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Parteitotgeburten von rechts

Im Februar wurde ich in diesem Weblog heftig kritisiert, weil ich titelte: pro NRW macht sich lächerlich. Ebenfalls waren die meisten nicht einverstanden, als ich vor kurzem DIE FREIHEIT als Totgeburt bezeichnete. Auf der Rechten gibt es eine große Hoffnung, daß doch endlich die richtige Partei kommen möge, die Deutschland dann im Sturm verändert. Jede noch so lächerliche Vereinigung erfährt deshalb meist erst einmal Zustimmung, denn die etablierten Parteien seien ja noch schlimmer, so die Meinung vieler aus unserem Umfeld.

Warum betone ich das? Der Anfang des Jahres als Heilsbringer gefeierte Millionär Patrik Brinkmann hat sein Engagement für pro Deutschland eingestellt. Und noch einen Verlust haben die pros zu beklagen: Das islamkritische Blog pi-news schweigt die ehemals Verbündeten tot. Statt dessen setzen Stefan Herre und seine Mitstreiter jetzt auf die Stadtkewitz-Partei.

Bei uns wird es so einen Schlingerkurs nicht geben. Für ein journalistisches Medium kann es nur einen konsequent parteienkritischen Blick auf das Tagesgeschehen und die Lage in Deutschland geben.

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

5 Kommentare zu “Parteitotgeburten von rechts

  1. Hier kann ich Herrn Menzel nur recht geben. Wo eine neue Partei gegründet wird, ist der Jubel recht groß. Das aber eine solche Neugründung im Endeffekt dem System mehr nützt als schadet, wird nicht erkannt. Sich in eine bereits bestehende Partei einzubringen, das möchte man nicht. Man müsste ja als Indianer anfangen und könnte nicht gleich Häuptling sein.

  2. Ich finde es gut und richtig, wenn die BN keine Hofberichterstattung macht, sondern kritisch und unabhängig bleibt. Dennoch sollten wir auch nicht pauschal in Antiparteien-Schelte abdriften, denn die Pro-Ableger in NRW machen in der Kommunalpolitik einen beharrlichen und vor allem anstrengenden Job. Ohne Pro Köln würde es in der Domstadt bsp. gar keine richtige Opposition geben, nicht nur bezogen auf die Moscheedebatte!

    Dennoch ist das populistische Marktgeschrei, mit dem Beisicht und Co. regelmäßig nach Aufmerksamkeit heischen, stilmäßig grenzwertig und in jedem Fall müßig. Es bräuchte einfach ein unangefochtenes Zugpferd, welches das Ruder an sich reißt und sein Ding durchzieht. Dann bräuchte man keinen Brinkmann inkl. Pilgerfahrt nach Israel, dann gäbe es keine peinlichen Rosenkriege mit Offenen Briefen, dann bräuchte man auch nicht die immergleichen Kollegen von Vlaams Belang, FPÖ und Co. als Redner für Demos rauskramen.

    Die »Lichtgestalt« sehe ich in Stadtkewitz – sicherlich ein patriotischer, vernünftiger und pragmatischer Mann – leider nicht. Dennoch würde ich »Die Freiheit« nicht von vornherein totsprechen, sondern einfach kritisch berichten, wenn es etwas zu kritisieren gibt (z.B. aktuell eben der Streit um diesen Aaron König und Dee-Ex).

  3. Ein kritisches Medium ist notwendig. Jedoch darf Kritik nicht nur bei negativen Ereignissen erfolgen, sondern auch bei positiven.

    Kritik sollte dort kommen, wo sie notwendig ist und Lob, wenn es angebracht ist. Ansonsten stimme ich Felix Menzel zu.

  4. Roger Lebien

    Sehr geehrter Herr Schwefel,
    ich muss nicht als Häuptling anfangen. Ich bin vor einigen Jahren der CDU (einzige konservative Partei in Deutschland beigetreten) und musste mehrmals machtlos dabei zusehen, wie unmündige, katholische Treuwähler der sog. Silverhair-Generation Figuren in den Vorstand hoben, die Ihnen von einem Kreisparteivorstand – meist alternativlos – vorgesetzt wurden. Welche konservative Partei empfehlen Sie mir also, in der ich mich »hocharbeiten« darf, als echte Alternative?

  5. Fakt ist, daß wir von der Bürgerbewegung pro NRW im einwohnerreichsten und einem prozentual sehr stark von Ausländern bewohnten Bundesland die größte demokratische Legitimation aller Parteien rechts der CDU haben. Würde von uns in NRW die Fünf-Prozent-Hürde genommen werden, gäbe das ein politisches Erdbeben auf Bundesebene. Zum Glück haben unsere Aktivisten keine überdrehten Erwartungshaltungen wie die PI-Schreiberlinge, die »ihren« Stadtkewitz schon jetzt im Bundestag sehen. Ein weiterer Vorteil ist unsere Bündnisfähigkeit, die einer »Freiheit« insbesondere mit einem Stefan »Aaron« Koenig bereits vor ihrer Gründung abhanden gekommen ist.

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