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Männerrechtler: Eine Erwiderung

Widerspruch belebt ein jedes Magazin und steigert die Qualität. Das wissen unsere Autoren. Wir haben es schon immer so gehalten, Kontroversen offen auszutragen. Auch unsere Leser dürfen sich natürlich gern daran beteiligen. Aus diesem Grund möchten wir auch den folgenden Leserbrief von Markus Mohr veröffentlichen, der etwas zu unserer Berichterstattung über die Männerrechtler zu sagen hat:

Die beiden Artikel von Max Erdinger zur Männerrechtsbewegung verschaffen dem Leser eine erste Übersicht zu ausgewählten Protagonisten der Männerrechtsbewegung. Leider gehen die Artikel stellenweise an der Sache vorbei und bedürfen einer Erwiderung.

1. Es dürfte Einvernehmen darüber bestehen, daß der Feminismus eine der zerstörerischsten Kräfte in der Moderne ist. Er bedroht die Familien, ist kulturrelativistisch und zielt darauf ab, die Identität von Mann und Frau bis zur Unkenntlichkeit zu verstümmeln. Die Männerrechtsbewegung nimmt zumindest ansatzweise den Kampf gegen den Feminismus auf.

Ob die Aktivisten weltanschaulich links oder rechts zu verorten sind, ist dabei nachrangig. Es ist schade, daß Erdinger hier über das typische Abgrenzungsstöckchen springt und eine Aufteilung in »links« und »rechts« akzeptiert, ja durch seine Artikel sogar zementiert. Sinnvoller ist es, die Abgrenzungsmätzchen von Einzelnen zu ignorieren und sich einfach auf die gemeinsame Sache zu konzentrieren: den Kampf gegen das Gift des Feminismus.

2. Die Männerrechtsbewegung macht genau das, was von der Blauen Narzisse und einigen Vertretern der »Neuen Rechten« gerne positiv bewertet wird. Sie besetzt publizistisch einen vorpolitischen Raum. Obwohl Erdinger einen gewissen Erfolg von Foren wie wgvdl.com einräumt, wertet er die dort schreibenden Personen ab, wenn er konstatiert: »Sie begreifen sich als Aktivisten, obwohl sie nichts anderes tun, als anonym Volkes Meinung kund zu tun.« Auch bezeichnet er sie despektierlich als die »feldgrauen Kämpfer vom Orden der anonymen Ineffizienz«.

Dabei weiß Erdinger gar nicht, ob diese Personen nicht möglicherweise auch außerhalb des Forums aktiv sind. Viele Männerrechtler besuchen zum Beispiel lokale Vortragsveranstaltungen zu Familienthemen und bringen sich dort mit kritischen Fragen ein. Auch gibt es Bemühungen durch Organisationen wie zum Beispiel MANNdat, eine strukturiertere Lobbyarbeit zu betreiben.

Erdingers pauschale Verunglimpfungen sind daher unpassend. Die sonstigen Aktivitäten von anonymen Schreibern bleiben im Dunkeln. Auch wenn das offene Visier vorzuziehen ist, haben anonyme Diskussionen durchaus ihre Existenzberechtigung und ihren Nutzen.  Die inhaltliche Güte eines Beitrags hängt nicht davon ab, ob er mit einem Klarnamen versehen wird und eine anonyme Kritik an den herrschenden Gesellschaftszuständen ist immer noch besser als gar keine Kritik.

3. Ein wenig abstrus mutet Erdingers Schlußfolgerung an: »Eine Männerbewegung, die eine wäre, würde sich ohne jede weitere Diskussion gegen ihre Unterdrücker durchsetzen.« Die Männerrechtsbewegung müsse endlich akzeptieren, daß sie nach über zehn Jahren praktisch nichts verändert hat und deshalb andere Saiten aufziehen müßte. Was für Saiten das sein sollen und wie sich die Männerbewegung ohne jede weitere Diskussion durchsetzen soll, verrät uns Erdinger leider nicht. So bleibt der fahle Beigeschmack, daß es sich lediglich um eine oberflächliche Kritik vom erhöhten Sessel aus handelt.

