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Netz gegen Nazis: Die Logik der Linken – »Nicht doof« = »übel«

Das Netz gegen Nazis hat vor einigen Stunden über uns getwittert:

Die Blaue Narzisse ist eine neurechte Schüler- und Jugendzeitschrift. Subtil. Nicht doof. Also: Ein übles Teil.

Die Logik hinter dieser spitzfindigen Argumentation ist schon unübersehbar. »Neurechts« = »Subtil«, d.h. wir sagen nicht in aller Offenheit, was wir denken, um unsere wahren Absichten zu tarnen. In Wirklichkeit interessiert uns Rilke nämlich die Bohne, viel lieber würden wir gleich zur Judenvergasung übergehen. Aber weil wir »subtil« sind, arbeiten wir halt erstmal ein Jahr lang an einem Rilke-Buch und planen im Hintergrund unsere Vernichtungsmaßnahmen.

Damit haben wir uns das Prädikat »Nicht doof« verdient. Unsere Finesse liegt darin, daß wir zwar selbstverständlich Hitler gut finden, aber wissen, wie schwierig es ist, den einfachen Bürger davon zu überzeugen. Deshalb nehmen wir einen Umweg über die leicht verständlichen Theorien der Konservativen Revolution, in die wir uns hineinsteigern, um am Ende doch wieder bei Hitler herauszukommen. Das ist »subtil« und »nicht doof«. Der einfache, von der Friedrich-Ebert-Stiftung untersuchte, Mitbürger und alle MitbürgerInnen sind sicherlich »anfällig« für diese subtile, nicht doofe Strategie, denn sie sind eben doof genug, um auf die Hetze der Konservativen Revolution hereinzufallen. Sie erkennen darin nicht den subtilen Unterton, über den erkennbar ist, daß sich alle Konservativen ein Revival von 1933 wünschen und die Pläne für einen neuen Holocaust bereits in der Schublade liegen.

Damit sind wir nun also aufgrund unserer Subtilität und Finesse (einfach ausgedrückt: »nicht doof«) »Ein übles Teil«. Wir sind noch viel übler als die richtigen, wahrhaftigen Nationalsozialisten, weil die geben wenigstens zu, daß sie (Neo-)Nazis sind. Aber wir sind so übel, daß wir uns als Nicht-Nazis tarnen, obwohl »Netz gegen Nazis« (NgN) natürlich klug genug ist, unsere Mimikry aufzudecken. Zum Glück subventioniert unser Staat noch so viele begnadete Logiker wie die Herrschaften von NgN, sonst wäre Deutschland vor uns nicht mehr sicher. Kabelbrände wären dann wirklich Kollateralschäden.

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

9 Kommentare zu “Netz gegen Nazis: Die Logik der Linken – »Nicht doof« = »übel«

  1. erforderlich

    Kamerad_innen!
    Unsere Verschleierungsstrategie, die wir vom Rattenfänger aus Hameln übernommen haben, geht nicht auf. Die Antifaschisten haben uns entlarvt.
    Ich liebe Sarkasmus. Macht weiter so!

  2. Marco Reese

    Ihr Langweiler vom NgN solltet euch einmal mit sinnvollen Dingen befassen, mit solchen, die über den armseligen ideologischen Horizont der letzten 100 bis 200 Jahre hinausgehen. Ach, wir sind euren Kategorien so was von entzogen.

  3. Solche Spießer…

  4. sehr gut geschrieben …deletzt habe ich auch gelesen dass besonderst Menschen aus der Richtung »Literatur und Verlagswesen« »anfällig « für diese politische »subtile« Denkweise seien,das könnte die Sache mit Rilke erklären…;)

  5. Gardeleutnant

    Hallo Felix,

    warum verschwendest Du kostbare Minuten Deiner Lebenszeit, um auf so etwas auch nur zu antworten? Die geistigen Tiefflieger, die so etwas nicht nur formulieren, sondern auch noch meinen, es in die Welt hinaus«zwitschern« zu müssen (Analogie: »Gerade Joghurt gegessen. Schmeckt gut. Kaufe ich wieder.«) verdienen nun wirklich keine Reaktion. Das linke Fußvolk, das die Botschaften von »Netz gegen Nazis« abonniert hat, ist aus seiner stumpfen Voreingenommenheit ohnehin von Dir nicht zu erlösen. Und uns hängt so ein Geplapper doch nur noch zum Halse heraus. Wie Marco so richtig schreibt, denken wir nicht einmal in den gleichen begrifflichen Horizonten wie »die«.
    Wem nutzt es also? Ist diese Meldung nur Amusement oder eine argumentative Fingerübung? Oder übernimmt BN nun den Antifa-Usus, jede Flatulenz des Gegners mit einem Kommentar zu würdigen?

    Gruß!

  6. Ohne den Hinweis auf den NgN-tweed hätte ich vermutlich nicht erfahren, dass es sowas gibt:

    »Das Beratungs- und Sorgentelefon wird ab kommendem Montag frei geschaltet. Es soll »eine erste Anlaufstelle bei persönlichen Konflikten sein, die ein männerbündisches und hierarchisches Gemeinschaftsleben mit sich bringen kann«, so der Projektkoordinator.

    »Durch unser Angebot eines anonymen telefonischen Erstkontaktes soll die Hemmschwelle für betroffene Korporierte möglichst gering gehalten werden.««

    http://www.neues-deutschland.de/artikel/198382.falsch-verbunden.html

    Außerdem ist der Beitrag über die wahren Absichten der Blaunazisten hervorragend geschrieben und köstlich zu lesen. Mühe und Zeit sind also nicht vergebens gewesen.

  7. Nils Wegner

    Hach, was sind wir wieder böse. Ist ja auch arg, »nicht doof« zu sein – gerade heutzutage.

  8. Wahr-Sager

    Was soll man denn von einem linksextremen Portal auch anderes erwarten? Die sind doch froh, dass es Nazis gab, sonst wäre denen tödlich langweilig.

  9. reinhold hilser

    NgN hat mich gestern auf Twitter gesperrt,weil ich auf den Hintergrund,bzw. Täter der Messerattacke gegen den eritreäischen Asylanten hingewiesen habe-mit der Wahrheit
    haben es die Linken halt nicht,weil das ideologische Brett vorm Kopf den Blick auf die Realität versperrt-das ging mir schon mit dem Taqiyyameister Mazyek so!
    Ich hoffe daher,dass ich wenigstens bei EUCH willkommen bin!
    mit freunlichen Grüssen!!

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