Anstoß

Kein Geld mehr für Abtreibungen

Man kann dem neuen Präsidenten von Amerika viel nachsagen. Eines jedoch steht fest. Donald Trump polarisiert.

Schon in seinem Wahlkampf verging keine Veranstaltung, die es nicht in die Schlagzeilen der Presse aus aller Welt geschafft hätte. Linke Journalisten und Politiker sehen in ihm die Personifizierung des Bösen schlechthin, konservative und rechte Gruppierungen und Parteien in Europa ein eindeutiges Zeichen für einen Gezeitenwechsel. Trump als Gradmesser für den sich drehenden Wind im Zeitgeist.

Trump setzt sich durch. Er macht Politik, statt sie nur zu simulieren

Keine Woche im Amt und schon hat er mehr erreicht, als viele es ihm zugetraut hatten. Vor der Wahl war der Kandidat Trump noch ein undurchsichtiger Zeitgenosse. Wird er etwas ändern? Macht er wirklich alles anders? Oder ist sein „Make America great again“ nur eine weitere leere Wahlkampf-Phrase?

Mit Hilfe nur eines Tweets auf Twitter stoppte Trump den Autobauer Ford mit seinen Bestrebungen, Arbeitsplätze von den USA nach Mexiko auszulagern. Stattdessen werden weitere Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten geschaffen. Keine vierundzwanzig Stunden nach seiner Amtseinführung war zudem die Webseite der Schwulen- und Lesben-Community von der Internetpräsenz des Weißen Hauses verschwunden. Ein symbolischer Akt des Auskehrens. Mit Trump gibt es eine neue Politik. Das gefällt den Amerikanern nur zu gut. Ein Präsident, der nicht vor übermächtigen internationalen Lobbygruppen in die Knie geht.

Jedes Jahr 500 Millionen Dollar weniger für Abtreibungslobby

Jetzt am Montag unterzeichnete er ein Dekret, das der Abtreibungslobbygruppe „Planned Parenthood International“ den Geldhahn zudreht. Ab sofort bekommt Planned Parenthood kein Geld mehr vom amerikanischen Steuerzahler. Dabei geht es um nicht geringe Summen. Allein im Kalenderjahr 2016 waren das rund 500 Millionen US-Dollar. Auch hier geht es um das Auskehren der „Sünden“ seines Vorgängers. Dieser hatte acht Jahre zuvor die Finanzierung der Lobbygruppe durch staatliche Gelder ermöglicht. Mit einer seiner ersten Amtshandlungen als Präsident der Vereinigten Staaten hat Trump somit eines seiner ersten Wahlversprechen eingelöst: den Kampf gegen die hohen Abtreibungszahlen in den USA zu forcieren.

Planned Parenthood und ihre nationalen Ableger, wie „pro Familia“ in Deutschland, sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass weltweit mehr als 50 Millionen Schwangerschaftsabbrüche unternommen werden. Das sind über 50 Millionen Kinder, die nicht zur Welt kommen dürfen. Dabei geht es diesen Organisationen weder um den Schutz des ungeborenen Lebens oder um das Wohl der Frauen, sondern um Profit. Denn Abtreibungen sind ein profitables Geschäft.

Ein Tag der Freude für Lebensschützer

Wenn es hier um den Schutz menschlichen Lebens gehen würde, würden nicht weltweit Millionen von Dollar investiert, damit die Vorteile einer Abtreibung hervorgehoben, die Risiken aber verschwiegen werden. Es würden nicht laufend neue Abtreibungskliniken eröffnet und dafür gekämpft werden, Spätabtreibungen in jedem Land zu legalisieren. Von diesen Organisationen wird nichts in die Richtung unternommen, dass man verzweifelten schwangeren Frauen hilft, sich für ihr Kind entscheiden zu können. Da lässt man diese Frauen allein. Abtreibung sei der einzige Weg, weil am profitabelsten für Organisationen wie Planned Parenthood. Das Wohl der Frauen und Kinder ist zweitrangig.

