Anstoß

Mit Kickl in die neue Zeit

Herbert Kickl ist der neue Chef der FPÖ. Unter seiner Regie werden die geflohenen Wähler zurückkommen. Die AfD sollte hier genau aufpassen und lernen.

Nachdem der bisherige Bundesparteiobmann der FPÖ, Norbert Hofer, überraschend sein Amt niederlegte, wurde jetzt das freiheitliche Urgestein Herbert Kickl zu seinem Nachfolger ernannt, wie man heute auf einer Pressekonferenz mitteilte. Ein kommender Parteitag muss dies noch formal bestätigen. Damit wird etwas umgesetzt, was die Basis der Partei schon seit langem gewollt und der politische Gegner gefürchtet hat.

Als Kandidat bei der Bundespräsidentenwahl im Jahr 2016 hatte Hofer mit 46,2 Prozent den größten Wahlerfolg in der Parteigeschichte eingefahren. Er war in diesem Wahlkampf großartig und hat seine Aufgabe meisterlich erfüllt. Nachdem die Regierungsbeteiligung der FPÖ durch den geheimdienstlich eingefädelten und medial hochgeschriebenen Ibiza-Skandal sozusagen weggeputscht wurde und der bisherige Chef, Heinz-Christian Strache, zurücktreten musste, wurde Hofer dessen Nachfolger.

Wer sich distanziert, verliert

Unter Hofers Führung fuhr die Partei einige herbe Niederlagen ein. Der Partei liefen die Wähler davon und auch an der Basis machte sich Frust und Widerwillen breit. Natürlich ist das Absacken der Partei nicht alleine auf Hofer, sondern zu einem erheblichen Teil auf die Skandale rund um Strache zurückzuführen. Doch Hofer sollte als Oppositionsführer nie richtig in Form kommen. Sein sanftes Auftreten war optimal für die Präsidentenwahl, wo man möglichst breite Schichten des Volkes ansprechen muss, passte aber nicht an der Parteispitze.

Ein großer Fehler von Hofer war es, sich an das Establishment anzubiedern und sich dafür von Verbündeten zu distanzieren. Er lobte Florian Klenk, den Chefredakteur der ultralinken Wochenzeitung „Falter“, der nie etwas Positives über die FPÖ schreiben würde, distanzierte sich dafür aber von „Info Direkt“, einem sehr professionell gemachten Alternativmedium. Er distanzierte sich auch auf patzige Art vom identitären Aktivisten Martin Sellner und äußerte am Ende sogar Verständnis für die antiweiße Hass-Organisation „Black Lives Matter“.

Natürlich führten diese Einschmeichelungsversuche nicht dazu, dass Hofer von den Linken gelobt wurde. Dafür wurden aber zahlreiche langjährige Unterstützer der Partei vergrault. Jeder patriotische Politiker muss endlich eines einsehen: Man wird nie dazugehören, nie etabliert sein und kann sich niemals auf einem Erfolg ausruhen. Man wird immer angefeindet und von allen, absolut allen, verbittert bekämpft. Auch den konservativen Parteien des alten Typs darf man niemals vertrauen und sich niemals bei ihnen anbiedern. Ganz wichtig ist es auch, das Gefasel der Hauptstrom-Medien zu ignorieren und konsequent beim eigenen Kurs zu bleiben.

Kickl ist geradlinig und authentisch

Mit Herbert Kickl tritt jetzt jemand, der lange in der zweiten Reihe diente, ins Rampenlicht. Dabei ist er alles andere als ein Unbekannter. Schon seit langem gilt er als der eigentliche Chefstratege der Freiheitlichen. Er ist definitiv der beste und schlagfertigste Redner der Partei, der mit seinen oft scharfsinnigen und zugespitzten Kommentaren regelmäßig kräftig austeilt.

Kickl tritt persönlich bescheiden auf und war nie Teil einer gewissen partyaffinen Schickeria innerhalb der Partei und gehört auch nicht zu der Art von Politikern, die rund um die Uhr ein gekünsteltes Lächeln aufsetzen. Das wichtigste ist jedoch seine Geradlinigkeit und seine Authentizität. Er ist sich immer treu geblieben und hat nie herumgeeiert oder sein Mäntelchen nach dem Wind gerichtet. Politisch korrekte Distanzierungen gibt es bei ihm nicht.

Eines kann man jetzt schon sagen: Die Basis wird durch Kickl wieder höchst motiviert sein. Endlich hört das Herumwurschteln auf. Endlich gibt es wieder wohltemperiert scharfe freiheitliche Politik. Viele, die aus Protest gegen den weichgespülten Kurs nicht zur Wahl gegangen sind, werden jetzt gerne an die Urne treten und Kickl ihre Vorzugsstimme geben. Vor allem im riesigen Reservoir der Nichtwähler schlummert ein gewaltiges Potential, das Kickl möglicherweise ausschöpfen kann. Ab jetzt wird die fade österreichische Innenpolitik wieder spannend. Vertreter der Alternative für Deutschland, die auch zwischen Anbiederung und richtiger Opposition hin und her wankt, sollten hier genau aufpassen und sich ansehen, wie und womit man die Leute mobilisiert.

(Bild: Herbert Kickl, von: Bwag, Wikipedia, CC BY-SA 4.0)


Jahrgang 1986, aus Wien, Studium der Philosophie, begreift sich als Vertreter der deutschen Alt-Right (Alternative Rechte) und ist seit 2014 als Journalist bei diversen Medien tätig und veröffentlichte mehrere Bücher. Maßgeblich war er beteiligt an PEGIDA in Österreich. Zudem ist er Gründer und Obmann von "OKZIDENT - Verein zur Förderung von Rechtsstaatlichkeit". - www.georgimmanuelnagel.at

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