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Josef S. spricht …

… und zwei Aussagen sind dann doch interessant:

1.

Natürlich sind Straftaten auf der Demonstration passiert. Aber man kann auch diskutieren, welches Leid die nationalistische Denkweise der Burschenschaften über Menschen bringt: Wie viele Menschen im Mittelmeer sterben bei der Überfahrt, weil das der einzige Weg ist, nach Europa zu kommen? Es wird medial sehr stark auf diese Krawalle fokussiert. Krawalle bringen medial mehr Auflage, aber dieses leise, schleichende Entgleiten der Gesellschaft durch solche populistischen Aussagen wird nicht beachtet. Solche Aussagen ermutigen aber auch manche Menschen, Gewalttaten gegen Ausländer zu begehen.

Josef S. gibt also zu, daß sich manche Demonstranten wohl etwas daneben benommen haben. Das ist aber nicht so schlimm wie eine falsche »Denkweise«. Was wäre die logische Schlußfolgerung dieses Ansatzes? Laßt die Linken Steine werfen, wenn sie nur das richtige Ziel treffen und sperrt alle Rechten – die mit der falschen »Denkweise« – ein, damit sie keinen Schaden anrichten. Willkommen also im Überwachungs- und Gesinnungsstaat des Josef S.!

Besonders absurd ist nachher natürlich, wie er plötzlich das Thema wechselt und politische Mißstände anspricht, die »Krawalle« rechtfertigen würden, weil man nur so mediale Aufmerksamkeit errege. Und doch sind am Ende wieder die »Denker« die eigentlich gefährlichen, weil sie andere »ermutigen« würden, »Gewalttaten gegen Ausländer« zu begehen. Für Josef S. ist dabei natürlich klar, daß Gewalttaten gegen Rechte richtig sind und Gewalttaten gegen Ausländer das größtmögliche Verbrechen.

Auf die kriminellen Milieus angesprochen, die ihm im Gefängnis begegneten, rutscht ihm dann aber doch eine unüberlegte Bemerkung heraus.

2.

derStandard.at: Welche Bekanntschaften haben Sie im Gefängnis gemacht?

Josef S.: Viele hatten Migrationshintergrund, das waren klassische Leute, die keine Ausbildung haben, die Probleme haben, die gesellschaftlich nicht akzeptiert sind. Es gab viele mit Drogenproblemen, auch viele, die keine Arbeitserlaubnis haben, weil sie Asylsuchende sind – und die dann mit irgendwelchen kleinen Jobs versuchten, Geld zu akquirieren. Sehr viele nette, freundliche Menschen, die einem auch helfen, wenn man was braucht.

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6 Kommentare zu “Josef S. spricht …

  1. Was ist am zweiten Absatz unüberlegt? Die klassische Argumentation der Linken ist doch, das Ausländer deswegen überdurchschnittlich häufig kriminell sind, weil sie diskriminiert werden.

  2. Felix Menzel

    @ Egon: Weil er damit zugibt, daß Ausländer häufiger kriminell in Erscheinung treten.

  3. Alexander

    Ja, kriminell zwar, aber nett und freundlich, »die einem auch helfen, wenn man was braucht.«

  4. Ron Swanson

    Zum Beispiel mit einem billigen Navi, damit er auch den Weg nachhause wieder findet.

  5. Kriminelle Ausländer sind nett und freundlich, wohingegen Walzer tanzende Wiener, böse und unfreundlich sind? Ach ja, wegen dem Mittelmeer und der gefährlichen Überfahrt! Linke reden nur Sch….!

  6. Er ist und bleibt für das politische Milieu, nicht nur in Jena, ein Held!
    http://rundertischdgf.wordpress.com/2014/07/25/grune-helden/

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