Gesichtet

Kommt 2022 die Klima-RAF?

Für „Fridays for Future“, die weltumspannende Bewegung zumeist junger Klima-Aktivisten, waren die letzten Jahre eine beispiellose Erfolgs- und Aufstiegsgeschichte: Eifrig unterstützt von linken Journalisten wurde aus einer Gruppe von Schülern eine internationale Lobby-Organisation, die seitdem erfolgreich Druck auf die Politik vor allem europäischer Staaten ausübt, indem ihr gelungen ist, Klimaschutz zu einem in der Gesellschaft und vor allem auch im Wahlkampf omnipräsenten Thema zu machen.

Obwohl sich viele der Aktivisten eigentlich als Oppositionelle verstehen, wurden sie von Beginn an vom Mainstream-Linksliberalismus hofiert und ihnen der rote Teppich ausgerollt. Dies führte zu der absurden und bezeichnenden Situation, dass auf den großen Treffen der Staatenlenker plötzlich wütende Kinder in die Mikrofone blökten und diese Auftritte auch noch höflich beklatscht wurden, um anschließend wieder zur realpolitischen Tagesordnung überzugehen.

Klima-Aktivisten drohen ins Hintertreffen zu geraten

Doch genau dieses höfliche Schulterklopfen gestandener Establishment-Politiker mit progressivem Anstrich, die gleichzeitig aber natürlich nicht die bizarren und weltfremden Maximalforderungen der Klimaaktivisten umsetzen, sorgt bei Letzteren zunehmend für Wut und Radikalisierung. Denn im Corona-müden Europa, indem die Inflation galoppiert und die Gesellschaften in Impfpflichtdebatten endgültig auseinanderbrechen, steht die doch eher abstrakte Klima-Angst bereits seit einigen Monaten nicht mehr auf Platz eins der Sorgen und Nöte.

Der erste Schlag in die Magengrube der Klima-Aktivisten war mit Sicherheit das Wahlergebnis der Grünen, die am Ende nicht den Kanzler stellten, sondern nicht einmal 15 Prozent der Stimmen erlangten. Die nächste große Enttäuschung dürfte in den kommenden Wochen in Gestalt des Koalitionsvertrages zwischen den Ampel-Parteien lauern: Dieser wird für den Normalbürger sicherlich bereits eine Überdosis Klimaschutz beinhalten, doch für die radikalisierten Klima-Jünger, nach deren Heilslehre nur noch die kommende Bundesregierung das Ruder herumreißen und die Welt retten kann, wird es absehbar viel zu wenig sein.

Sich andeutender Bedeutungsverlust führt zu weiterer Radikalisierung

Damit werden die marxistischen und hochgradig extremistischen Gruppen, die „Fridays for Future“ bereits seit Monaten gezielt unterwandern und übernehmen, die Bestätigung ihrer Erzählung auf dem Silbertablett präsentieren können: Die parlamentarische Demokratie ist als Staatsform zur Umsetzung der Klimareligion ungeeignet, weil in ihr noch Götzen wie der Wirtschaft, gesellschaftlichem Ausgleich, Arbeitsplatzerhalt und so weiter gedient wird.

Deshalb braucht es „System change – not climate change“ und eine Öko-Weltrettungs-Erziehungsdiktatur, die natürlich als hochgradig fortschrittlich, anarchistisch und rätebasiert verkauft wird. Die radikale Rhetorik fiel von Anfang an auf fruchtbaren Boden, wie auch die frühe Verbrüderung von FFF mit Gruppen wie „Ende Gelände“ und „Extinction Rebellion“ zeigt. Das ist kein Wunder, denn wer bei den Prozessionen der Klima-Aktivisten in die teils wütenden, teils in Tränen aufgelösten Gesichter mancher Teilnehmer schaut, der erkennt, wie konkret lebensbedrohlich sie den Klimawandel wahrnehmen und wie ohnmächtig und entsetzt sie über die in ihren Augen dem gleichgültig gegenüberstehende Gesellschaft sind.

Von dieser entfremden sie sich immer mehr und verkommen zu einer radikalisierten Randgruppe – und zwar auch bei ihrer eigenen Altersgruppe, wie die neue Studie „Jugend in Deutschland“ zeigt, deren Bild der aktuellen jungen Generation deutlich vielschichtiger ist als das Propaganda-Zerrbild der Medien, nach dem in etwa jeder Jugendliche mit den Grünen sympathisiert, wie ein Hippie aussieht und freitags die Schule schwänzt.

Fridays for Future dürfte nach dem erreichten Ziel einer grünen Regierungsbeteiligung nun auf dem demokratischen Weg in einer Sackgasse stecken. Das prognostiziert auch der linksextreme Aktivist Tadzio Müller in einem SPIEGEL-Interview. Er sieht FFF vor einer Entscheidung zwischen Irrelevanz und Militanz, weil die bürgerliche Gesellschaft bislang nicht willens sei, vollständig vor den Maximalforderungen der Klimaaktivisten einzuknicken.

Berufsaktivist verrät: 2022 soll der Terror losgehen

Selbst moderate Aktivisten würden daher für den kommenden Sommer – anscheinend ist es im Winter zu kalt für Terrorismus – Angriffe auf Autohäuser, Gaskraftwerke und Pipelines ernsthaft in Betracht ziehen, so Müller ganz ungeniert. Wenn es zu keinem umfassenden Klimaschutz komme, gäbe es eben bald von einer „grünen RAF“ auf die Mütze. Seine Prognose dürfte derweil völlig zutreffen: Es gab in der jüngeren Geschichte wohl kaum eine Bewegung, die aufgrund hysterischer Angst einen so großen Handlungsdruck verspürte, wie die der Klimaschützer.

Schockierendes Beispiel hierfür sind etwa die hungerstreikenden Jung-Aktivisten, mit denen sich Olaf Scholz (SPD) nach der Bundestagswahl traf. Wer sich so aushungert, dass er umkippt und im Krankenhaus landet, der meint es nicht nur ernst, sondern ist wirklich verzweifelt. Der nächste, logische Schritt für einen kleinen Teil der Bewegung muss es sein, der Gesellschaft die Daumenschrauben durch Angriffe auf die Infrastruktur, die Industrie und die Produktion anzulegen und damit in den Untergrund zu gehen, um Straftaten zu verüben.

Diese Entwicklung ist nahezu zwingend und es wird interessant sein, wie Medien und Politik darauf reagieren. Die zum Teil schwerwiegenden Angriffe der letzten Jahre auf die S-Bahn-Infrastruktur in Berlin und anderswo durch linke Gruppen und das Herunterspielen bzw. systematische Verschweigen von Ross und Reiter durch die Medien lassen vermuten, dass auch der Öko-Terrorismus zunächst einfach unter der Sichtbarkeitsschwelle gehalten wird. Doch genau das könnte zu einer weiteren Radikalisierung der „grünen RAF“ führen, bis das moralische Niveau der roten Vorgänger erreicht ist.


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