So wie viele andere Bewegungen und Projekte auch, ist die Männerrechtsbewegung lediglich ein kleines Mosaiksteinchen auf dem langen Weg zur kulturellen Gegenrevolution. Sie ist notwendig als Gegenöffentlichkeit zur feministischen Propaganda in den Leitmedien. Die tatsächliche Bedeutung eines jeden Steinchens wird ohnehin erst in einer zukünftigen Nachbetrachtung möglich sein. Bis dahin ist jeder mit Augenmaß betriebene Einsatz für eine Änderung des Status Quo zu begrüßen und zu unterstützen. Nackte Kritik ohne konstruktive Verbesserungsvorschläge demotiviert unnötig und wirkt kontraproduktiv.

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

3 Kommentare zu “Männerrechtler: Eine Erwiderung

  1. Opi Hans

    Mir gefällt vor allem der letzte Absatz und dieser Teil:

    »Sie ist notwendig als Gegenöffentlichkeit zur feministischen Propaganda in den Leitmedien. Die tatsächliche Bedeutung eines jeden Steinchens wird ohnehin erst in einer zukünftigen Nachbetrachtung möglich sein.«

    So sehe ich das auch.

    Es haben auch viele, die berühmte ›Sisyphusarbeit‹ geleistet, also auf die 1000ste 23% Lüge, den 1000sten Widerspruch geschrieben. Auf den 1000sten Frauen sind die besseren … Artikel mit Widerspruch reagiert.

    Es kann nicht nur um den Herrn Professor gehen, der einen guten analytischen Artikel in seinem Leben oder pro Jahr schreibt.
    Und selbst dieser ›muss‹ auf einer bekannten Seite erscheinen, damit er wahrgenommen wird und natürlich auch andere, argumentativ einen Nutzen daraus ziehen können.

    Gruß

  2. Zitat 1 – Mohr: « Die Männerrechtsbewegung nimmt zumindest ansatzweise den Kampf gegen den Feminismus auf..«

    Dazu: Abgesehen davon, daß Mohr hier wieder von einer Männerrechtsbewegung spricht, die es in dieser Eindeutigkeit nicht gibt, stimmt natürlich, daß diejenigen, die sich für die Männerrechtsbewegung halten, »ansatzweise« den Kampf gegen den Feminismus aufgenommen haben. Und zwar seit mehr als zehn Jahren »ansatzweise«. Das wird zu nichts führen, weil der institutionalisierte Feminismus nicht »ansatzweise« die Gesellschaft umkrempelt, sondern vollumfänglich. Jedes weitere Jahr, in dem diese ominöse Männerrechtsbewegung im Ansatz stecken bleibt, ist ein Jahr, an dessen Ende die Gesellschaft vor vollendete, feministische Tatsachen gestellt sein wird.

    Zitat 2 – Mohr: »Ob die Aktivisten weltanschaulich links oder rechts zu verorten sind, ist dabei nachrangig. ( … ) Sinnvoller ist es, die Abgrenzungsmätzchen von Einzelnen zu ignorieren und sich einfach auf die gemeinsame Sache zu konzentrieren: den Kampf gegen das Gift des Feminismus.«

    Dazu: Die Links/Rechts-Kategorisierung ist tatsächlich dann obsolet, wenn man »rechts« mit »braunlinks« übersetzt. Fundamental wichtig wird sie allerdings dann, wenn man »rechts« im Spektrum »konservativ« bis »libertär« ansiedelt. Der institutionalisierte Feminismus (Staatsfeminismus) ist lediglich eines von vielen Symptomen des ubiquitären Staatsinterventionismus ins Private. Der wiederum entspringt eindeutig einem linken (Un)Verständnis von Staat und Gesellschaft. So wenig man den Bock zum Gärtner machen sollte – und so wenig man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben kann, so wenig ist die linke Vorstellung einer Ausweitung staatlicher Ermächtigung auf bisher vernachlässigte Gebiete geeignet, sowohl Männern als auch Frauen das zu bringen, was ihnen in ihrer Einheit als »der Mensch« zusteht: Freiheit. Das Geschlechterverhältnis ist die private Angelegenheit jedes einzelnen Mannes mit jeder einzelnen Frau. Es geht den Staat schlicht nichts an. Der fundamentale Unterschied zwischen linken und tatsächlich rechten Männerrechtlern ist also der, daß Erstere die sog. Geschlechterpolitik reformiert haben wollen, während Letztere sie ersatzlos streichen wollen. Unter dieser Voraussetzung gibt es keinen »gemeinsamen Kampf gegen den Feminismus«. Ein profeministisches »Bundesforum Männer« von Ministeriums Gnaden z.B. ist Augenwischerei, ein Feigenblatt, das genau so entschieden abgelehnt wird wie die gesamte Gleichstellungsindustrie. Da gibt es keinen Konsens, sondern Konfrontation. Mit »Abgrenzungsmätzchen Einzelner« hat das nichts das Geringste zu tun.

