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Leipziger Literaturverlag distanziert sich von Rilke-Preis

Es hat nicht lange gedauert und zeigt, welche Mechanismen in der Bundesrepublik normal sind: Der Leipziger Literaturverlag hat sich inzwischen öffentlich vom Rilke-Preis und dem dazu entstandenen Buch Erste Worte nach dem Gedankenstrich distanziert:

Protesterklärung gegen die Vereinnahmung Rilkes und des Leipziger Literaturverlages als Rilke-Herausgeber

Der Leipziger Literaturverlag distanziert sich mit aller Entschiedenheit vom Versuch der Internetplattform „Blaue Narzisse“, den Dichter Rainer Maria Rilke für politische Meinungsbekundungen zu mißbrauchen. Der Leipziger Literaturverlag ist bekannt für sein Engagement, der Literatur kleinerer Länder Europas in Form zweisprachiger Ausgaben eine Stimme zu verschaffen und eine Brücke zu bauen, die der Verständigung dient. Die Vertreter dieser Internetplattform, die sich hinter der Maske des „Vereins für Jugendkultur und Journalismus e.V.“ in Chemnitz verstecken, benutzen die hohe Reputation, die Rilke in der Literatur genießt, in heuchlerischer Weise als Vorwand, um ihre nationalistische Haltung in der bürgerlichen Mitte sowie in linken und liberalen Milieus salonfähig zu machen. Der von dem Verein ausgeschriebene sogenannte „Rilke-Jugendpreis“ wird als trojanisches Pferd losgeschickt, um Harmlosigkeit vorzutäuschen, während sich hinter der Fassade keine literarischen oder künstlerischen, sondern politisch-extreme Absichten verbergen. (weiter …)

Ich möchte dazu nur betonen, daß wir von Anfang an mit offenen Karten gespielt haben und dem Verlag unser Buch als PDF vorab vorgelegt haben. Auch ist es falsch, daß wir Rilke als Trojanisches Pferd benutzen. Es geht uns gerade um das Gegenteil: Das eigene konservative Milieu für neue Themen zu begeistern!

Die Distanzierung des Leipziger Literaturverlages von unserem Rilke-Preis ist unglaubwürdig und hat nicht aus Überzeugung, sondern aufgrund von Druck von linker Seite stattgefunden.Bereits nach der Preisverleihung fragte uns eine Verlagsmitarbeiterin, ob wir »von der NPD« seien. Wie sie darauf kommt, wissen wir nicht.

Frau Millischer, die sich jetzt angeblich auch von uns distanziert, schrieb noch in einer Nachricht vom 10. März:

Das ist eine sehr gute Idee mit diesem Rilke-Preis! Erstaunlich, ich hätte nicht gedacht, dass auch im deutschsprachigen Raum junge Leute sich mit Rilke-Texten beschäftigen.

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie schnell hochgebildete Menschen ihre Meinungen ändern, wenn etwas Druck aufkommt.

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

12 Kommentare zu “Leipziger Literaturverlag distanziert sich von Rilke-Preis

  1. L'ancien régime

    Ich bin empört. Der Rilke-Preis ist ein trojanisches Pferd, um uns ungestümen Rechten Kultur beizubringen? Und dabei hatte ich gedacht, es handele sich um eine Veranstaltung zur Unterwanderung der Mitte mit unseren »nationalistischen« Gedanken. Ein Skandal!

    Ironie aus.

    Wer sagt eigentlich, daß wir »nationalistisch« seien? Ich protestiere.

    Dann sollen sie gleich sagen, daß sie nicht wollen (wäre freilich in dem Falle bedauerlich gewesen), aber hinterher den Schwanz einziehen und uns noch beschuldigen, wir hätten sie an der Nase herumgeführt – ist auch nichts Neues. Die begreifen anscheinend alle nicht, welches Spiel sie da mitspielen – eben weil es kein Einzelfall ist. NPD? Wer erzählt so etwas denn immer – Naivität ist das eine, aber solches Verhalten ist nicht nur feige, sondern anderen gegenüber mies. Und wiederum naiv.

