Anstoß

„Kleiner 5“ und der Rechtspopulismus

Die antifaschistische Bewegung in Deutschland bringt immer wieder seltsame Blüten hervor. So nun auch neuerdings die Initiative „kleiner 5“, die sich aus überwiegend jungen Menschen zusammensetzt und argumentativ gegen das Erstarken des Rechtspopulismus in Deutschland stark machen will.

Das erste Mal öffentlich aufgetreten war sie im Vorfeld der Landtagswahl in Schleswig-Holstein. Mit der Kampagne „Willst du mit mir wählen gehen“ versuchte die Initiative vor allem junge Wähler anzusprechen und zum Wählen (natürlich gegen Rechts) zu animieren. Dazu wurden extra Silikonringe in Flensburg verteilt, die Aufmerksamkeit erregen und zudem zeigen sollten, wie viele junge Menschen gegen Rechtspopulismus seien.

Radikal höfliche Politikdebatte

Wer mit dem Begriff „Rechtspopulismus“ gemeint ist, lässt sich unschwer erraten: Die AfD, wer sonst! Ihr Ziel haben sie ja augenscheinlich dann doch nicht erreicht. Das Wahlergebnis der „Rechtspopulisten“ in Schleswig-Holstein und in NRW war dann doch nicht kleiner 5.

Man könnte jetzt den Fall beiseite legen und kopfschüttelnd über so viel Naivität sich wieder wichtigeren Dingen zuwenden. Jedoch ist es lehrreich, sich anzuschauen, was denn an Argumenten geboten wird. Denn diese sind symptomatisch für den Umgang, der hierzulande mit rechten und konservativen Vereinigungen und Parteien gepflegt wird. Und eins betont die Initiative sehr deutlich. Man wolle sich mit „unseren GegnerInnen ernsthaft, ehrlich und radikal höflich“ auseinandersetzen. Bis auf das Binnen-I eigentlich ganz vernünftig!

Wenn man sich die Website dieser drolligen Fünfen näher anschaut, wird man jedoch enttäuscht. Denn Argumente sind dort, sagen wir, nicht so der „heiße Scheiß“. Aber alles der Reihe nach: Zunächst folgt das Übliche: „Der zunehmende Einfluss von Rechtspopulisten macht sich (…) in unserem Alltag bemerkbar. Das empfinden wir als Bedrohung für das demokratische Zusammenleben in unserer Gesellschaft.“ Ganz davon abgesehen, dass dieser Aufruf diskriminierend für jede Rechtspopulistin ist, denn das Binnen-I wurde weggelassen. Und ich weiß aus eigener Erfahrung. Es gibt auch weibliche „Rechtspopulisten“. Vielmehr ist es paradox von einem „demokratischen Zusammenleben“ zu sprechen, jedoch gezielte Ausgrenzung bestimmter Meinungen zu betreiben.

Stammtisch ist besser als der Salon

Weiter geht es mit dem ungläubigen „rechte Parolen sind erschreckend (…) salonfähig geworden.“ Was haben die nur alle immer mit ihrem Salon. Also ich für meinen Teil will gar nicht in den piekfeinen Salon der Bessermenschen. Lieber bin ich am sogenannten „Stammtisch“. Denn wenn unsere Politiker vom „Stammtisch“ reden, meinen sie eigentlich das Volk. Und wo gehört eine Partei, die Volkspartei sein möchte hin, wenn nicht an den „Stammtisch“? Die paar linken Utopisten im Salon können uns egal sein. Denn der Herr im Haus ist das Volk, und dem gilt es zuzuhören.

Des weiteren ist „kleiner 5“ für „Demokratie, politische Teilhabe und für den respektablen Austausch.“ Aber Alice Weidel als „Nazi-Schlampe“ zu bezeichnen ist in Ordnung? Jedenfalls habe ich keine Verlautbarung von Seiten der Initiative gelesen, die einen solchen Umgang verurteilt, obwohl dieser Ton derzeit hoch im Kurs steht bei unseren Qualitätsmedien. Vielmehr stoßen sie ins gleiche Horn, wenn sie uns (also den Rechtspopulisten) unterstellen, wir würden die „Demokratie in den Würgegriff nehmen.“

Ich wohne lieber in einem Haus mit Türen

Nimmt nicht viel mehr die ach so tolle EU die Demokratie in den Würgegriff, indem sie immer mehr nationalstaatliche Kompetenzen an sich zieht, jedoch nicht demokratisch legitimiert ist? Nehmen nicht eher diejenigen die Demokratie in den Würgegriff, die das Volk – den Träger einer jeden Demokratie – lieber heute als morgen aufgelöst sehen wollen und dessen Abschaffung aktiv betreiben, durch Abtretung von Kompetenzen, massenhafte Einwanderung und falsche Familienpolitik? Mit anderen Worten: Unsere Freunde aus dem linken und neoliberalen Spektrum?