    Zitat 3 – Mohr: »Die Männerrechtsbewegung macht genau das, was von der Blauen Narzisse und einigen Vertretern der »Neuen Rechten« gerne positiv bewertet wird. Sie besetzt publizistisch einen vorpolitischen Raum. Obwohl Erdinger einen gewissen Erfolg von Foren wie wgvdl.com einräumt, wertet er die dort schreibenden Personen ab, ( … ) Auch bezeichnet er sie despektierlich als die »feldgrauen Kämpfer vom Orden der anonymen Ineffizienz«.«

    Dazu: Abgesehen davon, daß hier noch immer nicht klar ist, von welcher Männerrechtsbewegung Mohr eigentlich spricht: Diese sog. Männerrechtsbewegung läßt sich in ihrem »vorpolitischen Raum« (ein Begriff, über den ich mich übelst lästernd seitenlang auslassen könnte!) von der etablierten Medienmaschinerie zusammenkartätschen und bekommt obendrein noch vom linken Flügel der ominösen Männerrechtsbewegung eine dafür drübergebraten, daß sie eine wehrlose Zielscheibe abgibt. Wer im sog. »rechten Flügel« dieser eigenartigen Männerbewegung (zum großen Teil versammelt bei wgvdl.com) steht denn dagegen auf? Thomas Lentze! Ausgerechnet der »Outlaw«, über dessen fundamentalistische Argumentation selbst bei wgvdl.com – und auch von mir – die Nase gerümpft wurde. Der Mann kämpft gegen die Landesmedienanstalt, die ihn mundtot machen will. Der steht vor Gericht und erreicht, daß die Justiz die Maske fallen läßt, indem sie urteilt, Frauen seien als kollektive Gruppe beleidigungsfähig. In einem Land, in dem jeder Autoaufkleber, auf dem »Männer sind Schweine!« zu lesen ist, unbeanstandet durchgeht! Habe ich bei Arne Hoffmann, dem selbsternannten Anführer dieser eigenartigen Männerrechtsbewegung auch nur eine Zeile darüber gelesen, was Lentze hier leistet? Totgeschwiegen wird er! Und dann kommt Mohr und erzählt was von »Einigkeit der Männer im Kampf gegen den Feminismus« und »Abgrenzungsmätzchen Einzelner«? Selbst bei wgvdl.com war man noch nicht mal in der Lage, sich argumentativ mit den Ausführungen Einzelner auseinanderzusetzen, die in der Beschneidungsdebatte Besonnenheit angemahnt hatten. Selbst im »rechten«, dem weitgehend anonymen »Flügel« einer total flugunfähigen Männerrechtsbewegung wurde stattdessen zu Mitteln gegriffen, wie man sie aus einem stalinistischen Politbüro kennt: Diffamierung, Unterstellung, Ad personam Angriffe, Spekulationen über persönliche Motive und die Unterstellung, Verrat an der »gemeinsamen Sache« getrieben zu haben. Wohlgemerkt: Der »gemeinsamen Sache« von ca. 300 Anonymen, die nichts weiter tun, als sich zu den üblichen Bürozeiten im Internet auf die Schultern zu klopfen und sichj gegenseitig die Zeitung vorzulesen. Die Tageszeiten, zu denen bei wgvdl.com reger Verkehr herrscht, sprechen bereits Bände. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen (die Autoren von WikiMANNia bspw.) ist wgvdl.com ein Laberclub, der alles sein will, außer eben ein Laberclub! Da wäre prinzipiell auch nichts daran auszusetzen, wenn nicht diese zwangskollektivistische Selbststilisierung zu »Kämpfern gegen den Feminismus« so lächerlich wäre! Die User dort nehmen sich derartig ernst, daß sie jeden, der die traute Eintracht im gelben Kampfesbewußtsein infrage stellt, einfach ausschließen! Und dieses kollektive Illusionsego wird dann ausgerechnet von der ARD auch noch gefüttert!? Wie bizarr wird´s denn noch? Ein einziger Schlag des institutionalisierten Staatsfeminismus gegen wgvdl.com würde ausreichen – und die 300 anonymen Maulhelden wären in alle Winde zerstreut! Von wegen »Einigkeit« und »Männerrechtsbewegung«! Immerhin: Noch letztes Jahr gedachte der vormalige Forumsbetreiber, wgvdl.com sang- und klanglos dichtzumachen. So gottverdammt wichtig ist wgvdl.com für die herbeiillusionierte Männerrechtsbewegung! Von wenigen Ausnahmen abgesehen, kennen die sich noch nicht mal untereinander! Würde wgvdl.com zerschlagen werden, die feldgrauen Kämpfer vom Orden der anonymen Ineffizienz wüßten noch nicht mal, wo und wie sie sich mit wem genau wieder zu sammeln hätten! Aber »Einigkeit« und »Männerrechtsbewegung« und »Kampf gegen den Feminismus«. Ganz im Vertrauen: Ich bin Spiderman.

