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Man wird nicht als Nazi geboren

Die Reportage von Johann R. Constantin über die »Deutschenkinder« in Norwegen hat es in sich. Sie beschreibt den langen Schatten des Nationalsozialismus bis in die Gegenwart:

Die Diskriminierungen waren allgegenwärtig und manifestierten sich auch in Zwangseinweisungen in die Psychiatrie, Zwangsadoptionen, Misshandlungen und sexuellem Missbrauch. Keinesfalls kamen die treibenden Impulse nur aus der Bevölkerung, es waren auch die norwegischen Behörden direkt daran beteiligt und befeuerten die Konflikte. So schrieb der Kinder– und Jugendmediziner Dr. Johan Riis, welcher gleichzeitig auch Mitglied des Norwegischen Sozialministeriums war, in der norwegischen Zeitung Stavangeren am 22. Juni 1945 folgendes: „Die Hoffnung, dass aus Deutschenkindern normale Menschen werden, ist so groß wie die Möglichkeit, dass die Ratten im Keller mit der Zeit Haustiere werden.“

Wir möchten hier im Weblog die Möglichkeit bieten, über die Reportage und das Thema zu diskutieren!

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

7 Kommentare zu “Man wird nicht als Nazi geboren

  1. Also der Hass auf Deutsche nach 1945 in Norwegen, Holland, Frankreich und Dänemark ist schon verständlich, denke ich. Kein Volk war damals so ehrlos, es einfach unter ferner-liefen abzuhaken, von einer überlegenen Feindmacht handstreichartig angegriffen, total und völlig erobert und schließlich jahrelang besetzt und beherrscht worden zu sein.
    Ja, die Deutschen haben diesen Völkern nicht die geringste Chance zur Gegenwehr gelassen, die Deutschen haben sie mit ihrer Armee einfach total erdrückt und überrannt und ihnen eine Niederlage ohne Beispiel zugefügt. Und es ist völlig nachvollziehbar, dass ein Volk, an dem ein solches Exempel vollführt und dem die eigene Schwäche und Kraftlosigkeit derart eindringlich vor Augen geführt wurde, sich seiner Ehre genommmen fühlt. Kein Volk kann die Erfahrung einer solchen Erniedrigung und den quälenden Gedanken auf sich beruhen lassen, so ganz und gar ohne Wert sein zu sollen, und nicht mal den allergeringsten Widerstand gegen den Feind gewagt zu haben.

    Nicht die Niederlage gegen die Deutschen an sich war es wohl, – denn ein anderes Ergebnis als eine Niederlage gegen die Deutschen war für diese Völker ohnehin nicht drin, und das wußten die alle- , sondern es war wohl vielmehr die Wut auf die Deutschen, dass sie ihnen nicht auch nur eine einzige Gelegenheit zum Widerstand, und zwar auf Augenhöhe, zugebilligt haben, wonach sie wenigstens einen kleinen Rest ihrer Selbstbehauptung und Selbstwürde hätten wahren können.

    Kein anständiges Volk und kein Mann mit Ehre kann die Schmach und Demütigung vergeben, vom Gegner, ohne eine Chance zur eigenen Gegenwehr zu haben, besiegt zu werden.

    Und wenn der Gegner sich dann frech und dreist, und wieder ohne auf Widerstand treffend, die eigenen Frauen und Töchter nimmt, und sie dergleich noch in seinem eigenen Haus bumst, oder wenn dieselben willenlos und kindlich-naiv sich dem Besatzer andienen und, typisch frauenhaft-ehrlos, mit diesem von dannen ziehen, dann muß das schlußendlich jeden Mann aus Fassung bringen, sofern noch ein letzter Funken Ehre in ihm ist. (Frauen werden eine solche Schmach und Erniedrigung niemals so vollumfänglich verstehen und so intensiv fühlen können wie Männer das tuen, weil sie von ihrer inneren Veranlagung her willensschwache, kleingeistige-unernsthaft-kindliche Wesen sind, dazu noch leichtgläubig und mutterinstinktgeleitet. Es muß unterbunden werden, dass Frauen Mitspracherechte eingeräumt bekommen, wenn es um Fragen der Ehre der eigenen Nation geht. Sie stellen hier ein Risikofaktor dar.Die Erkenntnisse der Anthroplogie über das Wesen der Frau sprechen hier eine eindeutige Sprache.)

    Das Gesetz der Ehre gebietet es, dass jede Demütigung und Ehrverletzung mit entsprechend gleichgewichtiger Rache am Entehrenden beglichen oder von diesem durch Tribut (»Blutgeld«, Landnahme usf.) gesühnt werden muß. Dafür zu sorgen, dass die Ehre wieder hergestellt wird, das ist die Pflicht des Entehrten vor seinem Gott.

    Als Deutscher fällt es mir natürlich schwer, die Vorfälle gegen Deutsche in diesen Ländern nach 1945 zu akzeptieren, aber solche Reaktionen sind psychologisch schon irgendwie nachvollziehbar. So sind die Menschen nun einmal.

