Alter Blog

Landsmannschaft Ostpreußen distanziert sich von IfS

Die Landsmannschaft Ostpreußen hat sich in einer Presseerklärung vom Institut für Staatspolitik distanziert und stellt so öffentlich klar, daß sie dem Institut in Zukunft keine Tagungsstätten mehr vermietet. Es ging um eine regelmäßige Nutzung des Ostheims in Bad Pyrmont. 

Die Erklärung im Wortlaut:

Die Landsmannschaft Ostpreußen hat sich entschlossen, ihre Tagungsstätte Ostheim in Bad Pyrmont dem so genannten »Institut für Staatspolitik« nicht weiter zur Verfügung zu stellen.

 

Äußerer Anlass für diese Entscheidung war eine Intervention der im Rat der Stadt Bad Pyrmont vertretenen Fraktionen anlässlich der letzten im Ostheim durchgeführten Tagung des sogenannten »Instituts für Staatspolitik«. Die Landsmannschaft wurde darauf aufmerksam gemacht, dass das sogenannte »Institut für Staatspolitik« nach eigenen Angaben führender Personen dieser Einrichtung mit höherrangigen NPD-Funktionären zusammenarbeitet und diese sogar ausbildet.

 

Darüber hinaus ordnet sich das so genannte Institut für Staatspolitik selbst der sogenannten »Neuen Rechten« zu. Der Begriff »Neue Rechte« steht für eine politische Ausrichtung, die die Beseitigung oder zumindest die Beeinträchtigung des demokratischen Verfassungsstaates anstrebt und versucht, zunächst einen bestimmenden kulturellen Einfluss zu erlangen, um letztlich den demokratischen Verfassungsstaat zu delegitimieren und das politische System grundlegend zu verändern.

 

Aus diesem Grund war der Protest in Bad Pyrmont gegen die letzte Tagung des sogenannten »Institut für Staatspolitik« von breiten bürgerlichen Kreisen getragen; eine Kundgebung vor Ort wurde von einem CDU-Mitglied des Stadtrates organisiert.

 

Für die Landsmannschaft Ostpreußen kommt eine Zusammenarbeit mit Einrichtungen oder Vereinigungen, die mittelbar oder unmittelbar mit der NPD zusammenarbeiten, nicht in Betracht. Ebenso kommt eine Zusammenarbeit mit Personen oder Einrichtungen nicht in Betracht, die den Bestand der Bundesrepublik Deutschland, ihrer Institutionen oder das Grundgesetz beeinträchtigen wollen.

 

Im Zuge der Beschäftigung mit diesem Themenkomplex stellte sich darüber hinaus heraus, dass das sogenannte »Institut für Staatspolitik« entgegen anderer Angaben keine Rechtspersönlichkeit besitzt, insbesondere kein eingetragener Verein ist. Es ist also völlig unübersehbar, wer dieses Institut ist, wem es gehört und wer für es zu handeln berechtigt ist. Eine solche Verfahrensweise entzieht den Boden für jegliche geordnete Zusammenarbeit, selbst im Rahmen einer bloßen Vermietung.

(Nach unseren Informationen ist das IfS ein gemeinnütziger Verein.)

Verwandte Themen

Neue Medien braucht das Land! Jetzt haben wir Angst. "Die ZEIT hat über Monate mit den Protagonisten der Szene gesprochen, interne Unterlagen ausgewertet, Parteitage beobachtet und...
Rechts!? Eine Strategiedebatte In den letzten Jahren ist die patriotische Opposition in Deutschland zu einer ernstzunehmenden politischen Kraft aufgestiegen. Doch wie geht es jetzt ...
Vorsicht! Für Deutsche gefährlich! „Kulturrevolution von rechts“ von Alain de Benoist ist wieder auf Deutsch verfügbar. Es bleibt zu hoffen, daß daraus keine Mißverständnisse entstehen....

Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

8 Kommentare zu “Landsmannschaft Ostpreußen distanziert sich von IfS

  1. Mottos der LO-Deutschlandtreffen

    1957 – Ostpreußen deutsche Verpflichtung
    1963 – Ostpreußen deutsch und frei
    1966 – Ostpreußen, deutsche Leistung, deutscher Auftrag
    1976 – Ostpreußen – Erbe und Auftrag
    1979 – Ostpreußen – deutsche Leistung, deutsche Verpflichtung
    1982 – Ostpreußen – deutsches Land
    2000 – Ostpreußen lebt
    2002 – Ostpreußen verpflichtet
    2008 – Ostpreußen bleibt
    2013 – Ostpreußen ist Geschichte
    ________

    Eine armselige Distanzierung, die auf die Urheber zurückfällt:

    »Der Begriff »Neue Rechte« steht für eine politische Ausrichtung, die die Beseitigung oder zumindest die Beeinträchtigung des demokratischen Verfassungsstaates anstrebt.«

    Schließlich wird der LO selber das Etikett »neurechts« angeheftet.

