Gesichtet

Impfen – und dann?

War 2020 das Jahr des Corona-Virus, so wird 2021 höchstwahrscheinlich das Jahr der Corona-Impfung. Hoffend wird auf Israel, den Vorreiter-Staat in Sachen Impfung, geschaut. Andererseits wartet man in Deutschland offenbar vergebens auf eine baldige Impfung, vor allem, wenn man jung und gesund ist.

Die ersten Zahlen aus Israel scheinen vielversprechend. Ein Impfschutz ist offenbar nachweisbar. Alles scheint so zu sein, wie es uns seit März letzten Jahres von Politikern immer und immer wieder erzählt wird. Ist der Impfstoff also wirklich die erhoffte Wunderwaffe? Die Fahrkarte zurück in die Normalität? Das Land ist hinsichtlich dieser Frage gespalten. Impfwillige stehen Impfverweigeren gegenüber. Letztere Gruppe ist gar nicht so klein. Umfragen zufolge wollen sich 15 Prozent der Bundesbürger auf keinen Fall impfen lassen, weitere 25 Prozent sind zumindest skeptisch.

Norwegen: Nebenwirkungen der Impfung führen bei Gebrechlichen zum Tode

In der Tat gibt es Sachverhalte, die Zweifel an der Impf-Euphorie nähren. Ein Puzzleteil kommt aus Norwegen. Dort hat sich der Chefarzt der norwegischen Arzneimittelbehörde unlängst mit der Mahnung zur Vorsicht bei der unterschiedslosen Corona-Impfung zu Wort gemeldet. Einige Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Impfungen veranlassten Dr. Sigurd Hortemo alle Berichte über die Todesfälle sorgfältig zu prüfen.

Infolgedessen wurde der Leitfaden für Corona-Impfungen mit neuen Hinweisen zur Impfung gebrechlicher älterer Menschen geändert. Denn, so die Begründung des Chefs der Arzneimittelbehörde, die Berichte könnten darauf hinweisen, dass häufige Nebenwirkungen der mRNA-Impfstoffe wie Fieber und Übelkeit bei einigen gebrechlichen Patienten zum Tode geführt haben.

Deutschland: Ebenfalls viele Tote nach der Impfung

Ein weiteres Puzzleteil kommt aus Deutschland selbst. Hier sind bisher auch über 100 Menschen kurz nach einer Corona-Impfung gestorben. Zwar gaben Wissenschaftler des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) Entwarnung. Es gebe keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen den Todesfällen und den Impfungen.

Dennoch wird man stutzig, wenn man den Abschlussbericht liest. Das Durchschnittsalter jener verstorbenen Menschen lag bei 85 Jahren. Der Virologe und Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO), Dr. Thomas Mertens, drückt es so aus: „Wenn Sie in einer Gruppe von Menschen impfen, die sowieso ein statistisch hohes Risiko haben, in nächster Zeit zu sterben, dann kann es natürlich auch sein, dass jemand im engeren zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung stirbt.“ Das müsse aber nicht zwangsläufig mit den Impfungen zu tun haben. Ist das nicht genau die Argumentation, die seit einem Jahr auf die Corona-Toten angewandt wird? Wohlgemerkt: Mit umgekehrten Vorzeichen!

Bisher wurde nie ein Unterschied zwischen „an und mit Corona“ gemacht. Eine Unterscheidung war nicht erwünscht. Einwände, dass die Corona-Toten im Durchschnitt über 80 Jahre alt gewesen waren, wurde mit dem Hinweis weggewischt, es gehe um jedes Leben (Markus Söder). Phrasen, wie „jeden Tag ein Flugzeug“ (Markus Söder) wurden als Holzhammer gegen jeden Einwand eingesetzt. Nun aber ist genau der Umstand, der seit einem Jahr immer wieder von Gegnern der Zwangsmaßnahmen wiederholt wird, legitim? Vielleicht, weil die Todeszahlen sonst kein entsprechendes Horror-Szenario heraufbeschworen hätten?

Astra-Zeneca?

