehr ausgeschlossen. Wenn hier nicht moderiert wird, kann das das Ende des Wachstums oder der ganzen Gruppe bedeuten. Ohnehin die Moderation: Zeit, Durchhaltevermögen und Geradlinigkeit werden gebraucht. Das zu halten ist schwierig und man ist vor Unterwanderungen nicht sicher. Hält die Moderation können sich auf dieser Plattform aber auch Gleichgesinnte Treffen, die sich wiederum organisieren. Das ist praktisch.

    Deswegen Respekt an die Verantwortlichen der besprochenen Gruppe für das Erreichte – auch wenn ich manche Beiträge (z.B. den Anti-Anti-Fa-Beitrag mit der Sodomie) ziemlich schamlos und damit unwürdig finde. So eine Gruppe mit einer anständige Netiquette und Mod. wäre was Feines…

  5. David Engmann

    Es ist sehr schamlos was sich einige Gruppierungen herausnehmen, dass hat doch keinesfalls etwas mit patriotismus zu tun und warum wird jeder als Nazi abgestempelt der Thor Steinar Kleidung trägt, ich nenne das alle über einen Kamm scheren.
    Gruß David

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