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Medienreaktionen zu »Steinbach grüßt polnischen Außenminister«

Heute haben einige junge Konservative in Stuttgart gezeigt, daß sie nicht einverstanden damit sind, was die da oben machen. Und die Presse hat´s auch mitbekommen. Neben JF und Sezession findet sich auch hier eine Erwähnung der Aktion:

Ein Banner mit der Aufschrift »Erika Steinbach grüßt herzlich den polnischen Außenminister« sorgt kurzfristig für etwas Unruhe unter den Ordnern. Aber Westerwelle lässt sich dadurch nicht provozieren und ermuntert die Kameraleute, das Banner zu filmen.

Die ZEIT schreibt:

Die gute Stimmung trüben auch nicht Anhänger der Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, die zu Beginn der Westerwelle-Rede ein Transparent ausrollen: «Erika Steinbach grüßt herzlich Polens Außenminister». Der Vizekanzler verbucht das als Teil der Meinungsfreiheit.

Die Süddeutsche schreibt:

Auch Westerwelle bekam Gelegenheit, seine Schlagfertigkeit unter Beweis zu stellen. Zu Beginn seiner Rede entrollten Demonstranten ein Transparent: »Erika Steinbach grüßt herzlich Polens Außenminister« – eine Anspielung darauf, dass Westerwelle im Sinne Polens die Berufung Steinbachs in den Beirat der Stiftung Vertreibung blockiert. Nachdem das Publikum Zeit hatte, das Transparent zu lesen, forderte Westerwelle die Demonstranten auf, zur Seite zu rücken: »An den rechten Rand«.

Der Tagesspiegel schreibt:

Kaum hat der Parteichef die Begrüßung hinter sich, nutzt er die Gelegenheit, sich als großmütiger Hausherr zu zeigen. „Aber lasst das Plakat doch hängen“, bittet er mit Hohn triefender Stimme allzu eifrige Ordner, die gerade gegen ein paar Störer einschreiten wollen. „Erika Steinbach grüßt herzlich Polens Außenminister“ steht auf dem Plakat – der Vorwurf zielt auf den Streit mit der Vertriebenenchefin um den Sitz in der Versöhnungsstiftung, den die CDU-Politikerin zum Entsetzen der Polen beansprucht. Einen Tag vor dem liberalen Großtreffen hatte Steinbach ihren Coup gelandet: Sie präsentierte einen eigenen Vorschlag und bringt damit die FDP in Zugzwang. Der Vizekanzler aber bittet die Protestler höflich: „Stellt euch doch ein bisschen an den Rand – an den rechten Rand.“ Da lacht die liberale Gemeinde.

Die FAZ schreibt:

Während vor dem Theater wie stets von Links gegen Atomkraft oder Steuersenkung demonstriert wurde, entfalteten drinnen junge Männer in gebügelten Hemden ein Transparent mit der Aufschrift: „Erika Steinbach grüßt herzlich Polens Außenminister“. Westerwelle in seinem Element: Er begrüßt die Herren, lädt sie ein, ihre Plakat doch auch mal den Kameras zu zeigen, und dann versenkt er sie in der Lächerlichkeit. „So sind wir Liberale“, ruft er, „Eure Meinung ist zwar Unfug, aber wir sind dafür, dass ihr sie sagen dürft. Stellt euch doch“, schlägt er den jungen Vertriebenen-Nachfahren vor, „jetzt bitte ein bisschen aus dem Blickfeld, ja, genauso, dorthin, an den rechten Rand . . .“

Und n24 zeigt die Aktion kurz.

Wer noch mehr Presseartikel über die Aktion findet, den möchte ich bitten, die Links dazu in den Kommentarbereich zu packen.

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

16 Kommentare zu “Medienreaktionen zu »Steinbach grüßt polnischen Außenminister«

  1. http://mediencenter.n24.de/index.php?deepLink=screen/startScreen/video/742289 Nach 15 Sekunden wird mal kurz der Banner gezeigt. Sie gelten als »Vertriebenengruppe«.

  2. Im Fernsehen kam es auf Pro 7, mdr und n24. Kann man nur net im Netz abrufen. :/

    Blöd, dass man den Banner nicht voll sieht. Wird uns kein zweites Mal passieren!

  3. Ein Bild von an Scheunentoren genagelten Frauen wäre noch schön gewesen, dazu Guido Westerwelle, gestikulierend, dazu eine Sprechblase mit »Selber schuld!«…

  4. Nils Wegner

    @ Tobias:

    Das ist aber ein seltsamer Artikel… Deutsch kann der Schreibknecht nicht wirklich, und die Pointe des Plakats hat er (vermutlich wohlweislich) auch nicht erwähnt…

  5. http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/nachrichten/#/beitrag/video/938596/ZDF-heute-journal-vom-06-Januar-2010/

    Hier kommt es auch. Ich möchte allerdings darauf Hinweisen, daß die Tonspur nicht zu den Bildern passt.

