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Pro NRW = Pro DDR?

Eigentümlich frei-Herausgeber André F. Lichtschlag hat sich den wirtschaftspolitischen Teil des Parteiprogramms von Pro NRW genauer angesehen und kommt zu dem Schluß, die rechtspopulistische Bürgerbewegung solle sich lieber Pro DDR nennen. Das hat folgende Gründe:

Studiengebühren abschaffen? Pro NRW hebt die Faust fürs Schlaraffenland, zahlen soll der Steuerzahler (FDP, CDU und REP sind dagegen). Mitspracherecht des Staates bei Unternehmensentscheidungen? Pro NRW ist dabei (FDP, CDU und REP sind dagegen). Gewerbesteuer beibehalten? Pro NRW ist geldgierig dafür (FDP dagegen, CDU und REP neutral). Flächendeckenden Mindestlohn einführen? Pro NRW ist für dieses Arbeitsverbot für Geringverdiener (FDP, CDU und REP dagegen). Der Spitzensteuersatz soll gesenkt werden? Nein, sagt Pro NRW (und CDU und REP, FDP und Zentrum sind dafür). Für eine Privatisierung von Krankenhäusern? Bewahre, wehren auch hier die Betonsozialisten von Pro NRW ab (CDU neutral, FDP, REP und Zentrum stimmen zu). Pro NRW setzt noch einen drauf: „Unternehmen, die keine Ausbildungsplätze anbieten, sollen eine Abgabe zahlen“. FDP, CDU, REP und Zentrum sind klar gegen diese linke Forderung, Pro NRW reiht sich auch hier ein in die Rotfront. Und schließlich, um das Bild abzurunden: Für die weitere Subventionierung des Steinkohlebergbaus auf Kosten der Steuerzahler? Nein, sagen FDP, CDU und REP. Ja meinen nunmehr nur noch wenig überraschend die Neosozialisten von Pro-NRW.

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

9 Kommentare zu “Pro NRW = Pro DDR?

  1. Die meisten rechtspopulistischen Bewegungen finden ihre Wählerschaft nicht in konservativen, sondern in ehemals sozialdemokratischen Kreisen. Das erklärt auch die Progromstimmung, die SPD, Gewerkschaften und Linkspartei gegen Pro NRW erzeugen. »Der fanatische Kampf gegen die FPÖ hat erst dann begonnen, als wir ins SPÖ-Milieu eingebrochen sind«, hat schon Haider geschrieben.

    Aus der Warte jedenfalls ist das Wirtschaftsprogramm der PROs nur konsequent.

  2. Es sind eben Populisten. Ich finde das, auch wenn meine persönliche Präferenz im Bereich Wirtschaftspolitik eine andere ist, keineswegs schlimm. Etwas anderes ist es jedoch, wenn die Anarchisten von EF, und nichts anderes schreibt dort, ihre Verwirrungen als Maßstab anlegen.

  3. Wundert das einen? Sind doch einige der führenden Pro-NRW Kader ehemalige NPD Leute — und die NPD ist eine absolut sozialistische Partei, die der linken in vielem nichts nach steht.

    Zieh bei der Links-SEDPDS-Partei den internationalen Anspruch ab und ersetzte ihn durch rassistische Deutschtümelei und man landet bei der NPD …

    Alarich hat recht, der Kampf der linken und Gewerkschaften erklärt sich zum Teil tatsächlich darin, dass bspw. die NPD doch eher Nationalbolschewistisch ist, als rechts.

    Nur damit wir uns richtig verstehen: Im Gegensatz zu anderen, werfe ich den betreffenden Pro NRW Kadern nicht deren ehemalige NPD Mitgliedschaft vor – es erklärt nur ein bisschen, wie sie wohl einmal eine zeitlang politsch sozialisiert wurden und wie sich das dann bei pro NRW niederschlägt …

  4. Wennsefunzoniert!

  5. Liberal kann man als konservativ-patriotischer Islamkritiker nun mal nicht sein. Insofern ist der halb-sozialistische Drall schon irgendwo verständlich.

  6. Antifo: EF hat mit Liberalität nichts zu tun. Was dort favorisiert wird, ist Anarchismus. Davon abgesehen ist ein Grad der Liberalität, der jenseits der Ordoliberalität liegt, ideologiebetriebener Unsinn.

  7. »Sind doch einige der führenden Pro-NRW Kader ehemalige NPD Leute«

    Welche denn bitte? Fast alle führenden PROs kommen von den REP, Rouhs ist mehr oder weniger eine Ausnahme, aber die Mußgnug-NPD kann man nicht mit der Voigt-NPD vergleichen.

  8. »die Anarchisten von EF, und nichts anderes schreibt dort,«

    LOL. das sind liberale waschlappen, keine anarchisten.

  9. Orion von Kämpfer

    Die ef ist nicht mehr anarchistisch. Lichtschlag hat sich geändert, ein paar der Autoren auch, andere sind verschwunden, neue sind aufgetaucht. Eine Zeitung kann sich verändern, meistens passiert es, wenn der Chefredakteur wechselt oder sich verändert und dies ist hier nun einmal passiert. Für mich gibt es momentan in Deutschland kein interessanteres Monatsmagazin.

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