    Nun zur IGAF.ch (Interessengemeinschaft Antifeministen in der Schweiz): Die IGAF hat zweifellos etwas auf die Beine gestellt, nicht nur, was mediale Beachtung betrifft. Es gab internationale Antifeministentreffen in der Schweiz, bei denen sich Teilnehmer- darunter ich – wegen der feministischen Proteste gegen diese Treffen und den damit verbundenen Gewaltdrohungen, wie bei einer Schnitzeljagd zum Tagungsort durchhangeln mussten, weil Geheimhaltung aus Sicherheitsgründen notwendig war. Aber was war dann bei diesen Treffen? Es gab Referenten aus dem gesamten politischen Spektrum, von Matthieu Carriere bis Gabriele Kuby, von Markus Theunert (Profeminist) bis Urs Bleiker (knallharter Antifeminist). Das Ende vom Lied: Heute wissen wir alle, was wir alle vor den Treffen schon wussten. Was hat sich geändert? – Nichts.

    Deswegen ist die Unterscheidung, die getroffen werden muß, sehr wohl eine zwischen linken und »rechten« Männerrechtlern. Und nicht nur das! Fundamental wichtig ist überhaupt die Trennung von Linken und »Rechten«. Die Unterscheidung zwischen Männern und Frauen hingegen ist obsolet. Unter dem feministrischen Zwangssystem leiden nämlich nicht nur Männer, sondern auch Frauen! Es gibt nämlich noch Frauen, die gerne Frauen sein wollen und nicht »bessere Männer«. Die Solidarität entlang der Geschlechterlinie einzufordern, ist kontraproduktiv! Es geht beim Kampf gegen den Feminismus um die grundsätzliche Ablehnung linker Gesellschaftspolitik! Die Solidaritätslinie verläuft also entlang der Grenze von »konservative Männer und Frauen« und »linke Männer und Frauen«. Solidarität nach Geschlecht ist Illusion! Linke Männerrechtler a la Hoffmann sind der Beweis für die Richtigkeit meiner Behauptung: Du kannst als Mann in der Beurteilung des Übelstandes so sehr mit Hoffmann übereinstimmen, wie du willst. Sobald du aber gegen Islamismus, gegen Homo-Ehe, für den Papst und gegen Moscheebauten und den generellen Gleichheitsfetisch bist, rümpfen die feinen Herren von links die Nase und wollen mit dir nichts mehr zu tun haben. Einigkeit der Männer gegen den Feminismus? Wovon träumt Mohr in der Nacht?

    Zitat 4 – Mohr: »Dabei weiß Erdinger gar nicht, ob diese Personen nicht möglicherweise auch außerhalb des Forums aktiv sind. Viele Männerrechtler besuchen zum Beispiel lokale Vortragsveranstaltungen zu Familienthemen und bringen sich dort mit kritischen Fragen ein. Auch gibt es Bemühungen durch Organisationen wie zum Beispiel MANNdat, eine strukturiertere Lobbyarbeit zu betreiben.«

    Dazu: Natürlich wird der eine oder der andere auch außerhalb des Forums aktiv sein, bspw. in seinem beruflichen Umfeld oder im Freundes- und Bekanntenkreis. Ich selbst habe allerdings die Erfahrung gemacht, daß man mit einer persönlichen Meinung nicht punkten kann. Was in diesem Land an feministischem Wahnsinn abläuft, das glaubt einem kein Mensch, der sich mit der Materie nicht eingehend befasst hat. Und die wenigstens sind bereit, sich ihre heile Welt von einem dieser sonderbaren Männerrechtler zerstören zu lassen. Nicht jeder Mann ist willens, seine langjährige Ehefrau, Mutter seiner Kinder und das, was sie tut, einmal mit »anderen Augen« zu sehen und zu neuen Interpretationen ihres Verhaltens zu kommen. Nicht jeder, der den Malocher für die Familie macht, hat Lust, sich seine Illusionen zerstören zu lassen, so er denn welche hätte. Aber gut: Es mag Leute geben, die außerhalb des Forums …

