Alter Blog

Politisch korrekte Zensur

Die Nationale Armutskonferenz hat nichts besseres zu tun, als sich darüber Gedanken zu machen, welche Begriffe womöglich diskriminierend sein könnten. Überraschenderweise soll man heute nicht einmal mehr von einer »Person mit Migrationshintergrund« sprechen dürfen.

Auf der »Liste der sozialen Unwörter« (insgesamt 23) steht unter anderem:

  1. Alleinerziehend
  2. Arbeitslos
  3. Bildungsferne Schichten
  4. Mißbrauch
  5. Person mit Migrationshintergrund
  6. Sozial Schwache
  7. Sozialschmarotzer
  8. Vollkasko-Mentalität
  9. Wirtschaftsflüchtlinge

Die Nationale Armutskonferenz meint, mit diesen Ausdrücken würden »Klischees« reproduziert. Es sei mit ihnen eine soziale Herabsetzung verbunden. Dies wolle man verhindern.

Nun ist es aber so, daß es schlichtweg der Vielfalt der Menschen geschuldet ist, daß es alleinerziehende Mütter genauso wie intakte Familien gibt. Arbeitslose genauso wie Workaholics. Deutsche genauso wie Ausländer.

Selbstverständlich gibt es auch »Sozialschmarotzer«, die auf Kosten der Allgemeinheit leben. Der Wohlfahrtsstaat ist an dieser »Vollkasko-Mentalität« nicht ganz unschuldig, weil er Verantwortungsbewußtsein und Selbständigkeit tendenziell bestraft und Faulheit fördert. Dennoch: Nicht alle Hartz IV-Bezieher sind faul.

Die Welt ist vielfältig. Deshalb brauchen wir auch viele Ausdrücke!

Verwandte Themen

Warum die Linken voll Nazi sind Wie immer gibt sich die moderne Linke größte Mühe in die Fußstapfen der Nationalsozialisten zu treten. Egal, ob mehr staatliche Kontrolle, Regier...
Verbotene Wörter In der Schule wurde mir beigebracht, je größer der Wortschatz, desto präziser kann man seine Umwelt beschreiben und desto genauer wird das Bild der Re...
Voll krasse Sprache mussu lernen Die Sprache ist immer in Bewegung. Doch in welche Richtung verschiebt sie sich? Was ist für die Entwicklung verantwortlich? In den Schmähschrifte...

Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

3 Kommentare zu “Politisch korrekte Zensur

  1. Würde mich nicht wundern, wenn die meinten mit dem Namen auch gleich das was er bezeichnet aus der Welt schaffen zu können.
    Aber ’ne Reinigungsfachfrau ist halt trotzdem ’ne Putze.

  2. Unsere Demokratie, wenn mann sie überhaupt so nennen kann, geht immer schneller den Bach runter. Zuerst wurden die Wörter zur NS Zeit verboten. Da keinerlei Wiederstand zu hören war, wird jetzt kräftig nachgeattelt. Ist noch niemanden aufgefallen, das Minderheiten immer mehr Rechte bekommen, wie in Klammern die Normalos? Wenn die Politische Klasse meint, sie würde etwas positives vom Stapel lassen, werden sie sich täuschen. Es kann doch nicht angehen das ein Jahrhunderte Alte Sprache Verunglimpft wird. Schon jetzt sind Wörter im Umlauf, die die Alten ersetzen. Da die Bevölkerung sich nicht wehren kann wird ihnen bestimmt für jedes verbotene Wort ein neues finden. Zu hoffen wäre das sie krasser werden wie die Alten. Die Frage steht im Raum, warum soll ein Wort was die Wahrheit ausdrückt verboten werden? Zum Beispiel Wirtschaftsflüchtling, ist ab morgen bei mir ein Laupieper nicht Deutscher Herkunft. Erlaubt sind, Scheiß Deutscher, Nazi,Kartoffelfresser, Nutte, Deine Mutter ist eine Hure, Deutschland verrecke. Mir kommt dás große Kotzen.

  3. Gegen diesen Mief haben die Italiener gerade revoltiert. Die Hoffnung stirbt aber auch bei uns zuletzt! http://rundertischdgf.wordpress.com/2013/02/27/revolte-in-italien-gegen-die-eurokratie/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Datenschutzinfo