    Aber wer weiß schon, ob die Norweger 1945 ein ähnlich hartes Urteil über die Deutschen gefällt hätten, wenn sie schon damls hätten sehen können, wie Oslo, wie Norwegen, ja wie die Zustände in ganz Europa im Jahr 2012 sein würden.

  2. Th.R.,

    zeigen Sie für die Ehrauffassung der Jessiden auch so viel Verständnis?

    Zum Thema:
    Ich vermute, die dortigen »Besatzerkinder« wurden auch deshalb so schlecht behandelt, weil sie das lebendige Beispiel für Kollaboration quasi »lebenslang« der kollaborierenden Mehrheitsgesellschaft vor Auge führten. Vergessen wir nicht, dass ab 45 urplötzlich fast jeder »im Widerstand« war und man sich es kaum vorstellen kann, wie jemand wie Quisling in Norwegen, überhaupt nur 1 Sekunde lang regieren konnte, bei all den »Widerständlern«. Klar, dass so ein Besatzerkind da einen nur in der neuen (alten) Mitläuferrolle des »wir waren immer dagegen« stört und man es daher diskriminieren muss. Das gleiche in den Niederlanden, Dänemark, Frankreich etc., wo sich natürlich niemals jemand freiwillig zur Waffen SS gemeldet hat, Juden verpfiffen hat, etc. – ein Riesenausmaß an Heuchelei bis zum heutigen Tage …

  3. »Frauen werden eine solche Schmach und Erniedrigung niemals so vollumfänglich verstehen und so intensiv fühlen können wie Männer das tuen, weil sie von ihrer inneren Veranlagung her willensschwache, kleingeistige-unernsthaft-kindliche Wesen sind, dazu noch leichtgläubig und mutterinstinktgeleitet. Es muß unterbunden werden, dass Frauen Mitspracherechte eingeräumt bekommen, wenn es um Fragen der Ehre der eigenen Nation geht. Sie stellen hier ein Risikofaktor dar.Die Erkenntnisse der Anthroplogie über das Wesen der Frau sprechen hier eine eindeutige Sprache.«

    Wenn ich sowas lese, habe ich die ernsthafte Befürchtung, dass ich davon dümmer werde.

  4. @Th.R.
    Lange nicht mehr so einen Schwachsinn lesen müssen. Der Gipfel der Stupidität ist aber spätestens dann erreicht, wenn Sie Ihre Analyse über die mentale Beschaffenheit der Frau zum Besten geben.
    Man sollte sich langsam (aber sicher) von diesem plumpen Sexismus emanzipieren und vor Pauschalisierungen hüten; die Frau ist, damals wie heute, gleichwertige u. gleichrangige Mitstreiterin im Kampf um die Freiheit.
    Wer dies nicht begreift, der hat schon verloren. In jedem Lebensbereich.

  5. Frau Maack

    Ob Th. R. nach dem Gesetz der Ehre als legitime Rache der Entehrten auch seine eigene kindlich-naive, willensschwache, leichtgläubige, kleingeistige Großmutter andern zur Sühne überlassen würde, die, mutterinstinktbehindert, wie sie ist, maßgeblich dazu beigetragen hat, dass er auf der Welt ist und andern auf die Nerven gehen kann?

  6. Um noch einmal auf das Thema zurückzukommen, und um meinen Kritikern zu antworten:

    Fakt ist, dass Holland, Frankreich, Dänemark und Norwegen im Krieg mit Deutschland standen. Und Kriegszeiten sind immerzu Zeiten, wo die Festigkeit der inneren Bindekräfte einer Gemeinschaft vom Schicksal auf die Probe gestellt wird. Im Krieg zeigt sich, ob eine Volk etwas taugt und sich bewährt – oder eben nicht.

    Und immer wieder trug es sich so zu – und das belegen nicht nur die Geschehnisse zwischen 1940-1945 in den von Deutschland besetzen Ländern oder die gleichgelagerten Geschehnisse in Deutschland nach 1945 (Stichwort: »Amihuren«, »Amiflitchen«), sondern die Geschichte ist voll davon –, dass zuvorderst Frauen es waren, die die Treue zu ihrer Gemeinschaft am schamlosesten verraten und am leichtfertigsten gebrochen haben.

    Ich bleibe dabei: Norwegische, französische, dänische, niederländische, und nach 1945 deutsche Frauen, die sich dem Feind angedient haben, während das eigene Volk im Krieg stand und wo die eigenen Männer gekämpft und umgekommen sind, – solche Frauen waren und sind Verräter an ihrem eigenen Volk. Diese Prostitution an den Feind ist eine Ehrlosigkeit, die durch nichts zu entschuldigen ist und die nicht vergeben werden kann. – Aber wozu an Frauen Maßstäbe anlegen, die Männern vorbehalten sind, und die eigentlich nur Männer verstehen können?

  7. Th.R.:
    Und was ist mit den ganzen männlichen Kollaborateuren, die es doch wohl auch in all diesen Ländern gegeben hat?
    Was die Frauen betrifft: Es mag auch hie und da die Liebe ausschlaggebend gewesen sein.

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