    Was nun MANNdat angeht: Es gab MANNdat noch nicht, da hatte ich mit Eugen Maus und Michail Savvakis ein informelles Gründungstreffen in Frankfurt. Savvakis (Der Maskulist.de) ist Einzelgänger, der brillant überlegt und ausgezeichnete Texte verfasst. Sein Buch »Medusa schenkt man keine Rosen« (unter dem Pseudonym Michail A. Xenos veröffentlcht) ist mit das Beste, was es zum Thema gibt. Dr.Eugen Maus hat unter dem Pseudonym Eugen Prinz das »Handbuch für Männer in Zeiten von Aids und Feminismus« im Eigenverlag herausgegeben. Es ist auf seine »linke Art« mit das Lustigste, was es zum Thema gibt. Allerdings: Es läuft knallhart an der Trennlinie Mann/Frau entlang, nicht an der programmatisch richtigen Trennline zwischen Links und »Rechts«. Insofern erliegt Maus mit seinem Buch der Illusion, es könne jemals so etwas wie Einigkeit unter Männern geben. Es gibt sie nicht und es wird sie auch niemals geben! Unter den in der Bundesrepublik sozialisierten Männern gibt es einfach zu viele Häuptlinge (My Meinung is my castle) und zu wenige Indianer. Das IST eine der schwer zu ändernden Eigenart des Männlichen gegenüber dem Weiblichen. Wer etwas anderes behauptet, ist ein linker Gesellschaftsutopist. Jedenfalls ist MANNdat seit etwa zehn Jahren aktiv – und genau so lange ist MANNdat erfolglos. So erfolglos wie agens e.V. (Kuhla/ Hoffmann), so erfolglos wie Frau Ebeling, so erfolglos wie Herr Amendt, so erfolglos wie Esther Vilar, so erfolglos wie Martin van Creveld … – erfolglos eben. Derweilen treibt der ganze Gleichstellungswahnsinn von allen mit jedem immer tollere Blüten.

    Zitat 5 – Mohr: »Erdingers pauschale Verunglimpfungen sind daher unpassend. Die sonstigen Aktivitäten von anonymen Schreibern bleiben im Dunkeln. Auch wenn das offene Visier vorzuziehen ist, haben anonyme Diskussionen durchaus ihre Existenzberechtigung und ihren Nutzen. Die inhaltliche Güte eines Beitrags hängt nicht davon ab, ob er mit einem Klarnamen versehen wird und eine anonyme Kritik an den herrschenden Gesellschaftszuständen ist immer noch besser als gar keine Kritik.

    Dazu: Ich plaudere hier mal aus dem Nähkästchen. Arne Hoffmann ist 2003 (?) mit einer Medaille der Münchener »Kellmann-Stiftung für Humansimus und Aufklärung« ausgezeichnet worden. Kellmann ist emeritierter Juraprofessor an der LM-Universität in München. Als anonymer User »Tommy« schrieb er damals in meinem Forum. Dort schrieb auch Eugen Maus (später MANNdat). Die zwei konnten partout nicht miteinander. Maus wußte allerdings nicht, wer »Tommy« gewesen ist. Das war halt wieder ein Häuptling zuviel. Jedenfalls stellte mir Maus eines Tages ein Ultimatum: »Entweder du schmeißt Tommy raus, oder ich gehe«. Sollte ich »den Kellmann« rausschmeissen, nur weil Maus nicht wußte, mit wem er es zu tun hatte? Und gibt es noch ein besseres Beispiel dafür, wie kontraproduktiv die Anonymität in den Foren ist? Mit seinem Namen zu seinen Ansichten zu stehen, so wie ich das von Anfang an getan habe, ist das Mindeste! Ein Anonymer tut sich leicht mit seinen Forderungen. Der staat soll halt mal machen. Das kostet den Anonymen nichts, schwächt aber seine persönliche Meinungsstärke keineswegs. Bißchen gerechter, bißchen fairer, bißchen mehr auf die Männer eingehen usw. usf.