    Und als ob wir alle nichts anderes im Sinne hätten als Fragen der Machterlangung und -ausübung, also bitte-.

  2. Nils Wegner

    Mal ernsthaft: Hat irgendwer von uns (von frommen Wünschen mal abgesehen) wirklich etwas anderes erwartet..?

  3. Vinneuil

    »Herrschaft des Verdachts« reloaded. Das gehäufte »Demaskierungs«-Vokabular ist köstlich… wenn es nicht so traurig wäre.

  4. Vinneuil

    Das Schönste ist ja das hier:

    »In ihrer Entgegnung stellte sie heraus, daß Rilke weder als deutscher noch als ausschließlich deutschsprachiger Dichter betrachtet werden kann.«

    Hahaha, »hochgebildet«? Naja…

  5. Laura Küchler

    Typisch, da kann man wirklich nur froh und dankbar sein, wenn man selbst nicht so ein Fähnchen im Wind ist. Peinlich für den Leipziger Literaturverlag, nicht für uns!

  6. lieber herr vinneuil! könnten sie bitte mal in ihr epostfach schauen… bjz.

  7. Marco Reese

    Jetzt wollte ich bei Lauras Kommentar auf »gefällt mir« klicken und merke, daß das hier gar nicht Facebook ist. 😀

  8. Pro Chemnitz, NPD wo ist der Unterschied?
    Trefft ihr euch doch alle auf den Gleichen Veranstaltungen.
    ALSO BITTE!!!

  9. Einfaltspinsel

    Die Verlautbarung des Leipziger Literaturverlags war für mich sehr aufschlußreich. Ich weiß nun, daß Rilke eigentlich gar kein Deutscher ist. Auch sein Deutsch ist nicht deutsch. Es sieht nur so aus. In Wirklichkeit ist es tschechisch. Rilke hat sich immer dafür eingesetzt, daß er nicht deutsch schreibt. Merke: Es ist nicht alles deutsch, was deutsch aussieht. Auch Leipzig liegt nicht in Deutschland, leitet sich doch sein Name von lipa (slaw.=Linde)her. Also kann es gar keinen Leipziger Literaturverlag geben. Auch der ist eine Fiktion.

  10. Und dass der Rene sich Rainer nannte, hat auch nichts mit seiner Herkunft zu tun.

  11. Traurig aber wahr, wir bewegen uns wieder straff in Richtung DDR. Warum sich der Leipziger Literaturverlag vom Rilkepreis distanziert hat, ist offensichtlich. Allein etwas mehr Zivilcourage hätte ihm gut zu Gesicht gestanden. Medien und Kultur sind hierzulande links gleichgeschaltet. Andersdenkende und kritische Geister werden mal schnell in die rechte Ecke gestellt. Wer in Deutschland politisch korrekt lügt, ist ein Linker, wer unangenehme Wahrheiten ausspricht, ein Rechter.
    Dass diese sogenannten »Linken« selbst Faschisten, nämlich Gesinnungsfaschisten sind, geht ihnen wohl nicht auf! ….und natürlich, ehe ich es vergesse: Sämtliche Deutsche sind Lumpen und alle Ausländer sind Götter! Wer kommt denn auf die Idee, Rilke sei ein deutscher Dichter gewesen! Jedes Kind weiß doch, dass er Koreaner war, der auf Serbokroatisch geschrieben hat!
    Dem füge ich zwei Zitate hinzu: Karl Krauss: »In Zeiten, in denen die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst (linke) Zwerge lange Schatten.« Frank Schirrmacher: »Links sein,weil es bequem ist.«
    In diesem Sinne: Hoch leben Thilo Sarrazin, Hendrik Broder, Jonathan Meese und Lars von Trier.
    Ich rufe zum radikalen Kampf gegen linken, lumpenproletarischen Kulturbolschewismus auf!

    El Duderino

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