Nach dieser Schimpftirade kommen dann doch noch die sogenannten Argumente gegen die AfD. Diese sind jedoch so platt, dass eine ausgiebige Beschäftigung nicht lohnt. Nur so viel: Die AfD sei „für Freiheit nur für die, die es sich leisten können“, oder sie ist für ein Europa der „geschlossenen Türen“. Eigentlich keine schlecht Beschreibung. Denn ich glaube jeder kann nur bestätigen, dass er lieber in einem Haus wohnt, das Türen hat, die man zumachen oder notfalls auch abschließen kann – wenn Gefahr droht zum Beispiel!

Total bescheuert muss man hingegen sein, wenn man gerne in einem Haus wohnt, indem es keine Türen, ja am besten nicht mal Fenster und Wände gibt. Und man darf nicht vergessen: Türen kann man auch aufmachen. Zum Beispiel für einen Gast, einen Freund oder einen Hilfsbedürftigen. Jedoch hat man immer die Kontrolle, wen man reinlässt und wen nicht.

Sind Homosexuelle eine eigene Rasse?

Sehr delikat ist auch die Beschuldigung, die AfD vertrete eine „rassistische Familienpolitik“. Angespielt wird hier auf die Forderung seitens der „Rechtspopulisten“, die Ehe als einer heterosexuellen Beziehung vorbehalten zu betrachten. Welch krude Rassentheorien man heute doch alles vertreten darf. Denn mir zumindest wäre neu, dass Schwule oder Lesben eine eigene Rasse sind.

Jeder Homosexuelle würde sich beleidigt fühlen – oder lachen, wenn er Sinn für schwarzen Humor hat. Nochmal ganz deutlich: Homosexuelle sind keine eigene Menschenrasse, mit Sicherheit nicht. Folglich kann eine Familienpolitik, wie die von der AfD, nicht rassistisch sein. Hier wird lediglich eine Familienpolitik gefordert, die wieder zu mehr Kindern führen soll. Wer noch nicht mal das versteht, sollte vielleicht aufhören irgendetwas zu behaupten und sich vielmehr unvoreingenommen mit der Materie beschäftigen. So viel zu den „Argumenten“.

Wir brauchen eine Leitkultur!

Wenn man sich die Ziele dieser Initiative anschaut, wird es aber auch nicht besser. Denn in einem Land leben zu wollen, in dem „Vielfalt als Richtum (sic!)“ gelten soll, ist ein gemeinsames Leben wohl unmöglich. Denn wie soll denn Vielfalt die Richtung weisen? Frei nach dem Motto: Es ist egal, welche Richtung man an der Kreuzung nimmt, alles gleich? Da kommt man am Ende sonstwo raus, aber nicht da, wo man hinwollte. Es mag vielleicht angehen, dass man sich entscheiden darf, ob man auf der linken oder rechten Seite geht, ob man rückwärts läuft oder vorwärts, ob man rennt oder vor sich hintrottet: der Straßenverlauf, die Richtung muss dennoch vorgegeben werden.

Das Prinzip der Leitkultur, der Kultur des ansässigen Volkes, ist essentiell. Denn wenn man nicht weiß, woran man sich richten soll, auf was man sich verlassen kann, wie soll denn da ein Leben in Gemeinschaft möglich sein? Am Ende bleibt nur noch eine Frage offen: Wieso veranstaltet man so eine unsinnige Aktion?

(Bild: Metropolico.org, flickr, CC BY-SA 2.0)

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5 Kommentare

  1. Martin Schiller

    Kleiner 5 hat in NRW ja geklappt, für die SED. 😀

  2. Thorsten Schmidt

    Sollte „Richtum“ statt „Richtung“ wohl „Reichtum“ heißen?
    Also „Vielfalt als Reichtum“?

  3. Wolfram Trauber

    Die Antifa ist leider ein Riesenproblem hier in NRW. Sie hat u.a. dazu geführt, daß die AfD gar keinen erkennbaren Wahlkampf gemacht hat. Oder hat irgendwer in NRW mal Wahlplakate, Infostände, öffentliche (!) Flugblattverteilungen in Innenstädten oder bei Volksfesten von der AfD wahrgenommen?! Nein, da war schier gar nichts. Nullo. Zerro. So gesehen, sind die 7,4 % fast schon ein Wunder.

    Rechte Parteien (AfD, Die Rechte, NPD, REP, Ab jetzt…) zusammen in NRW bei etwas über 8 %. Das heißt, daß mehr als 90% Umvolkung und Überfremdung und Auslöschung des deutschen Volkes nicht als Problem erkennen.

    Alles jammern nutzt da nichts: NRW ist ein Krebsgeschwür im deutschen Land.

    Gut ist, daß Linke, Grüne, SPD und Piraten als das volksverräterische Übel in NRW endlich ordentlich Federn lassen mussten. Gut so! All diese links-linken verblödeten Flüchtlingsversteher sollen zum Teufeln gehen.

    Ich war Wahlhelfer in NRW u. habe die Stimmen mit ausgezählt. Dabei ist mir aufgefallen, wie viele Neger und Türken u. Araber hier ihre Stimmen abgeben durften. DIE haben bestimmt nicht rechts gewählt.
    So etwas wirkt sich auch schon auf das Ergebnis aus und darf nicht unterschätzt werden…die sind mittlerweile deutlich mehr als nur „Zünglein an der Waage….“.