    Daß ich nun in meinem Artikel keine konstruktiven Lösungsvorschläge gemacht habe, liegt einfach daran, daß niemand da ist, der sie mit mir zusammen umsetzen würde. Wer aus den Reihen von wgvdl.com z.B. ist den Willens und in der Lage, seine gesamte existenz in die Waagschale zu werfen? Wo sind denn die Leute, die Aktionen ähnlich denjenigen der Konservativ-subversiven Aktion mitmachen würde? Wer würde denn bspw. Beate Klarsfeld nacheifern (Ohrfeige für Kiesinger), in eine Talshow gehen und coram publico Alice Schwarzer einen Backenstreich verpassen? Wer würde denn dem Frauen-Mediaturm in Köln ein Protestbanner umbinden? Wer würde denn die Aktionen der britischen Fathers 4 Justice in Deutschland kopieren? Die Linken? Hoffmann? Kuhla? Ebeling? Oder gar die feldgrauen Kämpfer vom Orden der anonymen Ineffizienz (wgvdl.com)? – Da müsste man ja glatt mal was riskieren! Unzumutbar! Stattdessen bebauchpinselt sich die deutsche »Männerrechtsbewegung« gegenseitig in ihrem unerträglichen Leid und gelegentlich bekriegt sie sich selbst.

    Es ist mein Reden von Anbeginn an gewesen, daß eine »maskulistische Spaßguerilla«, die mediale Aufmerksamkeit erringen muß, weil ihre Aktionen einfach zu frech sind, um sie zu ignorieren, wesentlich mehr erreichen könnte, als eine »maskulistische Frauenbewegung«, die sich lediglich als Spiegelbild der feministischen Frauenbewegung begreift und jahrein, jahraus erfolglos ihre Argumente runterleiert. Witzig müsste sie sein, Auflage müsste sie garantieren, Fans müsste sie generieren, kreativ und originell müsste sie sein und dadurch deutlich machen, was eine Gesellschaft verliert, die sich dem furztrockenen, komplett humorlosen Soziologiegewäsch durchgeknallter Genderisten ergibt. Das Volk wäre MIT UNS! Hintergrundwissen ERLÄSSLICH! Sympathie ist ALLES! Ich muß es nicht klasse finden, in einer Ochlokratie zu leben. Aber wenn ich schon in einer lebe, dann muß ich mir wenigstens überlegen, wie ich sie NUTZE!

    »Einigkeit der Männer« ist doch bloß ein Synonym für »Bremsklotz«!

  3. Markus Mohr

    Um nicht vom Hölzchen aufs Stöckchen zu kommen, möchte ich lediglich auf die Kernaussagen von Max Erdingers Erwiderung eingehen.

    1. Erfolglosigkeit
    Erdinger wiederholt an mehreren Stellen die Männerrechtsbewegung sei erfolglos. Dabei holt er erneut zu einem Rundumschlag aus und schreibt: „Jedenfalls ist MANNdat seit etwa zehn Jahren aktiv – und genau so lange ist MANNdat erfolglos. So erfolglos wie agens e.V. (Kuhla/ Hoffmann), so erfolglos wie Frau Ebeling, so erfolglos wie Herr Amendt, so erfolglos wie Esther Vilar, so erfolglos wie Martin van Creveld … – erfolglos eben.“

    Vieles hängt davon ab welche Ziele man erreichen möchte und wie man überhaupt Erfolg definiert. Es gibt sichtbare Erfolge und unsichtbare Erfolge. Es gibt schnell errungene oder spät errungene Erfolge. Erdingers Rundumschlag geht daher an der Sache vorbei. Es mag sein, daß manche Vereine oder Einzelpersonen mit einer anderen Strategie heute erfolgreicher sein könnten als sie es jetzt sind. Darüber zu diskutieren und neue Strategien zu entwickeln ist wichtig. Zu berücksichtigen ist dabei jedoch auch, dass Erfolg nicht immer messbar ist. Wieviele Menschen mögen durch einen Talk-Show Auftritt von Frau Ebeling zum Nachdenken angeregt worden sein? Wieviele Lehrer mögen vielleicht durch Veröffentlichungen von MANNdat für die Thematik der Jungenbildung sensibilisiert worden sein? Welche Wirkung mögen Martin van Crevelds Werke auf manche personalverantwortlichen Entscheider in der Bundeswehr entfalten? Das alles bleibt im Dunkeln. Idealistischen und engagierten Personen eine generelle Erfolglosigkeit zu unterstellen, nur weil die eigenen herbeigesehnten Wunscherfolge sich nicht einstellen oder weil Erfolge nicht direkt sichtbar sind, ist kurzsichtig und wirkt auf Außenstehende schnell überheblich.

