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»Ja, Panik«, die »taz« und wir mittendrin

Die taz teilt heute mit, das »größte musikalische Ereignis des Jahres« komme aus Österreich, obwohl das Jahr längst noch nicht rum ist. Gemeint ist das neue Album DMD KIU LIDT der Band Ja, Panik. Der taz ist es auch gleich gelungen, diese Mega-Musiker zu interviewen und eine steile Überschrift zu finden (»Es sind schon unschuldigere Menschen als Merkel und Sarkozy getötet worden«). Im Übrigen: Nächste Woche veröffentlichen wir eine Todesliste mit Politikernamen, denen wir uns demnächst mal widmen werden. Hahaha!

Wir haben nämlich nichts Besseres mehr zu tun, seitdem Mega-Musiker wie Ja, Panik nicht mehr mit uns sprechen. Achja, da war ja was und das ist auch der taz nicht entgangen. Sie fragt explizit nach, wie es denn passieren konnte, daß die Band uns ein Interview gegeben hat.

Ihr hattet für die letzte Platte einem Internetmagazin namens „Die Blaue Narzisse“ ein Interview gegeben, das sich als zumindest rechtskonservativ herausgestellt hat.

Spechtl: Das war wirklich eine schlimme Geschichte. Das Label hat eine Interviewanfrage von einer „Schülerzeitung“ bekommen und wir nicht weiter recherchiert. Das passiert uns auch nie wieder… Als das Interview online war, habe ich mir die Seite zum ersten Mal angesehen – und gleich beim nächsten Artikel gemerkt, in welchem Umfeld wir gelandet sind. Wir waren die ersten, die es entdeckt hatten, aber auch Bonaparte oder Tocotronic hatten Interviews für die Blaue Narzisse gegeben.

Habt ihr euch überlegt, ob eine ausdrückliche Distanzierung nicht sogar mehr Wirbel verursacht und darüber nachgedacht, ob das unkommentiert nicht vielleicht in den Weiten des Netzes verschwindet?

Pabst: Wir haben zuerst dem Typen geschrieben und ihn gebeten, das Interview herunterzunehmen, was er aber verweigert hat und meinte, das wäre ja wieder typisch für „die Linken“, dass sie so wie wir reagieren…

Spechtl: Damit war für uns klar, dass wir Stellung beziehen müssen. Wir konnten uns nicht stillschweigend in diesem Umfeld aufhalten.

Wer das skandalisierte Interview noch einmal lesen möchte, der wird hier fündig. Nachdem dann das Jugendradio des Bayrischen Rundfunks aufgrund dieses und weiterer Interviews vor uns warnte, haben wir uns auch noch einmal geäußert: Interviewskandal: „The Angst And The Money“ von Albert Koch und Ja, Panik. Zudem wird der Fall hier kommentiert.

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

2 Kommentare zu “»Ja, Panik«, die »taz« und wir mittendrin

  1. Enkel des Wolfes

    Kuhl! Tocotronic hat uns ein Interview gegeben! *freu*

  2. Die Musikgruppe »Ja, Panik« kenne ich nicht, aber deren Name erinnert mich an das »Don’t Panic«, das sieht aus wie Ideenklau.
    http://www.wired.com/geekdad/wp-content/uploads/2009/05/dontpanic_1024.jpg

    Zum Hintergrund:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Encyclopaedia_Galactica

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