    Wir hatten einen Türken als Wahlhelfer – ich sag wie er einmal eine AfD-Stimme zu „Die Linke“ geschummelt hat. Das heißt – einmal ist es mir aufgefallen, bei 8 Auszählern kann man aber nicht alles mitbekommen. Ich vermute einfach mal, das da schon vereinzelt Wahlbetrug gegen Rechts stattfindet.

    Die zweite Möglichkeit ist das Übertragen und Übermitteln der Stimmen an das Wahlbüro. Da muss man einfach nur zwei Parteien „verwechseln“…. so läuft das!

    Und in den Wahlämtern arbeiten meist nur Marxisten…möchte nicht wissen, das die da noch so mauscheln, wo die unter sich sind.

    Aber das ist ohnehin nur Kosmetik. Die Tatsache ist, daß unterm Strich das Wahlergebnis die Realtität widerspigelt. Vmtl. ist der echte Stimmenanteil für rechte Parteien ohne Wahlbetrug nur geringfügig – ca. 1 % – höher.

    AfD in NRW hat unter Pretzell entschieden die Themen Überfremdung/“Flüchtlinge“ nicht zu behandeln, da dies die roten Antifa-Banden noch mehr angestachelt hätte. Also Selbstmord aus Angst vor dem Tod!

    Was wir brauchen ist rechte Metapolitik, die jetzt und dauerhaft dazu führt einen rechten Bewusstseinswandel zu erzeugen. Wir brauchen überall im Land vor Ort rechte Kneipen, Anlaufpunkte, Bürgerbüros etc. wo normale Leute hingehen können und auf normale anständige rechte Bürger treffen. Wir müssen rein in Feuerwehr, BW, Sportgruppen, Freizeitvereine etc. und dort als Rechte erkennbar sein und akzeptiert werden, damit das verlogene Medienbild über uns zusammenfällt. Nur so können wir künftig mehr Erfolg im Volk und bei Wahlen erzielen. Dazu aber muss es mehr Leute von uns geben, die bereit sind Gesicht zu zeigen!

  4. Jürgen Graf

    @Wolfram Traub

    „Die AFD in NRW hat unter Pretzell entschieden, die Themen Überfremdung und Flüchtlinge nicht zu behandeln, da dies die roten Antifa-Banden noch mehr angestachelt hätte…“

    Glaubt hier wirklich noch jemand, von dieser Partei werde die Rettung kommen?
    Und wenn Petry und Pretzell morgen abserviert werden und stattdessen Leute wie Höcke in der AFD das Sagen haben, wird die Partei vermutlich verboten. In seinem Urteil betreffs NPD-Verbot hat das Bundesverfassungsgericht ja festgehalten, dass die NPD nur darum nicht verboten wird, weil ihr Einfluss „gering“ ist. Für die AFD ein Wink mit dem Zaunpfahl.

    Nur ein Volksaufstand oder ein Militärputsch kann Deutschland retten. Ersterer ist fern; man sieht ja, dass der Michel auch nach dem Katastrophenjahr 2015 unverdrossen die Umvolker wählt. Bis er erwacht, wird sehr, sehr viel Drastischeres passieren müssen. Ein Putsch? In Deutschland spricht alle historische Erfahrung dagegen, und zudem ist die internationale Lage für ein solches Unterfangen nicht gerade günstig. Das kann sich aber ändern. Hoffen ist weiter erlaubt. Bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt.

  5. Carlos Wefers Verástegui

    Mit Verlaub! Eine „Familienpolitik (gefordert), die wieder zu mehr Kindern führen soll“, ist keine Familienpolitik, sondern ein rein utilitaristischer Aufruf zur Zucht. „Familie“ dient für viel mehr als zur Kinder(auf)zucht, auch die Leistung der Familie gegenüber Volk und Staat besteht nicht allein in der physischen Erzeugung des Nachwuchses.

    Wenn´s nur um das Menschenzüchten geht, zwecks Wiederauffüllung des anämischen Volkskörpers, geht das ganz ohne Familie noch besser: staatlich finanzierter Rudelbums ohne Verhütungsmittel und gross angelegte Aufzucht- und Erziehungsprogramme für den daraus resultierenden Nachwuchs. Bäh!

    Dann dieses verheerende „Leitkultur“ – ein Führer für den Blinden ohne Stock! Wer ernsthaft in dieses „Wir brauchen eine Leitkultur“ einstimmt, der bedarf wirklich selbst der Leitung mittels eines Blindenstocks, eines Hirten- oder, besser, eines Kommandostabs. Vielleicht geht es sogar ganz ohne Stock und Stab, mit der Knute oder einer Gerte, weil die Szepter unpraktisch und aus der Mode gekommen sind. Der Ruf nach der Leitkultur schallt grundsätzlich aus der einen Kulturwüste in die andere.

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