    2. Links/Rechts
    Erdinger ist zuzustimmen, daß linke und rechte Männerrechtler unterschiedliche Zielsetzungen verfolgen. Er bringt es auf den Punkt wenn er schreibt: „Der fundamentale Unterschied zwischen linken und tatsächlich rechten Männerrechtlern ist also der, daß Erstere die sog. Geschlechterpolitik reformiert haben wollen, während Letztere sie ersatzlos streichen wollen“. Auch ist es richtig, daß die Auswüchse um das „Bundesforum Männer“ und die aufkeimenden Bemühungen zum Aufbau einer Helferindustrie für Männer abzulehnen sind. Das Hineinsuhlen in eine Opferrolle und die Forderungen nach Staatsnannys für Männer missfällt wohl jedem traditionell denkenden Menschen. In dieser Sache besteht Einigkeit und lediglich die daraus gezogenen Schlußfolgerungen unterscheiden sich. Max Erdinger zieht eine konsequente Trennlinie zwischen „Links“ und „Rechts“, während es mein Ansatz ist, die Trennlinie zu überwinden, um nach Möglichkeit zu einer sachbezogenen (!) Einigkeit unter Männern zu gelangen. Diese Überlegung sei am Beispiel eines Fußballspiels veranschaulichen: Die gegnersiche Mannschaft stürmt mit 6 Spielern auf das eigene leere Tor zu. Lediglich zwei Verteidiger können noch Widerstand leisten. Der eine Verteidiger möchte den Ball im Falle der Eroberung ins Mittelfeld zurückspielen und der andere möchte direkt den eigenen Stürmer bedienen. Es ist unsinnig, den anderen nicht zu unterstützen, nur weil dieser einen anderen Spielaufbau bevorzugt. Das vorrangige Ziel für beide lautet: Das Tor ist gegen den heranrollenden Gegner zu verteidigen. Wenn der Ball erobert wurde, schaut man wie es weitergeht. Vielleicht spitzelt man dem eigenen Mitspieler den Ball frech vom Fuß, oder es findet sich jemand im Mittelfeld der den Ball von dort an den bevorzugten Stürmer weiterspielt. Wichtig ist es die wenigen verbliebenen Chancen zu maximieren um den Ball zurückzuerobern, bevor die Gegenseite das entscheidende Tor zum unumkehrbaren Schlußstand schießt.

    Max Erdinger schreibt: „Du kannst als Mann in der Beurteilung des Übelstandes so sehr mit Hoffmann übereinstimmen, wie du willst. Sobald du aber gegen Islamismus, gegen Homo-Ehe, für den Papst und gegen Moscheebauten und den generellen Gleichheitsfetisch bist, rümpfen die feinen Herren von links die Nase und wollen mit dir nichts mehr zu tun haben. Einigkeit der Männer gegen den Feminismus? Wovon träumt Mohr in der Nacht?“

    Wenn jemand mit Herrn Hoffmann in der Männersache übereinstimmt, müssen die anderen weltanschaulichen Standpunkte gar nicht thematisiert werden. Wer an der Sache interessiert ist, bindet mit Herrn Hoffmann dem FrauenMediaTurm ein Banner um und sucht sich für eine Demonstration gegen den alltäglichen Homo-Wahnsinn andere Weggefährten.

    3. Lösungsvorschläge
    Erdingers Ansatz einer maskulinen Spaßguerilla ist interessant. Ob er erfolgsversprechend ist, müsste die Praxis zeigen. Auch viele seiner Randbemerkungen sind beachtenswert. Zum Beispiel der Hinweise bezüglich des leider eingeschränkten Nutzwertes von dem Treffen in der Schweiz und generell seine Warnung vor einer allzu ausufernden Selbstbeweihräucherung. Eine sachliche Kritik an den bestehenden Zuständen der „Männerrechtsbewegung“ und die Erarbeitung neuer Konzepte ist daher sicherlich geboten. Stoff dafür gibt es reichlich. Verändern wird sich allerdings nur etwas, wenn die Strategiediskussionen konsequent auf der Sachebene geführt werden.

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