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Politische Kunst und Popkultur

Es ist leicht und bei Kulturpessimisten äußerst beliebt, Pamphlete gegen die Dekadenz und den Nihilismus aufzusetzen. Das geht meistens so leicht von der Hand, daß man ganz vergißt, die kritisierte Kultur genau zu beobachten und nach dem produktiven Sinn massentauglicher Kulturgüter zu fragen.

Dieses vorschnelle Urteilen wollten wir bei unserem Themenschwerpunkt »Popkultur und Nischenkunst« möglichst vermeiden. Das hat aus meiner Sicht dazu geführt, daß wir zu wichtigen Erkenntnissen vorgestoßen sind. Pop wird eben nicht nur blind konsumiert, sondern strukturiert mittlerweile unseren Alltag und identitätsstiftende Diskurse über Sexualität, Geschichte und Werteverständnis.

Im November letzten Jahres warf uns ein Radiosender »Blitzkrieg-Popkultur« vor. Ich wäre froh, wenn wir schon so weit wären und Konservative blitzartig für Kultur begeistern könnten. Einer der Gründe, warum wir vor fast sechs Jahren, diese Zeitschrift ins Leben riefen, war die Wahrnehmung des Mißstandes, daß sich Konservative viel zu viel mit Politik und deutlich zu wenig mit Kultur beschäftigen. Daran hat sich leider wenig geändert. Unser Grundanliegen ist damit aktueller denn je.

Ich kann es jedem empfehlen, mal zu einem Poetry Slam zu gehen, gute Kunstausstellungen zu besuchen sowie die aktuellen Entwicklungen des deutschen Films zu verfolgen. Wenn man dies macht, kann man danach ruhigen Gewissens über das kollektive Bewußtsein der Deutschen urteilen und hat zugleich den ersten wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer Neuausrichtung der Identitätsproduktion in diesem Land vollzogen.

Abschließend zu unserem Themenschwerpunkt habe ich einen hoffentlich provokanten Beitrag über Politische Kunst verfaßt, den ich zur Diskussion stellen möchte. Wer sich über das am Ende erwähnte Zentrum für Politische Schönheit näher informieren möchte, der betätige entweder den Link oder schaue sich das folgende Video an:

Über unseren nächsten Themenschwerpunkt haben wir übrigens noch nicht entschieden. Drei Sachen schwirren mir im Kopf herum: »Gemeinsinn und Zivilgesellschaft«, »Subversionen« sowie »Lebensstil«. Damit ist auch bereits angedeutet, worauf ich keine Lust habe: ein Im-Kreis-Drehen um Islam, Gender, Demographie, Schuldkult, Überfremdung und den eigenen Bauchnabel.

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

1 Kommentar zu “Politische Kunst und Popkultur

  1. http://www.stubsrama.ba
    politische schönheit
    die säule der schande
    blogname:RAJUPAKLU

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