Erst kürzlich ist ein neues Puzzleteil aufgetaucht. Dieses Mal aus Dänemark. Hier wurden die Impfungen mit Astra-Zeneca ausgesetzt. Grund waren schwere Fälle von Blutgerinnseln bei Personen, die mit dem Mittel geimpft worden seien, teilte die dänische Gesundheitsverwaltung mit. Die europäische Arzneimittelbehörde (Ema) will nun Untersuchungen einleiten. Auch in Norwegen, den Niederlanden und anderen Staaten wurde der Impfstoff kurzfristig ausgesetzt.

Schließlich ist die Frage nach Langzeitschäden durch die Impfung noch nicht einmal annähernd geklärt und wird sich erst in den folgenden Jahren und Jahrzehnten beantworten lassen. Nicht umsonst braucht normalerweise die Entwicklung eines Vakzins Jahre bis Jahrzehnte. Sicher, für eine 80-jährige Dame mag die Impfung in diesem Fall die einfachste Wahl sein. Immerhin kann sie auch mit der Impfung ohnehin auf nicht mehr als ein paar letzte schöne Jahre hoffen. Ein 40-jähriger Familienvater hingegen kann sich nicht einfach auf das Wort von Politikern verlassen, es werde schon alles gut gehen.

In Deutschland steigt nunmehr seit fast sechs Wochen die Zahl der Corona-Positiven. Die Zahl der Todesfälle der „an oder mit“ Corona Verstorbenen sinkt hingegen. Bisherige Erfahrungen, dass die Todeszahlen mit einer Verzögerung von rund einem Monat ebenfalls wieder ansteigen, scheint sich – zumindest bis jetzt – nicht zu bestätigen. Gleiches gilt für die Belegung von Intensivbetten. Ob das nun daran liegt, dass auch hierzulande die Risikogruppe der über 80-Jährigen mehr oder minder durchgeimpft sind oder an etwas gänzlich Anderem, sei an dieser Stelle einmal dahingestellt.

Wenn die Impfung wirkt, was bringt dann eine Massenimpfung?

Nehmen wir einmal an, dieses Phänomen ist wirklich auf die erfolgte Impfung von besagten alten Menschen zurückzuführen, was für einen Sinn haben dann aber Massenimpfungen? Für einen gesunden 30-jährigen Mann beispielsweise besteht kein nennenswertes Risiko, an Covid-19 zu sterben. Zumindest kein größeres als vom Bus überfahren zu werden. Es wird immer betont, man müsse sich solidarisch zeigen mit den Alten, die ohne die Massenimpfung sterben müssten.

Anders herum wird ebenfalls ein Schuh draus. Was ist daran solidarisch, sich als Nicht-Risikopatient einen Impfstoff injizieren zu lassen, der unter Garantie mehr Schaden als Nutzen bringt, weil der Tod durch Corona keine nennenswerte Option darstellt? Die Mehrheit der Bevölkerung zu zwingen bis jetzt ungeklärte Risiken für Leib und Gesundheit auf sich zu nehmen, nur damit eine Minderheit womöglich noch etwas länger leben darf, klingt herzlos.

Ruf nach Solidarität führt zu Schönfärberei

Die hierzulande so verbreitete utilitaristische Ethik hingegen würde genau so argumentieren. Und auch der fromme Christ kann sich nicht unendlich in Altruismus üben. Schließlich ist auch die mutwillige Schädigung des eigenen Leibes sündhaft. Vor allem, weil der Ruf nach Solidarität zu reiner Schönfärberei verkommt, wenn das Vakzin die Ausbreitung des Virus nicht vollständig stoppen kann. Genau das geht aber aus den vorläufigen Berichten aus Israel hervor.

Zudem muss eines klar sein: Auch mit der Impfung gegen das Corona-Virus wird dieses nicht aus der Welt verschwinden. Grippe-Viren sind äußerst zähe und wandlungsfähige Zeitgenossen. Warum sonst gibt es nach jahrzehntelanger Impfung gegen die Influenza nach wie vor jeden Winter eine Grippesaison?

Die nächste Virus-Variation kommt bestimmt. Warum sollte der Corona-Impfstoff etwas können, dass sein älterer Bruder, der Influenza-Impfstoff nicht kann? Weil er viel innovativer und neuer ist? Oder vielleicht nur deswegen, weil wir derzeit eine nationale Pandemie erleben? Eine Pandemie, die sich vor allem in den Köpfen der Menschen abspielt?


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