  6. Wen interssiert denn Eure dämliche Sehnsucht nach irgendeinem von einem oder einigen Idioten erdachten Lebensraum im Osten?
    Wo steckt den heute noch Euer Anspruch auf Pommern, Ostpreussen etc.? In einer Art kollektiven Gedächtnisses eines ersponnenen Volkes? Einer Art kollektiver Sensucht eines »Volkskörpers« nach verlorenen, östlichen Gliedmaßen? Diese Sichtweise gabs doch schon mal…
    Besser mal auf den Teppich zurück, ansonsten unterscheidet ihr Euch nämlich nicht mehr auch nur im geringsten von gewissen Strömungen, denen gegenüber ihr Euch ach so sehr zu distanzieren sucht.
    Immer wieder schön zu sehen, wie sehr ihr um differenzierte Sicht auf die »Neue Rechte« bettelt und jammert und heult, und zugleich keinerlei Unterscheidung zu belegen / zu beweisen fähig seid, stattdessen immerzu dazu neigt, diese Verwandtschaft zu unterstreichen. Immerhin ehrlich, jedenfalls bei euch »Blauen Na(r)zisten«.
    Trotzdem seid ihr nur ne Schippe Scheisse, die sich alleine aufgrund ihrer Trennung vom grossen Haufen als etwas ganz besonderes ansieht.

  7. Volltreffer. Ich liebe es, wenn solche Aktionen auch die polnischen Wähler zum Empörungssabbern bringen. Ist immer ein Zeichen, daß der Hieb gesessen hat.

  8. Übringens dachte ich immer, die Idee des »Volkskörpers« stammt von den Linken der Bundesrepublik, die ihn erfunden haben, um begründen zu können, warum auch den Lesern dieses Blogs als Urenkelgeneration noch das Kainsmal der deutschen Schuld eingebrannt sein soll. Warum treibt ihr den Schuldkult denn bis ins letzte Exzess und nur mit Deutschen, die auch blutsmäßig von der Generation des II. WK abstammen? Auf die Idee, von einem Neger oder Türken mit deutschem Paß die bekannten Unterwerfungsrituale zu verlangen, seid ihr doch noch nicht gekommen. Ich bemerke beim Schreiben einen bedenklichen völkischen Zug bei den Schuldkultanhängern.

  9. Oh Mann, wann wird das endlich aufhören? Es waren jetzt 10 Kommentare und wir sind schon wieder bei Adolf Hitler…

    Aber @Frank:
    Es geht nicht darum morgen in Polen einzumarschieren und Russland den Krieg zu erklären, um die territorieale Heimat von Eichendorff, Gerhard Hauptmann, Immanuel Kant, diverser Ordensgebilde und historischer Glanzleistungen »zurückzuholen«.
    Es sei dazu verwiesen auf Artikel 1 Absatz 3 des »Vertrages über die abschließende Regelung in bezug auf Deutschland« vom 12. Sept. 1990. (veröffentlicht im BGBl. 1990 Teil II Seite 1318) Der Fall ist völkerrechtlich verbindlich geregelt – mit den Vier Mächten.

    Es kann aber nicht sein, dass Polen bis heute die völkerrechtsidrigen Vertreibung und Schikanierung der Deutschen unter seiner Herrschaftsgewalt seit 1918(!) leugnet und so tut als hätte alles mit Hitler angefangen. Dass unsere »Regierung« dies geschichtspolitisch auch noch unterstützt, erfordert nunmal unbedingten Widerstand. Nach 1945 sind mehr als 12 Millionen Deutsche vertrieben worden, weil sie Deutsche waren. Die Polen betrachten das frecherweise als eine seit 600 jahren überfällige »Flurbereinigung« und zeigen öffentlich keinerlei Unrechtsbewusstsein.

  10. Nils Wegner

    @ Fritz: Nicht vergessen, dass der Nationalsozialismus durchaus keine rechte Ideologie war.

    @ Frank: Langweilig. Es geht um Gedenken und Gerechtigkeit, nicht um Regermanisierung. Aber das ist vermutlich ein wenig zu kompliziert, hm?

  11. Das ZDF berichtete in Bild und Ton – das Transparent deutlich im Blick – im Heute-Journal vom 6.1.2010:
    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/938596/ZDF-heute-journal-vom-06.-Januar-2010#/beitrag/video/938596/ZDF-heute-journal-vom-06.-Januar-2010

    dort genaue Stelle bei Minute 3:00 bis 3:19

  12. Zu diesem Thema wird heftig im FDP Forum gestritten, immerhin 1108 Beiträge http://forum.fdp-bundesverband.de/read.php?4,1226315. Meldet euch dort an und diskutiert mit. Es gibt dort noch ganz andere Möglichkeiten zur Meinungsbildung.

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