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Linkstrend der CDU: Süssmuth und Roth versus Flath und Lohmann

Die Frankfurter Rundschau hat eine Podiumsdiskussion zum „Linkstrend der CDU“ organisiert. Eingeladen waren zwei Vertreterinnen des liberalen Flügels: die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth und Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth. Den konservativen Flügel vertraten Steffen Flath, Fraktionschef in Sachsen, sowie Martin Lohmann vom Arbeitskreis Engagierter Katholiken (AEK). Letzterer ist einer der Erstunterzeichner der Aktion „Linkstrend stoppen“.

Ich habe ein bißchen in die Podiumsdiskussion hineingehört, aber mir ist immer noch unklar, was diese Aktion bringen soll. Fakt ist, daß die Konservativen in der CDU in der Minderheit sind und über keine Machtbasis verfügen. Sie beherrschen weder einen Landesverband noch haben sie im Präsidium der Partei jemanden sitzen.

Die Forderungen von „Linkstrend stoppen“ sind, abgesehen von der Bildungspolitik, alle bundespolitischer Natur. Schuldenbremse, Weg mit Gender Mainstreaming, Schluß mit Multikulti, Erinnerung an die Vertriebenen, Schluß mit Abtreibung und Vorsicht Islamisierung steht da.

Diese Programmpunkte würde ich sofort unterschreiben. Was mir aber fehlt, ist eine Strategie, wie man das konkret umsetzen möchte. Bleibt es allein bei Zeitungsanzeigen, dann wird die Initiative früher oder später versanden und nichts bringen, außer daß sie viel Geld gekostet hat.

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

3 Kommentare zu “Linkstrend der CDU: Süssmuth und Roth versus Flath und Lohmann

  1. So ist es. Die CDU ist da, wo in diesem Land Wahlen gewonnen werden. So schmerzlich es ist, aber wäre die Union konservativ und christlich, würde sie in der Presse dafür zerrissen, Wahlen reihenweise verlieren, weswegen diese Aktionen gut gemeint und völlig chancenlos sind.

  2. »Im Industriezeitalter gibt es aber immer mehr Menschen, die bevorzugt nachts arbeiten. Diese haben, so ergab eine Studie von Kanazawa aus dem Jahr 2009, einen erhöhten Intelligenzquotienten.«

    Gleich ist es viertel nach eins.

    Vielleicht wird dieses jetzt wissenschaftlich nachgewiesene Defizit

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,680956,00.html#ref=top

    dadurch wenigstens zum Teil ausgeglichen …

  3. »Ihr« habt doch mit Paule Gottfried ein Interview geführt.
    Der sagt es doch deutlich: Man muß wissen, wer der Feind ist und man muß ihn benennen.

    Ich glaube, daß die CDU-Fronde einfach nicht wahrhaben will, daß sie – auch in den eigenen Reihen – einem Gegner mit Vernichtungsabsicht gegenübersteht.

    Die »Konservativen in der CDU« haben auch keinen Rundfunk, keine Zeitung, keine Unterstützung von big money, keine staatl. Pfründe. In der Tat ist die einzige ernstzunehmende Drohung das Schisma: DC, DC, DC ! 😉

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