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Pausenbrot am Chemnitzer Agricola-Gymnasium

Mit viel Lyrik, Gesellschaftskritik sowie einer Handvoll Berichte über Kultur und Bildung wagten wir uns vor fünfeinhalb Jahren das erste Mal mit dieser Zeitschrift an Chemnitzer Gymnasien. Und, auch wenn es arrogant klingt, wir sind ja nun schon eindeutig die erfolgreichste Chemnitzer Schülerzeitung der letzten 20 Jahre, wenn nicht sogar die erfolgreichste Schülerzeitung dieser Stadt aller Zeiten. Gestern zogen wir über 5000 Leser an einem Tag an, die knapp 31000 Seiten auf BlaueNarzisse.de anklickten.

Noch nicht ganz so weit ist die Schülerzeitung „Pausenbrot“ vom Chemnitzer Agricola-Gymnasium. Zu diesem großartigen Projekt ist im Internet skandalöserweise noch kein einziger Artikel erschienen und auch die Lokalzeitung hat – soweit ich das überblicken kann – noch nicht ein Wort darüber verloren. Wie es scheint, bin ich der erste, der sich die Mühe macht, ein paar Zeilen zur Erstausgabe des „Pausenbrotes“ zusammenzutragen. Zum Vergleich: Die Blaue Narzisse schaffte es in Windeseile, die Aufmerksamkeit überregionaler Journalisten zu bannen.

Die im Januar 2010 erschienene Zeitung hat mir dabei eine Steilvorlage für eine Erwähnung geliefert. Schon im Vorwort weist Schülersprecher Rafael Geisler auf die Topstory des Heftes hin: eine Auseinandersetzung mit unserer Blauen Narzisse. Geisler weiß halt, daß man sich als unbedeutender Schülerzeitungsfuzzi an großen Vorbildern orientieren sollte.

Den Artikel über uns hat der beste Mann des „Pausenbrotes“ verfaßt: der „Pizza-Junge“ (Warum verwendet der Pizza-Junge eigentlich nicht seinen richtigen Namen? Angst?). „Diese neue, intelekelel, äh, intukutke le, also pseudo-kluge Zeitung, die neulich vor der Tür verteilt wurde: Die „blaue narzisse“. Als ich sie zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich mir: endlich ein adäquater Ersatz für mein Bravo-Abo“. Doch der Pizza-Junge hat sein Bravo-Abo dann doch nicht abbestellt, weil er über die Begriffe „konservativ“, „subversiv“ und „Pressefreiheit“ gestolpert ist. Daraus hat er geschlußfolgert: Die konservative Blaue Narzisse will den Umsturz (subversiv) und danach die Pressefreiheit abschaffen.

Damit hat er natürlich ins Schwarze getroffen. Ich gebe es zu: Wenn wir konstant 88 Tausend Leser pro Tag haben, werden wir den „Marsch auf Berlin“ wagen. Und als erste Amtshandlung wird dann das „Pausenbrot“ verboten.

Mit freundlichen Grüßen,

Felix Menzel

PS: Bei mir gab es heute Mittag keine Pizza, sondern Reis, mexikanisches Gemüse und drei kleine Schnitzel.

Pausenbrot

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

12 Kommentare zu “Pausenbrot am Chemnitzer Agricola-Gymnasium

  1. Nils Wegner

    Süß. 😀

  2. Bravo-Ersatz? Wer wird euer Dr. Sommer? Karlheinz Weißmann?

    »Damit hat er natürlich ins Schwarze getroffen. Ich gebe es zu: Wenn wir konstant 88 Tausend Leser pro Tag haben, werden wir den „Marsch auf Berlin“ wagen. Und als erste Amtshandlung wird dann das „Pausenbrot“ verboten.«
    Gehts endlich los? Ich hab schon Stacheldraht und Holz gesammelt um neue Lager zu errichten…Und was wird nach der Machtergreifung sein? Sollen wir lieber die Polen oder Israel angreifen? Wir brauchen einfach nur noch eine kleine Führungselite, die sich aus Wahnsinnigen und Behinderten zusammensetzt und dann haben wieder den Führerstaat. Welcher »Rechte« will denn das nicht? Jeder der behauptet die »Rechten« seien keine Nazis lügt doch, wie gedruckt!

    Das Zitat passt einfach immer wieder: »Der unter Verdacht gestellte hat faktisch keine Möglichkeit, seine Unschuld zu beweisen: Da man ihm keine Taten, sondern Gedanken zur Last legt, und ihm erklärt, daß man seiner Darlegung seiner Gedanken keinesfalls Glauben schenken werde, wird er – ganz gleichgültig, was er sagt oder tut – als grundsätzlich schuldig betrachtet.« (IfS)

  3. Tigerentenzersäger

    Den Quatsch hat doch kein Schüler verbrochen.

  4. Witzig.

  5. burn dresden

    Wen man sich dran aufgeilen kann, dass die eigene verkommene Existenz durch die Erwähnung in einem Schülerzeitungsartikel eines 15jährigen aufgewertet wird…

    Naja. Nach der Niederlage in Dresden wär mir auch jeder Strohhalm recht.

  6. bei mir gab es ein lecker-bekömmliches bio-müsli mit aprikosenkernen, hirse, haferflocken, milch und etwas trockenobst.

  7. Nils Wegner

    @ »burn dresden«:

    15 ist er also, hm? 😉

  8. L'ancien régime

    Wer sich »burn Dresden« nennt, muß andere gerade als verkommen bezeichnen…

    Ach so, der Artikelausschnitt selbst ist freilich an Idiotie nicht zu überbieten. Diese haltlose Unterstellung, welche dann Repressionen gegen uns und andere rechtfertigen soll…

    Bewahrender Umsturz ist hingegen ja eine treffende Übersetzung für »konservative Revolution«, aber unter Revolution und Umsturz stellt sich der kleine Profijournalist freilich etwas Blutiges und Gewaltsames vor.

    Nun ja… es ist eben, will man eine noch so dürftige Karriere machen, immer noch dienlich, einfach auf fahrende Züge aufzuspringen, auch wenn sie ins Nichts fahren.

  9. Bei mir gab es heute Hartzer Bauernkäse, mmmmh!

  10. dieser artikel ist weit vor dresden erschienen.
    euer »konservativ subersives« blamieren nervt!

  11. Es war so ähnlich wie beim Fantastischen Mr. Fox. Es war am frühen Abend und es war mein erster Film auf Englisch. Ich habe wenig gelacht, saß aber mit einem breiten Grinsen im Kinosessel. Lange Rede gar kein Sinn: Ich habe mich hier wie im Kino gefühlt, kein Lachen aber ein Schrei meiner Aura.

    »Das Lachen ist die Sprache der Seele«-Pablo Neruda

    Viele Grüße,

    Daniel Weldemann

  12. Bin Schülerin dieser Schule.
    Die Leute, die das Pausenbrot aufgezogen haben, hatten nicht das Ziel ihre Zeitung über unsere Schule hinaus bekannt zu machen, sondern sie ist einfach nur für die Schüler unserer Schule gedacht – andere Leute würden sich für die meisten Artikel eh nicht intressieren. Warum auch? Geht ja immerhin um schulische Belange.
    Finde den Artikel super und auch zutreffend. 😉

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