    Wikipedia: »Die LO gibt außerdem die rechtskonservative bis neurechte Wochenzeitung Preußische Allgemeine Zeitung (früher: „Das Ostpreußenblatt“) heraus.«

    http://de.wikipedia.org/wiki/Landsmannschaft_Ostpreu%C3%9Fen

  2. Kurios.
    Die Verantwortlichen der sogenannten Landsmannschaft Ostpreußen haben offensichtlich einiges nicht begriffen.
    Dass die Preußische Allgemeine Zeitung von manchen linken Gegnern der Neuen Rechten zugeordnet wird, ist schon verwunderlich, da sie eher altrechte Züge trägt.

    Demokratische, aufgeklärte und verfassungstreue Meinung der PAZ zu Griechenland:

    Verkehrte Welt: Die Deutschen zahlen Milliarden für Griechenland und werden dafür in Athen als Nazis beschimpft.

    (soll wohl heißen: Die faulen Griechen sind undankbar für unsere tolle „Hilfe“)

    Böse Meinung aus dem IfS-Umfeld zu Griechenland:

    [...] immer wieder sorgen Nazi-Vergleiche für Empörung. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird von den Bürgern als Diktatorin empfunden, die über wirtschaftliche Macht die Fremdherrschaft von 1941 bis 1945 wiederholt. Auch wenn dieser Vergleich natürlich bewußt übertrieben provokant ist und vor allem Aufmerksamkeit erregen soll: Ist der Gemütszustand der Griechen denn so unverständlich?

  3. Da solche Schritte immer zu erwarten sind, ist es von immenser Wichtigkeit, selbst Eigentum zu erwerben, um den Fortbestand von Veranstaltungen, Schulungen und ähnlichem nicht zu gefährden. Gerade in mitteldeutschen Region wird sich doch ein alter Gasthof mit kleinem Saal für eine überschaubare Summe finden lassen, wo dann die Tagungsteilnehmer neben geistigen Aufgaben auch mal ihr handwerkliches Geschick in Sachen Renovierung unter Beweis stellen können.

  4. Future Man

    Es ist d a s Grundübel auf der »Rechten« von der CDU bis zu PRO: Alle grenzen sich ab.

    Letztlich ist j e d e r ein »Rechtsradikaler« und j e d e Organisation »rechtsradikal«, soweit er/sie sich links von der CDU befindet.

    Daher: Schluß mit jeglicher pauschalen Abgrenzung. Was schert es die Grünen, daß sie K-Gruppen-Mitglieder haben? Outet sich ihre Jugend nicht selbst als »linksradikal«? Was kümmert es die LINKE, daß sie z.b. Trotzkisten in ihren Reihen hat?

  5. Future Man

    Sorry, ich meine natürlich »rechts von der CDU«.

  6. Arminius Arndt

    Ich kann die Reaktion der Landsmannschaft verstehen.

    Die Definition von »neue Rechte« habe ich in dieser, das GG ablehnenden Form, bislang nicht wahrnehmen können – aber vielleicht bin ich auch nur naiv oder habe mich mit dem IfS noch nicht ernsthaft auseinandergesetzt oder/ und diese Definition ist die, welche von offizieller, staatlicher Stelle kommt.

    Wie oben bereits von E. angeregt, sollte sich das IfS über eigene Veranstaltungsörtlichkeiten ernsthafte Gedanken machen. Damit bringt man dann auch niemanden mehr in Verlegenheit, der darauf angewiesen ist, breiter aufgestellt zu sein – außer evtl. die Nachbarn, die dann ständig Zeckenterz vor der Tür haben werden …

  7. Dafür kann die vom Verfassungsschutz beobachtete Milli Görus ganz problemlos in Berlin das »Tempodrom« anmieten, und es schauen sogar noch SPD- und Grünen Politiker bei einer Koranlesung vorbei. Türkischer Nationalismus in Deutschland ist »bunt« und eine »kulturelle Bereicherung«.

    http://www.pi-news.net/2013/05/berlin-grunen-und-spd-politiker-bei-milli-gorus/

  8. Atmet die sich von ihrem Nachwuchs abgenabelte Landsmannschaft Ostpreußen etwa noch? Sind das Rufe aus der Gruft? Wer will sich mit Leichengift infizieren?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Datenschutzinfo