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Martin Schulz und der Nazi-Vergleich

ja_nrwNazivergleiche sind immer dumm. Egal, ob sie von Linken an Rechte adressiert sind oder umgedreht. Ich halte also auch nichts davon, linke Politiker als „rotlackierte Faschisten“ zu verunglimpfen. Mit sachlichen Argumenten, die sie nicht widerlegen können, kann man ihnen viel mehr weh tun.

Trotzdem kann ich natürlich diejenigen verstehen, die sich andauernd zu Unrecht als „Nazis“ beschimpfen lassen müssen. Es ist klar, daß sie sich wünschen, einmal mit gleichen Waffen zurückzuschlagen. Das hat im Europawahlkampf zum Beispiel die Junge Alternative NRW mit Martin Schulz (SPD) so gemacht (siehe Bild).

Schulz wollte sich dagegen juristisch wehren, hat jetzt jedoch einen Rückzieher gemacht. Auf W&V heißt es zu dem Fall:

Nach der Europawahl mache der Rechtsstreit keinen Sinn mehr, so Schulz gegenüber dem Landgericht Hamburg. AfD-Anwalt Ralf Höcker interpretiert den Rückzieher naturgemäß ganz anders. Schulz habe mit seinem Antrag ohnehin keine Chance gehabt, so Höcker gegenüber W&V. Das habe ihm die Vorsitzende Richterin der Pressekammer telefonisch bestätigt. „Wer selbst ständig ´Nazi, Nazi!´ brüllt, verwirkt nun einmal einen Gutteil seines Achtungsanspruchs und muss sich auch umgekehrt Nazivergleiche gefallen lassen“, findet der Kölner Medienrechtler, der als Promi-Anwalt für Jörg Kachelmann und Felix Magath bekannt geworden ist. Jeder Politiker sollte das im Hinterkopf haben, „bevor er lospöbelt“.

Daß Schulz immer fleißig rumpöbelt, zeigt zum Beispiel dieses Video:

Auch im Europawahlkampf 2014 war er kein Kind von Traurigkeit. So verglich er Beppe Grillo (Fünf Sterne, Italien) mit Hugo Chavez und Stalin. Doch Grillo schlug zurück und stellte in sein Blog eine Fotomontage ein, die Schulz dabei zeigt, wie er den italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi auspeitscht:

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Im vierten Band der Reihe BN-Anstoß setzen wir uns mit dem Nazivorwurf auf 100 Seiten auseinander. Das Büchlein kann hier bestellt werden.

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