Mit seinem Dekret hat Donald Trump diesem Treiben einen erheblichen Dämpfer verpasst. Nicht nur für Lebensschützer ist dies ein Tag der Freude. Der Tag wurde übrigens nicht zufällig gewählt. Denn am gleichen Tag, 44 Jahre zuvor, hatte das oberste Gericht der Vereinigten Staaten von Amerika die Abtreibung legalisiert.

Aktionen, wie diese zeigen, dass man sich bei dem neuen Präsidenten auf einiges gefasst machen kann. Denn damit hat er eines klar gestellt: Dass er sich nicht von internationalen Lobbygruppen und Konzernen einschüchtern lässt. Man darf sich also auch hoffentlich weiterhin auf einige unkonventionelle Verlautbarungen aus dem Weißen Haus gefasst machen. Das mediale Zähneknirschen, dass Verlautbarungen wie diesen auf den Fuß folgt, kann nur als positives Zeichen gewertet werden.

Was passiert in Europa?

Hat sich aber mit der Wahl Trumps ein Wechsel des Zeitgeistes angekündigt, der bis nach Europa ausstrahlen wird? Ist gar ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen? So weit würde ich nicht gehen. Es ist nach wie vor viel zu tun. Und obwohl die USA die größte staatliche Macht auf diesem Planeten darstellen, lösen sich europäische Probleme nicht in Luft auf, nur weil die Amerikaner ihr Kreuzchen an der richtigen Stelle gemacht haben. Zumindest aber ist ein Schritt in die richtige Richtung getan.

(Bild: American Life League, flickr, CC BY-NC 2.0)

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3 Kommentare zu “Kein Geld mehr für Abtreibungen

  1. Jürgen Graf

    Donald Trump ist offensichtlich ein Mann der Tat und verliert keine Zeit. Einerseits ist es natürlich betrüblich, dass er, der im Wahlkampf lautstark gegen Goldman Sachs wetterte, nun mehrere Mitarbeiter dieser Bank in hohe Positionen berufen hat; andererseits hat er in den ersten paar Tagen seiner Regierung erstaunlich viele richtige und mutige Entscheidungen getroffen. Die Einstellung der staatlichen Unterstützung für die kriminelle Abtreibungsindustrie ist eine davon.

    Selbstverständlich sollte Abtreibung, ausser in einigen klar definierten Ausnahmefällen (Schwangerschaft als Folge von Vergewaltigung; Gefahr für das Leben oder die Gesundheit der Mutter; Gefahr, dass das Kind schwer behindert zur Welt käme) verboten werden. Im Rahmen der herrschenden Ordnung wird Trump ein solches Verbot natürlich nicht durchsetzen können. Ihm stehen viele Kraftproben mit den Kräften der Zerstörung und der Dekadenz bevor. Wir sollten ihm die Daumen drücken, auch wenn uns manche Aspekte seiner Politik, z. B. seine stark prozionistische Orientierung, missfallen mögen.

  2. Lothar Liedtke

    Allein die Tatsache das er »Goldman Sachs« Leute einstellt, sagt noch nicht viel aus. Man muss abwarten wie diese arbeiten und was dies bewirkt, erst dann kann man urteilen. Eines ist aber sicher, die »Goldmänner« wissen genau »wie der Hase« läuft. Besser als Leute einzustellen, die immer nur laut »Revolution« rufen können und von den Profis dennoch im Kreis geführt werden. Anders gesagt, den »Teufel« mit den Waffen des Teufels zu bekämpfen ist allemal wirkungsvoller, als ihm eine Heerschar unschuldiger Engel entgegen zu schicken.

  3. katia Stendahl

    Die Gefahr ist allerdings, dass die Goldman Sachs“ Leute in erster Linie die Intererssen von Goldman Sachs und nicht von Amerika vertreten.

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